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Innovationsallianz: Die Pferde müssen auf die Straße

21.11.2008
"Wie schaffen wir es, die PS, die in den Hochschulen des Landes generiert werden, auf die Straße zu bringen? Nur wenn wir auf diese Frage möglichst schnell eine Antwort finden, erreichen wir unser Ziel, NRW als Innovationsland bis 2015 ganz nach vorn zu bringen", brachte es Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart auf den Punkt.

Am 17. November war dies Thema der InnovationsAllianz der NRW-Hochschulen im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf beim Symposium "Innovationsklima in NRW/Innovationsstandort NRW". Rund 150 Gäste aus Unternehmen und Hochschulen waren der Einladung gefolgt.

Prof. Dr. Gisela Schäfer-Richter, Vorsitzende des Vorstands der InnovationsAllianz, umriss die Zielsetzung des Symposiums: "Wir wollen die aktuelle Stimmung im Land beleuchten, jüngste Erfolge, aber auch Hemmnisse im Innovationstransfer aufzeigen und Handlungsoptionen entwickeln helfen".

Eine Podiumsdiskussion mit Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vertiefte die Problematik. Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI, regte an, dass die Akteure im Innovationsgeschehen ihre jeweiligen Rollen (z.B. als Ideenlieferant, Entwicklungspartner oder Produzent bzw. Dienstleister) sowie fachlichen oder methodischen Beiträge genauer als bisher beschreiben und breit kommunizieren. Bernd Mecking, Geschäftsführer der Mauell GmbH, ist sicher, dass dadurch die Sichtbarkeit von Forschungspartnern aus den Hochschulen verbessert und mehr Transparenz geschaffen werden kann - besonders wichtig für kleine und mittlere Unternehmen.

Dr. Markus Ewert, Vice-President Corporate Development/New Technologies bei der E.ON AG und Prof. Dr. Reinhart Poprawe, Leiter des Fraunhofer-ILT und Inhaber des Lehrstuhls für Lasertechnik an der RWTH Aachen, haben die Erfahrung, dass für die Umsetzung von Innovationen neben der häufig an den Hochschulen entwickelten Idee ein Bedarf in der industriellen Praxis erforderlich ist. "Hier ist die professionelle Zusammenarbeit von Hochschule und Industrie entscheidend und für beide Seiten ein Mehrwert."

Die innovationsbezogene Zusammenarbeit, berichtete MdB Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Bundesforschungsminister a.D., kennzeichne auch die erfolgreichen Teilnehmer am Wettbewerb "Hightech.NRW", deren Jury-Vorsitz er innehat. Dieser und andere Wettbewerbe, so lobte Riesenhuber, hätten sich als effiziente Instrumente bewährt, um hochwertige innovative Vorhaben zu ermitteln. "Über die Förderung der Besten hinaus erwarten wir positive Wirkungen auf die ganze Forschungslandschaft, und speziell eine noch stärkere Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen am Innovationsgeschehen."

Die Runde sah gute Chancen für eine weitere Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in NRW. Erfolgreiche Kooperationen wie das E.ON Energy Research Center an der RWTH Aachen oder das u.a. von Boeing und der Universität Paderborn gegründete "Direct Manufacturing Research Center", das Christian Schuchert, Director Strategy & Business Development bei Boeing in Deutschland, vorstellte, bestätigen dies. Dass Innovations-Kooperationen keine Domäne der Großen sind, machte Martin Dohmen, Geschäftsführer Waagenbau DOHMEN GmbH klar. Sein Kooperationsvorhaben mit der Fachhochschule Aachen wurde erst kürzlich mit dem Seifriz-Preis für Technologietransfer 2008 ausgezeichnet.

Der InnovationsAllianz als von den Hochschulen getragene Initiative, die breit mit den wichtigen Akteuren im Innovationsgeschehen des Landes zusammenarbeitet, wurde in diesem Prozess eine Schlüsselrolle beigemessen.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die in konjunkturell guten Zeiten begonnenen guten Ansätze auch in einem drohenden Abschwung konsequent fortgeführt werden müssen.

Jürgen Andrae | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovationsallianz.nrw.de
http://www.fh-dortmund.de

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