Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Goethe Universität an zwei US-amerikanischen Forschungskonsortien beteiligt

25.11.2010
Frankfurter Forschergruppe um Volker Dötsch bringt ihre neuartigen Markier- und Synthetisierungsverfahren mit ein und erhält 1,7 Mio. Dollar

Die Arbeitsgruppe von Prof. Volker Dötsch am Institut für Biophysikalische Chemie der Goethe Universität ist an zwei internationalen Forschungsprojekten des amerikanischen National Institutes of Health (NIH) beteiligt.

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Struktur und dynamischen Funktion von Membranproteinen mit modernsten biophysikalischen Methoden und computerbasierten Rechenverfahren aufzuklären. In den kommenden 5 Jahren erhält die Frankfurter Gruppe Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Dollar (etwa 1,3 Millionen Euro).

Obwohl mehr als 50 Prozent aller Medikamente auf Proteine der Zellmembran wirken, weiß man bisher nur wenig über die betreffenden Strukturen und Prozesse, die Stoffe in die Zelle schleusen. Das NIH hat deshalb das von der University of Chicago koordinierte „Membrane Protein Structural Dynamics Consortium“ ins Leben gerufen. Daran sind Wissenschaftler von 14 Institutionen aus vier verschiedenen Ländern beteiligt.

Der Beitrag der Frankfurter Gruppe: Sie hat in den letzten Jahren unter der Leitung von Dr. Frank Bernhard eine Methode entwickelt, mit der sich Proteine in genügend großen Mengen für eine biophysikalische und biochemische Untersuchung herstellen lassen. Da die Synthese in der natürlichen Umgebung, der Zelle, mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, entwickelte die Gruppe ein zellfreies Verfahren. Damit lassen sich etwa 80 Prozent aller Membranproteine synthetisieren – sowohl von niederen Organismen ohne Zellkern (Prokaryonten) als auch von höheren Organismen mit Zellkern (Eukaryonten).

Bei dem zweiten Projekt - „Membrane Protein Structures by Solution NMR“ – bringt die Gruppe von Dötsch eine neue Technik zur Markierung einzelner Aminosäuren ein. Sie ermöglicht es, die Struktur von sonst schwer lösbaren Strukturen von Membranproteinen aufzuklären. Einer der jüngsten Teilerfolge auf diesem Gebiet ist die Aufklärung einer Teilstruktur von Presenilin 1. Dieses spielt im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Vorstufen sogenannter Plaques, die zur Alzheimer Erkrankung führen. Die Weiterentwicklung dieser Techniken ist ebenfalls Ziel des zweiten Forschungskonsortiums, das von der Harvard Medical School koordiniert wird. Zusätzlich zu zwei Harvard-Gruppen sind weitere amerikanische Arbeitsgruppen von der Vanderbilt University und dem Los Alamos National Laboratory beteiligt.

Ein Bild zum Download finden Sie unter:
www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2010/1110/291
Bildtext:. Schematische Darstellung der Ausbildung von Plaques in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten

Informationen: Prof. Volker Dötsch, Institut für Biophysikalische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29631, vdoetsch@em.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation,
Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion:
Dr. Anne Hardy,
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 – 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie