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Gesundheitskompetenz bei Kindern in der Schule - Uni Greifswald übergibt neu entwickelte Unterrichtsmodule

06.04.2010
Im Projekt GeKoKidS (Gesundheitskompetenz bei Kindern in der Schule) sind für Mecklenburg-Vorpommern wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Unterrichtsmodule zur Gesundheitskompetenz entwickelt worden. Die Module wurden von Schüler/innen und Lehrkräften an 19 Schulen getestet und seit 2007 erfolgreich im Unterricht eingesetzt.

Die Projektleiter Prof. Dr. Christian Splieth und Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann von der Universität Greifswald haben am Dienstag an Bildungsminister Henry Tesch die in GeKoKidS entwickelten Unterrichtsmodule übergeben. "Mit den GeKoKidS-Modulen liegen Konzepte und Materialien zur Förderung der Gesundheitskompetenz für Kinder der Jahrgangsstufen 5 und 6 vor. Diese Materialien wurden gemeinsam mit Partnern aus dem Bereich der Präventionswissenschaft entwickelt und in Kooperation mit dem Bildungsministerium praktisch umgesetzt", so Professor Splieth und Professor Hoffmann.

Bildungsminister Henry Tesch kündigte an, die Ergebnisse von GeKoKidS auch den anderen Bundesländern im Rahmen der Kultusministerkonferenz zur Verfügung zu stellen und weiter: "Wir haben unsere Schulen für die Wissenschaft geöffnet, weil Schülerinnen und Schüler mit GeKoKidS lernen, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Aktuellen Untersuchungen zufolge sind in Mecklenburg-Vorpommern immer noch knapp 12 Prozent der Schulanfänger übergewichtig. Diese Kinder tragen auch ein höheres Risiko, etwa Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen zu bekommen. Hier wollen wir mit GeKoKidS wissenschaftlich fundiert und praxisnah entgegensteuern, denn alle Kinder sollen die gleichen Chancen für ein gesundes Aufwachsen haben."

GeKoKidS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (Förderzeitraum: 01.12.2006 - 31.03.2010) und vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem Ministerium für Soziales und Gesundheit unterstützt.

Gesundheitsministerin Manuela Schwesig stellt den Wert von GeKoKidS in Hinblick auf die Aspekte Gesundheit und kindliche Entwicklung heraus: "Wir wollen unseren Kindern alle Möglichkeiten bieten, damit sie sich zu eigenverantwortlichen und kompetenten Mitgliedern unserer Gesellschaft entwickeln. Schulen können und sollen deshalb einen wichtigen Beitrag für ein gesundes Aufwachsen leisten. Deshalb brauchen wir gute Schulen, die alle Kinder mitnehmen und sie stark und kompetent für das Leben machen. Die Unterrichtsmodule von GeKoKidS helfen den Lehrkräften bei der Umsetzung von Prävention und Gesundheitsförderung in den Schulen." Dies komme, so Schwesig, nicht nur der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu Gute. Gesundheitsförderung könne auch entscheidend zur Schulentwicklung beitragen. Dies nutze allen.

Fünf Unterrichtsmodule sieht GeKoKidS vor:
Ernährung und Bewegung,
Verbesserung der Zahngesundheit,
Erhöhung der Impfrate,
Prävention chronischer Schmerzen
Rauchprävention.
Durch die Unterrichtsmodule wird einerseits Wissen vermittelt (z.B. über die Gesunderhaltung der Zähne oder die Notwendigkeit des Impfens), zum anderen geht es um konkrete praktische Hinweise wie Bewegungsspiele im Sportunterricht oder bewegte Pausen.

Ein Fitnesstest und so genannte "Bewegungspyramiden" zum Beispiel verdeutlichen das Bewegungsverhalten der Schüler/innen und Schüler und vermitteln Möglichkeiten, den Alltag beweglich zu gestalten.

Neben den Modulen wurde im Rahmen von GeKoKidS außerdem ein Monitoringsystem entwickelt, das es Schulen erlaubt, die Schwächen und Stärken der Schüler/innen zwischen 10 und 13 Jahren im Vergleich zu bundesrepräsentativen Daten festzustellen. Prof. Splieth und Prof. Hoffmann zu diesem Instrument: "Gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen im schulischen Bereich müssen fortlaufend beobachtet werden. Monitoring und Evaluation ermöglichen es den Schulen, ihre Ressourcen wirkungsvoller einzusetzen. Daher kann unser Monitoringsystem zur Schülergesundheit als Grundlage für zielgenaue Interventionen dienen. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Kindergesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern."

Weitere Informationen:
Universität Greifswald
Institut für Community Medicine
Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health
Dr. Marco Franze
Ellernholzstraße 1-2, 17487 Greifswald
Tel.: 03834/86 77 56, Fax: 03834/86 7752
E-Mail: marco.franze@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-greifswald.de/icm/fileadmin/user_upload/vcm/projekte/GeKoKidS_Poster_8_07.pdf

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