Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Goethe-Universität innovativ

14.12.2009
Erfindungen von Goethe-Forschern werden mit Unterstützung des hessischen Patentfonds wirtschaftlich nutzbar gemacht

Forschungsprojekte von Naturwissenschaftlern gemeinsam mit nationalen und internationalen Unternehmen sind an der Goethe-Universität keine Seltenheit. Um das hohe Innovationspotential für die Praxis nutzbar zu machen, sind allerdings zumeist kostenintensive "Veredelungsprozesse" notwendig.

Damit besonders interessante Patente aus den hessischen Hochschulen einen solchen "Veredelungsprozess" durchlaufen können, hat die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI Bank) Anfang 2009 in Zusammenarbeit mit der hessischen Landesregierung einen "Fonds zur Veredelung und Verwertung von Patenten" bereitgestellt. Die Goethe-Universität war im laufenden Jahr bereits drei mal erfolgreich bei der Einwerbung von Mitteln aus diesem Fonds.

"Ich betrachte es als wichtige Auszeichnung des Innovationspotentials der Goethe-Universität, dass drei Wissenschaftler die Finanzierung für eine aufwändige Weiterentwicklung ihrer Erfindungen einwerben konnten", freut sich der für Technologietransfer zuständige Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. Die universitätseigene INNOVECTIS GmbH unterstützt Erfinder bei der Einwerbung und Durchführung von Projekten. "Wir halten die Förderung von Veredelungsprojekten für eine zukunftsweisende Neuerung im Bereich des Technologietransfers", betont Dr. Otmar Schöller, Geschäftsführer der INNOVECTIS.

Ein "Durchleuchtungsgerät", das von dem Physiker Prof. Hartmut Roskos entwickelt wurde, kann ähnlich wie ein Röntgengerät durch Verpackungen oder Schutzummantelungen hindurch sehen. Anders als die Röntgenstrahlung ist die von Prof. Roskos verwendete Terahertz-Strahlung aber für Mensch und Tier ungefährlich. Seine Terahertz-Kameras werden bereits jetzt angewendet, um bei der Qualitätskontrolle Verklebungen von Kunststoffteilen oder die Dichte von Pipeline-Ummantelungen zu überprüfen. Derzeit arbeitet der Physiker mit Unterstützung der WI-Bank an einem Prototyp, mit dem ein schnellerer Bildaufbau unter Nutzung einer kostengünstigen Siliziumelektronik erreicht werden kann.

Nach der Entschlüsselung des Genoms besteht das nächste wissenschaftliche Rätsel darin, die Gesamtheit der Proteine - das so genannte Proteom - zu erfassen - nicht zuletzt, um Krankheiten besser verstehen und behandeln zu können. Die von dem Chemiker Prof. Michael Karas entwickelte MALDI Massenspektrometrie ist eine besonders effektive Methode zur Strukturanalyse von Proteinen und anderen großen Biomolekülen. Sie wird inzwischen weltweit angewendet. Da Proteine äußerst empfindliche, große Moleküle sind, hat Prof. Karas unterschiedliche Matrices aus kleinen Molekülen entwickelt, die die Proteine für die Untersuchung schützend umgeben. Mithilfe der Förderung durch die WI-Bank sollen die patentierten Matrices nun für die Anwendung in Laser-Geräten der neuen Generation optimiert werden.

Der Biophysiker Prof. Werner Mäntele hat sich darauf spezialisiert, mithilfe der Infrarotspektroskopie die Inhaltsstoffe von Flüssigkeiten schnell und ohne Zugabe von Reagenzien zu bestimmen. Anwendung findet sein Verfahren sowohl in der Getränke-Industrie bei der gleichzeitigen Bestimmung von Zucker, Alkohol und Kohlendioxid in Wein und Bier, als auch in der Medizin. Denn auch die Blutinhaltsstoffe kann man mit seiner Methode schnell, präzise und an nur kleinen Probenmengen messen. Da das Infrarot-Messsystem kompakt ist, eignet es sich zudem nicht nur für die Labormedizin, sondern auch für die intensiv-medizinische Überwachung am Krankenbett. Dank der Förderung durch die WI-Bank kann das System nun in klinischen Tests erprobt werden.

Die aktuelle Ausgabe von "Forschung Frankfurt" stellt die Erfinder der Goethe-Universität und ihre Ideen ausführlich vor.
Im Internet unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/2009/index.html
Die Printausgabe können Sie anzufordern bei Helga Ott, ott@pvw.uni-frankfurt.de
Informationen: Dr. Otmar Schöller, INNOVECTIS GmbH, Patent-/Projektmanagement, Campus Riedberg, Tel.: (069) 2561632-17, info@innovectis.de, www.innovectis.de.
Prof. Michael Karas, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29916, Karas@pharmchem.uni-frankfurt.de.
Prof. Werner Mäntele, Institut für Biophysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-46410, maentele@biophysik.uni-frankfurt.de

Prof. Hartmut Roskos, Physikalisches Institut, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47214, roskos@physik.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Berichte zu: Biophysik Einwerbung INNOVECTIS Innovationspotential Matrices Protein WI-Bank

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE