Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Chance für junge Krebsforscher

01.12.2008
Am Deutschen Krebsforschungszentrum werden zwei neue Helmholtz-Nachwuchsgruppen eingerichtet.

Die Helmholtz-Gemeinschaft wählte Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer zusammen mit 15 weiteren herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus einer Vielzahl an sehr guten Bewerbungen aus.

Als Nachwuchsgruppenleiter können Dr. Sven Diederichs und Dr. Markus Feuerer eigene Forschungsgruppen aufbauen und verfügen in den kommenden fünf Jahren jeweils über ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro. Das erlaubt ihnen, neben der eigenen Stelle drei Mitarbeiter sowie die Laborausstattung zu finanzieren.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Für Nachwuchswissenschaftler ist der Aufbau einer eigenen Gruppe an einer führenden Forschungseinrichtung wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum ein sehr wichtiger Schritt. Besonders die Möglichkeit, in einem frühen Karrierestadium selbstständig zu forschen, eigene Ideen verfolgen und umsetzen zu können, ist entscheidend für die weitere wissenschaftliche Entwicklung", erläutert Dr. Sven Diederichs die Bedeutung des Förderprogramms. Diederichs erforschte an der Harvard Medical School in Boston, USA, die Mechanismen der Regulation von microRNAs und charakterisiert nun im Deutschen Krebsforschungszentrum deren Fehlregulation bei Krebs. microRNAs sind kurze Ribonukleinsäure (RNA)-Moleküle, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Aktivität von Genen spielen.

Dr. Markus Feuerer, der bereits am Deutschen Krebsforschungszentrum promoviert hat, kehrt aus den USA ebenfalls von der berühmten Harvard Medical School zurück nach Heidelberg. Seine Forschung beschäftigt sich mit der sogenannten peripheren T-Zell-Toleranz. Diese unterdrückt Immunreaktionen des Körpers und verhindert zum Beispiel, dass Tumorzellen durch das Immunsystem attackiert werden. Ein besseres Verständnis dieser Abläufe kann dazu beitragen, wirksame immunologische Krebstherapien zu entwickeln.

Finanziell werden die Helmholtz-Nachwuchsgruppen zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft getragen. Die andere Hälfte trägt das Deutsche Krebsforschungszentrum beziehungsweise - im Falle der Helmholtz-Hochschulgruppe von Dr. Sven Diederichs - das Deutsche Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem Institut für Pathologie der Universität Heidelberg. Die Nachwuchsgruppenleiter erhalten zudem eine Option auf eine unbefristete Anstellung (Tenure Track), sofern die nach vier Jahren anstehende Fachbegutachtung positiv ausfällt. Das macht diese Stellen für junge Forscherinnen und Forscher aus renommierten Forschungseinrichtungen weltweit attraktiv.

Das Nachwuchsgruppen-Programm dient daneben der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an einem Helmholtz-Zentrum, übernehmen darüber hinaus aber auch akademische Pflichten an einer Partnerhochschule, indem sie zum Beispiel Vorlesungen und Seminare halten. Dadurch qualifizieren sie sich auch für eine Universitätskarriere. Insgesamt fördert die Helmholtz-Gemeinschaft, zu deren Mitgliedern das Deutsche Krebsforschungszentrum gehört, damit nun 97 Nachwuchsgruppen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de

Dr. Stefanie Seltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics