Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HoF-Studie zur Reform der Frühpädagogik: Kompetent für Kinder

27.06.2011
Die umfangreichen Reformen in der Frühpädagogik verändern ein komplettes Lehrgebiet auf allen Ausbildungsebenen. Das Institut für Hochschulforschung hat Qualifikationsrahmen und Curricula analysiert.

Untersucht wurden 14 Ausbildungsdokumente aller Ausbildungsstufen – Qualifikationsrahmen und Curricula für Berufsschulen, Fachschulen für Sozialpädagogik sowie frühpädagogische Bachelor- und Masterprogramme an Fachhochschulen und Universitäten.

Einbezogen wurden auch der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) und der Entwurf des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR), der frühpädagogische Orientierungsrahmen der Jugend- und Familienministerkonferenz, Dokumente der Kultusministerkonferenz und das WIFF-Qualifikationsprofil.

Analysiert wurde u.a. die Präsenz der zentralen beruflichen Handlungsfelder: Die unmittelbare Arbeit mit den Kindern sowie das Handlungsfeld „Organisation und Management“ sind in den Ausbildungsprogrammen stark vertreten. Erstere streut regelmäßig um etwa ein Fünftel der Inhalte bzw. Lernziele, letzteres um ein Drittel. Dagegen sind die Handlungsfelder „Arbeit mit den Eltern und Familienbildung“ sowie „sozialräumliche Vernetzung“ weithin unterrepräsentiert (0-9 % bzw. 3-15 % der Inhalte/Lernziele in den verschiedenen Ausbildungsprogrammen).

Bezogen auf das Professionalisierungspotenzial der Ausbildungen zeigt sich vor allem zweierlei: Die Methodenausbildung nimmt in der Regel einen desto größeren Umfang ein, je höher die Ausbildungsebene ist. Ebenso sind Elemente der Theorie-Praxis-Verflechtung und Möglichkeiten forschenden Lernens auf höheren Ausbildungsebenen tendenziell intensiver vorhanden.

Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage der Kompetenzentwicklung. Gelingender Kompetenzerwerb führt Wissenserarbeitung, Fähigkeitsentwicklung und Fertigkeitserwerb sowie professionelle Haltung zusammen:

- Der Anteil von Lernzielen, die auf Fähigkeitsentwicklung und Fertigkeitserwerb gerichtet sind, ist in den Ausbildungsdokumenten in der Regel am größten. Er beträgt regelmäßig um die 60 %.

- Lernziele, die auf Wissenserarbeitung und Ausbildung einer professionellen Haltung orientieren, sind dagegen deutlich seltener. Sie betragen jeweils etwa ein Fünftel.

Insgesamt streut die Anzahl der Lernziele in den Ausbildungsdokumenten zwischen 30 und 833. Hier stellen sich Fragen zur Fülle der Lernziele in manchen Ausbildungs- und Studienprogrammen. Es erscheint zweifelhaft, dass Lernziele in zu großem Umfang von Lehrenden und Studierenden angemessen im Blick gehalten und im Studienalltag vollständig berücksichtigt werden können.

Johannes Keil / Peer Pasternack: Frühpädagogisch kompetent. Kompetenzorientierung in Qualifikationsrahmen und Ausbildungsprogrammen der Frühpädagogik (HoF-Arbeitsbericht 2’11), Halle-Wittenberg 2011, 135 S.

Eine gedruckte Version kann beim Institut für Hochschulforschung bestellt werden:
Telefon: 03491/466-254
Telefax: 03491/466-255
E-Mail: institut@hof.uni-halle.de
Für inhaltliche Fragen wenden Sie sich bitte an:
Johannes Keil M.A. (johannes.keil@hof.uni-halle.de; Tel. 03491 466-236)
Prof. Dr. Peer Pasternack (peer.pasternack@hof.uni-halle.de; Tel.: 03491 466-147)

| idw
Weitere Informationen:
http://www.hof.uni-halle.de/dateien/ab_2_2011.pdf
http://www.hof.uni-halle.de/dateien/ab_2_2011_zus.pdf
http://www.hof.uni-halle.de/aktuelles.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise