Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz fördert die wirtschaftliche Verwertung neuer Forschungsergebnisse

16.01.2013
Mit insgesamt 3,3 Mio. Euro finanziert die Helmholtz-Gemeinschaft die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse, um sie für Partner in der Industrie attraktiv zu machen und zügig in die Anwendung zu bringen.
Ein möglicher Wirkstoff gegen Alzheimer, eine sichere Stromversorgung für Mobilfunk-Sendestationen und ein spracherkennendes Assistenzsystem für die Luftfahrt – in diesen Entwicklungen sieht die Helmholtz-Gemeinschaft großes Potenzial für eine erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung und einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

„Wir sind davon überzeugt, dass die ausgewählten Projekte wichtige Neuerungen bringen und nach einer Validierungsphase international wettbewerbsfähig sein können“, sagt Dr. Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft. Mithilfe „wertsteigender Schritte“ sollten die aus Forschungsergebnissen abgeleiteten Produkte möglichst schnell so interessant für die Industrie gemacht werden, dass Firmen sie aufnehmen und in Eigenregie bis zur Marktreife weiter vorantreiben, fügt Zettl hinzu.

Wie die durch Helmholtz geförderte Validierungsphase konkret aussieht, zeigen die ausgewählten Projekte aus drei ganz unterschiedlichen Forschungsfeldern: Das Team um Prof. Dieter Willbold vom Forschungszentrum Jülich hat eine Substanz entwickelt, die sich möglicherweise zur Therapie von Alzheimer eignet. Eine Erkrankung an Alzheimer ist die häufigste Ursache von Demenz. Dabei lagern sich im Gehirn bestimmte Proteinklumpen ab, es kommt zu schweren Funktionsstörungen und teilweise zum Absterben der Nervenzellen. Bislang gibt es kein Medikament, das diese Krankheit heilen kann. Die neue Substanz hat im Tiermodell bereits bewiesen, dass sie die Proteinklumpen beseitigen und die kognitive Leistung des Gehirns wieder deutlich steigern kann. Nun soll die Substanz für die Anwendbarkeit beim Menschen optimiert und im Rahmen einer klinischen Studie getestet werden.

Wissenschaftler um Prof. Detlef Stolten, ebenfalls vom Forschungszentrum Jülich, haben ein Brennstoffzellen-System entwickelt, das Sendestationen in der Telekommunikation im Notfall mit elektrischer Energie versorgen soll – und das auch während längerer Stromausfälle. Die dafür eingesetzten Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) gewinnen elektrische Energie umweltschonend und sicher ohne externe Brenngaserzeugung aus dem flüssigen Brennstoff Methanol. Das DMFC-System soll nun weiterentwickelt werden, damit valide Daten darüber vorliegen, dass es bei Netzausfällen zuverlässig anspringt und 72 Stunden oder länger ohne Nachtanken betrieben werden kann.

Ein Assistenzsystem für die Luftfahrt, das der menschlichen Kommunikation aktiv folgen kann, haben Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Hartmut Helmke entwickelt. Das AcListant-System analysiert die Kommunikation zwischen Lotse und Pilot und berücksichtigt sie als zusätzliche Informationsquelle. Ermöglicht wird dies durch eine Sprachverarbeitungskomponente, die die Kommunikation in Text umsetzt und anschließend die Bedeutung extrahiert, beispielsweise das Absinken auf eine bestimmte Flughöhe. Heutige Assistenzsysteme können zwar effiziente Anflugreihenfolgen planen und Führungsanweisungen für optimale Anflüge vorschlagen. Planabweichungen werden aber direkt zwischen Lotse und Piloten abgesprochen und daher vom Assistenzsystem erst nach ihrer Umsetzung bemerkt, sodass keine Warnungen ausgegeben werden können. Das System minimiert die Zeitverzögerung und spart damit erhebliche Kosten und auch Kerosin-Emissionen.
Die Förderung für die drei Forschungsvorhaben umfasst insgesamt 3,3 Mio. Euro aus dem Validierungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft für eine Dauer von zwei Jahren und dient der Wertsteigerung der jeweiligen Produkte. Seit dem Start des Validierungsfonds im Jahr 2011 sind zusammen mit den neu ausgewählten nun schon zwölf Vorhaben in der Umsetzung.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Dr. Andreas Fischer
Pressereferent
Tel.: 030 206 329-38
andreas.fischer@helmholtz.de

Dr.-Ing. Jörn Krupa
Stabsstelle Technologietransfer
Tel.: 030 206 329-72
joern.krupa@helmholtz.de

Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

Jan-Martin Wiarda | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de/
http://www.helmholtz.de/socialmedia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern

23.06.2017 | Informationstechnologie

Virologen der Saar-Uni entdecken neuen Mechanismus, der die Hautkrebs-Entstehung begünstigt

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Schimpansen belohnen Gefälligkeiten

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie