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Key Figures 2008: EU ist auf dem richtigen Weg, aber FuE-Investitionen stagnieren

03.02.2009
Die Ergebnisse des jüngst veröffentlichten "Europäischen Innovationsanzeigers 2008" und des "Berichts über die wichtigsten Zahlen für die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit Key Figures 2008/2009" zeigen in bestimmten Bereichen wesentliche Verbesserungen an, machen aber auch deutlich, dass die Forschungs- und Entwicklungsintensität (FuE) in der EU-27 stagniert. Beide Berichte wurden vergangene Woche von Günther Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission, und Janez Potocnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, in Brüssel vorgelegt.

Öffentliche und private Investitionen in FuE und Innovation werden als überaus wichtig für die Unterstützung der Stabilisierung der Wirtschaft und der Überwindung der Krise eingeschätzt. Die Intensität der Forschungsinvestitionen (FuE-Ausgaben, verglichen mit dem BIP) wurde in den letzten Jahren nicht gesteigert, und stagniert bei rund 1,84%. Kommissar Potocnik betonte, dass insbesondere die europäischen Unternehmen auf Touren kommen müssen.

"Krisenzeiten sind nicht der Moment für ein Nachlassen bei Forschungsinvestitionen und Innovation", sagte er. "Beide sind von zentraler Bedeutung, wenn Europa gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen [...] will. Die Initiativen der Kommission zur Verbesserung der Forschungseffizienz der EU, zur Förderung der Innovation und zur Entwicklung von High-Tech-Märkten sorgen für die richtigen Weichenstellungen in der EU."

Kommissar Verheugen bekräftigte dies mit den Worten: "Eine Krise kann leicht zu einer Zeit der verpassten Gelegenheiten werden. Es ist wichtig, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen und sehr starke Empfehlungen an die europäischen Unternehmen aussprechen, Investitionen nicht zu kürzen, die Förderung der Forschung, Entwicklung und Innovation nicht zu beschneiden und hoch qualifizierte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht zu entlassen, da wir sie alle brauchen."

Der Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit untersucht Daten des Zeitraums 2000 bis 2006, während der Innovationsanzeiger Daten aus 2007 enthält. Keiner der beiden Berichte spiegelt den Einfluss der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wider. Beide Berichte zeigen jedoch deutlich: Europas Universitäten bringen mehr naturwissenschaftliche Hochschulabsolventen hervor, viele von diesen wandern jedoch aufgrund fehlender Arbeitsplätze in Konkurrenzregionen ab. Die Investitionen aus dem Ausland konnten in der EU-27 einen wesentlichen Anstieg verzeichnen. 62% der US-amerikanischen FuE-Auslandsinvestitionen entfielen auf Europa.

Alle EU-Mitgliedsstaaten erhöhten zwischen 2000 und 2006 ihre FuE-Ausgaben. Darin zeigt sich, dass sie sich der Lissabonner Strategie, 3% des BIP in die FuE zu investieren, verpflichtet fühlen. Insbesondere Portugal und Griechenland unternahmen beträchtliche Anstrengungen. Viele Länder verharren jedoch auf einem Stand unterhalb des Durchschnitts. Wie Kommissar Verheugen sagte, sei es in Italien, Spanien und Litauen "wichtig, konzentrierte Anstrengungen zu unternehmen, um die Situation zu verbessern."

Finnland, Schweden und die Schweiz zeigten in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit außergewöhnlich gute Leistungen, aber im Vereinigten Königreich, in Frankreich und Italien stieg die FuE-Intensität nicht, während sie in Deutschland nur geringfügig zunahm. Diese Länder haben eine gewisse Bedeutung, da sie das höchste BIP der EU-27 haben.

Obwohl die Unterschiede in den Investitionen zwischen den EU-Staaten verringert worden sind, hat die Gesamtstagnation Auswirkungen auf Europas globale Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt ganz besonders angesichts des raschen Wachstums in China. 12 Mitgliedsstaaten zeigten eine höhere FuE-Intensität als China, während 15 Staaten weitaus weniger als China für die Forschung ausgaben. Die FuE-Intensität in Japan, Südkorea und China ist im Anstieg begriffen. Die USA hatte eine Verringerung der Intensität aus einer sehr starken Position heraus zu verzeichnen.

Einer Aussage der Kommission zufolge ist die EU noch immer weit von ihrem Lissabonner Ziel entfernt. "Ein nach wie vor niedriger Stand bei den FuE-Investitionen der Unternehmen sowie die durch einen kleineren High-Tech-Sektor als in den USA geprägte Industrielandschaft der EU beeinträchtigen den Fortschritt [...] Beide Berichte zeigen, dass die EU ihre Industriestruktur verändern, die Innovation dynamisieren und eine intensivere und bessere Nutzung der FuE erreichen muss."

Die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für rasch expandierende KMU im Hightech-Bereich, zusammen mit einem innovationsfreundlicheren europäischen Markt sowie ein besserer Zugang zu EU-weiten Patenten sind dringend erforderlich.

Der Innovationsanzeiger präsentiert Dänemark, Deutschland, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich als führend bei der Innovation, "mit einer Innovationsleistung, die oberhalb des EU-Durchschnitts und aller anderen Länder liegt. Unter diesen Ländern hat Deutschland seine Leistung am schnellsten verbessert, während Dänemark stagniert."

Kreativität und Innovation sind eng miteinander verbunden. Der Innovationsanzeiger beinhaltet eine Analyse von Kreativitäts- und Designindikatoren, die zeigt, dass Länder mit einem Klima der Kreativität ein tendenziell höheres Niveau an FuE und Designaktivitäten sowie auch eine starke Gesamtinnovationsleistung aufweisen.

Europa zieht eine wachsende Zahl von Forschern aus Drittländern an und bringt mehr naturwissenschaftliche Hochschulabsolventen als je zuvor hervor, aber der Anteil der Forscher an der Erwerbsbevölkerung ist immer noch niedriger als in den USA oder in Japan. Die von europäischen Forschern beigetragene Zahl der Veröffentlichungen in Fachzeitschriften ist größer als die anderer Regionen, aber US-amerikanische Forscher sind bei Veröffentlichungen von hoher Verwertbarkeit immer noch führend. Der Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit räumt gleichfalls viel Spielraum bei der Verbesserung der Anzahl von eingereichten Europäischen Patenten ein.

Dem Innovationsanzeiger zufolge besteht "die verbleibende Kluft zu den USA und Japan in vier Bereichen: internationales Patentwesen [...], privat-öffentliche Verflechtungen und die Zahl von Forschern (ungeachtet der Verbesserungen in diesen beiden Bereichen) sowie bei den Ausgaben der Unternehmen für FuE."

Kommissar Potocnik schloss mit den Worten: "Die ersten Schritte bei der Umsetzung des Europäischen Forschungsraums, der mit diesem Bericht zum ersten Mal eingeschätzt wird, zeigen ermutigende Ergebnisse. Die EU hat sich der Welt geöffnet und ist im steigenden Maße attraktiv für ausländische Investitionen, Studenten und Forscher. Es bleibt noch viel zu tun, um diese Entwicklungen zu beschleunigen, aber die von der Kommission und den Mitgliedsstaaten ergriffenen Maßnahmen beginnen, sich auszuzahlen."

Der Europäische Innovationsanzeiger wird unabhängig veröffentlicht und enthält Innovationsindikatoren und Trendanalysen sowohl für die EU-27-Mitgliedsstaaten als auch für Kroatien, die Türkei, Island, Norwegen und die Schweiz.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Bericht über die wichtigsten Zahlen für die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit Key Figures 2008/2009:

http://ec.europa.eu/research/era/publication_de.cfm

Europäischer Innovationsanzeiger 2008:
http://www.proinno-europe.eu/index.cfm?fuseaction=page.display&topicID=437&parentID=51
Europäischer Forschungsraum:
http://ec.europa.eu/research/era

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Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/research/era
http://www.kooperation-international.de

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