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Humboldt-Professur lockt Harvard-Spitzenforscher an die TUM - Zukunftskonzept Quanteninformation wird Realität

27.02.2009
Im Wettbewerb um den internationalen Preis für Forschung in Deutschland, die Alexander von Humboldt-Professur, ist die Technische Universität München (TUM) erneut erfolgreich. Aus 20 Nominierungen hat die Alexander von Humboldt-Stiftung vier Preisträger ausgewählt, einer davon ist Professor Dr. Mikhail Lukin, nominiert von der TU München. Die Berufung des international herausragenden Physikers soll eine tragende Säule beim Ausbau des Forschungsschwerpunkts Quanteninformation im Wissenschaftsraum München werden. Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit bis zu 5 Millionen Euro dotiert und damit weltweit eine der bestdotierten wissenschaftlichen Auszeichnungen.

Erst 37 Jahre ist er alt, und doch schon weltbekannt: Professor Dr. Mikhail Lukin. Er hat auf dem Gebiet der Quanteninformation sowohl theoretische als auch experimentelle Pionierarbeit geleistet und ist bestens vernetzt mit den weltweit wichtigsten Forschungsgruppen dieses Bereichs. Nach seiner Promotion in Moskau ging er in die USA, zunächst an die Texas A&M Universität. Von dort warb ihn dann die renommierte Harvard Universität ab, nun ist die TU München auf dem besten Wege, ihn nach Garching zu holen.

"Professor Mikhail Lukin ist ein absolutes Ausnahmetalent, weltweit einer der kreativsten und erfolgreichsten Forscher auf dem Gebiet der Quanteninformation," erläutert TUM-Präsident Herrmann die Anstrengungen, den Forscher von Harvard an die Isar zu holen. "Mit seinen 37 Jahren kann Lukin bereits mehr als 100 wissenschaftliche Publikationen vorweisen, darunter viele, die weltweit hohe Anerkennung fanden." Mikhail Lukin soll im Rahmen einer Doppelberufung zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik für die Physik am Campus Garching gewonnen werden. Die mit 5 Millionen Euro dotierte Humboldt-Professur bringt die TU München im Berufungsverfahren einen entscheidenden Schritt voran.

Die TU München plant unter Federführung von Professor Gerhard Abstreiter den Aufbau eines interdisziplinären Zentrums für die Erforschung von Quanteneffekten mit Anwendungen in der Quanteninformation sowie für empfindliche Sensoren. Lukins Forschungsarbeiten passen perfekt in dieses Konzept. "In diesem Frühjahr beginnen wir mit dem Neubau des Zentrums für Nanotechnologie und Nanomaterialien," sagt Abstreiter, Direktor am Walter Schottky-Institut der TUM. "Am Garchinger Forschungscampus gibt es darüber hinaus bereits verschiedene Schwerpunkte zu diesem wichtigen und vielversprechenden Zukunftsthema, so zum Beispiel in der Physik, am Walter Schottky-Institut, am Walther Meißner-Institut und am MPI für Quantenoptik. Die angestrebte Vernetzung mit den anderen Fakultäten wird den Campus Garching zum weltweit herausragenden Zentrum rund um Nanotechnologie und Quanten-basierte Informationstechnologie werden lassen."

Professor Lukin kennt das Garchinger Forschungsumfeld bereits sehr gut. Vor einigen Jahren war er als Gastwissenschaftler am MPI für Quantenoptik tätig. Zurzeit ist er im Rahmen eines Forschungssemesters erneut hier zu Gast. Die enge Kooperation der TUM-Fakultäten für Physik, Mathematik, Informatik, Chemie, und Ingenieurwissenschaften sowie die Einbindung der Exzellenzcluster NIM (Nano Initiative Munich) und MAP (Munich Center of Advanced Photonics) und des MPI für Quantenoptik schaffen eine einzigartige Infrastruktur für die Erforschung und Entwicklung von Nanotechnologie, Nanomaterialien sowie der Nutzung von quantenmechanischen Effekten für neue Anwendungen. "Diese Forschung wird zukünftige Technologien entscheidend prägen. Die Humboldt-Professur hilft uns, wissenschaftlich mit anderen Spitzenuniversitäten wie Harvard nicht nur konkurrieren zu können, sondern die bisher schärfsten Konkurrenten zu übertreffen," so Herrmann.

Dr. Ulrich Marsch, | idw
Weitere Informationen:
http://www.humboldt-foundation.de/web/1070555.html

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