Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunologische Forschung erhält weitere Förderung von der DFG

04.11.2008
Der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 643 "Strategien der zellulären Immunintervention" für weitere vier Jahre beschlossen und der Universität Erlangen-Nürnberg dafür Fördermittel in Höhe von insgesamt über 9,6 Millionen Euro zugesagt.

Das langfristige Ziel des Sonderforschungsbereichs ist die Entwicklung neuer Therapien für die Bekämpfung von Krebs- und Infektionskrankheiten sowie die Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Wissenschaftler aus mehr als zehn Kliniken und Instituten arbeiten seit 2004 in dem Forschungsverbund zusammen.

Sprecher ist Prof. Dr. Gerold Schuler, Leiter der Hautklinik am Erlanger Universitätsklinikum. Stellvertretender Sprecher ist Prof. Dr. Alexander Steinkasserer, ebenfalls aus der Hautklinik Erlangen. Wissenschaftlicher Sekretär ist PD Dr. Reinhard Voll, Medizinische Klinik III des Erlanger Universitätsklinikums.

Immunologische Mechanismen spielen bei vielen Erkrankungen eine ganz zentrale Rolle. Sie stellen daher auch einen logischen Ansatzpunkt zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden dar. Das Ziel des Sonderforschungsbereiches 643 "Strategien der zellulären Immunintervention" ist daher die erfolgreiche Umsetzung immunologischen Wissens in neue Behandlungsverfahren. Immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung von Tumoren und Infektionskrankheiten erfordern dabei eine Stärkung der Immunantwort. Umgekehrt erfordert die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, allergischen Erkrankungen und die Vermeidung von Transplantatabstoßungen eine Abschwächung bzw. Blockade von überschießenden Immunreaktionen.

Von Grundlagenforschung bis Patientenbehandlung
Der Sonderforschungsbereich 643 kann auf der in Erlangen traditionell guten Interaktion zwischen Instituten und Kliniken aufbauen und vom Vorhandensein einer hochmodernen Good Manufacturing Practice (GMP) Labor-Einheit zur Herstellung zellulärer Therapeutika profitieren. Entsprechend der Zielsetzung ist das Forschungsprogramm in drei Projektbereiche strukturiert, die eng miteinander vernetzt sind. Der erste Bereich befasst sich mit immunologischer Grundlagenforschung, der zweite mit der Erforschung und Weiterentwicklung der Forschungsergebnisse aus dem ersten Bereich im Tiermodell und der dritte Bereich mit der konkreten Umsetzung von neuen Therapien, sprich der Behandlung von Patienten. Langfristiges Ziel ist hierbei, dass möglichst viele neue Ansätze bis zur Patientenbehandlung voranschreiten. Auf dem Gebiet der Krebstherapie haben zwei Strategien, nämlich die Impfung mit Dendritischen Zellen und die Übertragung von Killer-T-Zellen in Patienten, bereits die klinische Erprobung erreicht und werden weiter verbessert. Zusätzliche Ansätze zur Abwehrsteigerung gegen Infektionen sowie die Unterdrückung der Immunantwort bei entzündlichen Erkrankungen und Autoimmunbeschwerden sind in Entwicklung.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Alexander Steinkasserer
Tel.: 09131/85-36725
alexander.steinkasserer@uk-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb643.uk-erlangen.de
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics