Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessische Betriebe bei Qualifzierung von ungelernten Mitarbeiter auf neuen Wegen

28.01.2013
Um den Bedarf an Fachkräften in kleinen und mittleren Unternehmen zu decken, reichen traditionelle Wege wie eine Ausbildung oft nicht mehr aus

Das aktuelle IAB-Betriebspanel Hessen zeigt, dass in Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern, insbesondere aber in Kleinstbetrieben, circa 23 Prozent der qualifizierten Stellen unbesetzt bleibt. Das Frankfurter Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität veranstaltet am Donnerstag (31. Januar) eine Tagung, bei der es um innovative Strategiekonzepte in der Nachqualifizierung von un- und angelernten Beschäftigten geht.

Die Expertinnen des IWAK wollen die unterschiedlichen Fäden der aktuellen Fachdiskussion aufnehmen und branchenspezifische Aspekte gemeinsam mit Partnern aus der Praxis vorstellen, dazu gehören Akteure aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, dem Bildungsbereich und der Arbeitsvermittlung. Die Geschäftsführerin des Instituts, Dr. Christa Larsen, erläutert: „Es wird immer entscheidender für die einzelnen Betriebe, angelernte Beschäftigte aus und in ihrem eigenen Haus nachzuqualifizieren. Dies erfordert ein Umdenken von allen Beteiligten.“ Betriebe, aber auch die ungelernten Beschäftigten, die zudem oft keinen Schulabschluss haben, müssen erst für die Möglichkeiten der Nachqualifizierung sensibilisiert werden.

Nachqualifizierung heißt konkret: Über arbeitsnahe Wege werden Qualifikationen vermittelt, die im Idealfall zu einer Externenprüfung bei den IHKn führen. Dies erfordert auf die Branchen zugeschnittene Weiterbildungsangebote, die so gestaltet sind, dass die angesprochene Klientel sie annimmt und die Betriebe einen direkten Nutzen erfahren. Bei der Tagung referieren zu diesen Feldern: Charlotte Venema, Leiterin Berufliche Bildung und betriebliche Personalpolitik, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, zu „Unternehmen für Nachqualifizierung gewinnen“ und Birgit Groß, Leiterin des DGB-Bildungswerk Hessen zu „Betriebsräte als Motoren betrieblicher Nachqualifizierung“.

Aus den Vorgesprächen und ersten Erhebungen weiß die Soziologin Sophie Westenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin in diesem IWAK-Strategieprojekt „Branchenspezifische Nachqualifizierung un- und angelernter Beschäftigter in Kleinen und Mittleren Unternehmen in Hessen“: „Un- und Angelernte, die beispielsweise einem Produktionsbetrieb seit langer Zeit verbunden sind, haben teilweise ein mangelndes Qualitätsbewusstsein. Sie können durch gezielte und arbeitsplatznahe Schulungen in die Lage versetzt werden, weitergehende Aufgaben in der Produktion zu übernehmen.“ Und Miriam Sophie Wiesen, ebenfalls Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union bis 2014 gefördert wird, ergänzt: „Und im Einzelhandel, in dem kundenorientierte Kommunikation den Schlüssel zum erfolgreichen Verkaufen darstellt, können Un- und Angelernte durch individuelle Verkaufstrainings aktiv zum Erfolg des Unternehmens beitragen.“

Studien zur betrieblichen Weiterbildung zeigen: Diese Beschäftigen kommen nur in circa 10 Prozent der Fälle in den Genuss einer Weiterbildung, was deutlich unter dem Durchschnitt liegt. „Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Beschäftigte, die als Un- und Angelernte beschäftigt sind, weniger motiviert wären. Wir müssen vielmehr gemeinsam mit unseren Partnern aus dem Bildungsbereich die Betriebe direkt ansprechen – auch nach Branchen orientiert – damit diese Betriebe die vorhandenen Potenziale auch strategisch nutzen“, so Dr. Larsen.

In diese Phase steigt das Projektteam jetzt ein: So sollen passgenaue Lösungen mit den Betrieben entwickelt und erprobt werden, die diese in die Lage versetzen, ihren Bedarf an Fachkräften auch auf diese Weise aktiv decken zu können. Die Partner in den Projektbranchen sind: „Bildungszentrum des Hessischen Handels gGmbH“ im Einzelhandel, „Bildungswerk Spedition und Logistik e.V.“ und „triple innova GmbH“ in der Logistik, „Internationaler Bund e.V. Verbund Hessen“ im Hotel- und Gaststättengewerbe, „maxQ im bfw-Unternehmen für Bildung“ in der Gesundheits- und Pflegebranche sowie „MYPEGASUS GmbH“ und „TÜV Rheinland Akademie GmbH“ im Produzierenden Gewerbe.

Informationen: Dr. Christa Larsen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798- 22152, C.Larsen@em.uni-frankfurt.de, Miriam Sophie Wiesen, Tel.: (069) 798- 25472, wiesen@soz.uni-frankfurt.de, und Sophie Westenberger , Tel.: (069) 798-28923, (westenberger@em.uni-frankfurt.de. Infos zum Projekt und zur Tagung im Internet: www.nachqualifizierung-hessen.de und www.iwak-frankfurt.de.

Ulrike Jaspers | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwak-frankfurt.de
http://www.nachqualifizierung-hessen.de

Weitere Berichte zu: Bildungsbereich IWAK Logistik Nachqualifizierung Qualifzierung Soziologin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive