Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Fortschritte auf dem Weg zum 3 %-Ziel

20.04.2012
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) lagen in Deutschland 2010 nach der derzeitigen Schätzung bei 2,82 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Damit wird das 3 %-Ziel der Lissabon-Strategie nahezu erreicht. Zugleich gehört Deutschland bei den FuE-Ausgaben zur Spitzengruppe in der EU. Im EU-weiten Durchschnitt liegt der Anteil am BIP bei 1,92 %.

Hinter dem 3 %-Ziel steht der Beschluss der EU-Staaten aus dem Jahr 2000, Europa „zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum in der Welt“ zu machen. Im Jahr 2002 wurde dieses Ziel mit konkreten Vorgaben untermauert. Als Zielmarke für das Jahr 2010 wurde ein Anteil von 3 % der FuE-Aufwendungen am BIP gesetzt.
Deutschland hat seine Investitionen in Forschung und Entwicklung zwischen 2000 und 2010 von gut 50 Mrd. Euro auf fast 70 Mrd. Euro gesteigert. Das entspricht einem Zuwachs um 40 %. Der Anteil der FuE-Ausgaben am BIP stieg in dieser Zeit von 2,47 % auf 2,82 %. Da auch das BIP in diesem Zeitraum gestiegen ist, verbirgt sich hinter diesen Daten ein erhebliches Wachstum der Forschungsausgaben.

Diese Zahlen waren die Grundlage für ein forschungspolitisches Gespräch in der heutigen GWK-Sitzung unter Vorsitz von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der rhein-land-pfälzischen Wissenschaftsministerin Doris Ahnen mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirt-schaft und der EU-Kommission.

Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre in Deutschland vor allem deshalb möglich war, weil Bund, Länder und Wirtschaft hier bei der Förderung von Forschung und Entwicklung an einem Strang ziehen – selbst in Zeiten der Wirtschaftskrise. Einvernehmen bestand auch darüber, das 3 %-Ziel in den nächsten Jahren weiter zu verfolgen.

Ganz erheblich tragen zum Erreichen des 3 %-Ziels auch die in den vergangenen zehn Jahren in der GWK gestarteten großen gemeinsamen Initiativen von Bund und Ländern bei, nämlich die Exzellenzinitiative, der Pakt für Forschung und Innovation und der Hochschulpakt. Darüber hinaus haben Bund und Länder mit einer Reihe weiterer Initiativen, die sie in jeweils eigener Zuständigkeit durchgeführt haben, starke Impulse zur Förderung von Forschung und Entwicklung gesetzt. Zu nennen ist hier z. B. die Hightech-Strategie des Bundes, mit der die Bundesregierung 2006 die staatlichen Forschungs- und Innovationstätigkeiten auf den Gebieten Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation gebündelt hat. Auch die Länder haben eigene, neue Strategien zur Stärkung der Innovationsstandorte entwickelt und erfolgreich umgesetzt; die Länderprogramme haben dabei nachhaltig Impulse gesetzt und teilweise modellbildend für die zukünftige Forschungs- und Innovationsförderung gewirkt.

Der wichtigste Player beim Erreichen des 3 %-Ziels ist nach wie vor die Wirtschaft. Diese trägt rund zwei Drittel aller FuE-Ausgaben in Deutschland. Auch sie hat ihre Investitionen in For-schung und Entwicklung deutlich verstärkt: von 33,4 Mrd. Euro im Jahr 2000 auf 46,9 Mrd. Euro in 2010 (Zahlen des Stifterverbandes). Diese schaffen hochwertige Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit sowie die wissensgetriebene Dynamik Deutschlands und Europas.

„Dank des 3 %-Ziels haben Staat und Wirtschaft ihr Engagement für Forschung und Entwick-lung verstärkt“, sagte Bundesforschungsministerin Schavan. „Wenn dieses Engagement dau-erhaft gesichert wird, werden wir in Deutschland unsere Position im internationalen Wettbewerb weiter verbessern.“

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende, Staatsministerin Doris Ahnen: „Auch für die Länder ist das 3 %-Ziel ein Ansporn, die Investitionen in Forschung und Entwicklung zu steigern. Die bisherigen Erfolge sind ein Beweis dafür, dass die unterschiedlichen Akteure – Bund, Länder und Unternehmen – durch ihre spezifischen Beiträge in gemeinsamer Kraftanstrengung die Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit der Regionen wirkungsvoll gesteigert haben.“

Rebekka Kötting | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwk-bonn.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten