Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerätezentren: Hervorragende Infrastruktur für die Forschung

16.02.2012
Elf Projekte für erste Förderperiode im Hauptausschuss bewilligt

Projekte „der etwas anderen Art“ fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen ihrer Ausschreibung zu „Gerätezentren – Core Facilities“.

Stehen normalerweise wissenschaftliche Projekte im Fokus der Förderung, widmet sich diese Initiative den Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung. Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen verfügen vielerorts über eine hervorragende und teilweise einzigartige Geräteinfrastruktur, und der Zugang zu diesen anspruchsvollen Technologien spielt in vielen Wissenschaftszweigen eine bedeutende Rolle.

Die Etablierung von Gerätezentren und Netzwerken zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen scheitert aber oft an intensiven Strukturierungsprozessen. Dieser Problematik wollte die DFG mit ihrer Ausschreibung zu Gerätezentren im März 2011 entgegenwirken, mit dem Ziel modellhafte Maßnahmen zur Professionalisierung des Nutzungsangebots und des Managements geeigneter Gerätezentren zu unterstützen.

Die rege Nachfrage bestätigte das große Interesse an der Ausschreibung: Nach über 120 Interessensbekundungen gingen bei der DFG 57 Anträge ein, die sich dem Wettbewerb für die dreijährige Förderung stellten. Neben der Einbettung der Zentren in die Wissenschaft und der Beschreibung der geplanten Aktivitäten war eine wichtige Rahmenbedingung, dass die bei der DFG beantragte Förderung in eine nachhaltige Struktur der Hochschule münden soll.

Nach einem mehrstufigen Begutachtungsprozess wurden schließlich elf Projekte identifiziert, die in den kommenden drei Jahren jeweils mit 450 000 Euro gefördert werden. Unter diesen bietet die „Good Manufacturing Practice Facility“ aus Dresden modernste Technologien im Bereich der Regenerativen Therapien an, während in Magdeburg in der „NeuroImaging Core Facility“ die medizinische Bildgebung für neurowissenschaftliche Fragestellungen im Vordergrund steht. Zu den Anbietern optischer Bildgebung gehören gleich drei Projekte: „JIMI“ – ein Netzwerk für intravitale Mikroskopie in Berlin und Jena, die „Biopolis Dresden Imaging Platform“ sowie ein deutschlandweites Netzwerk für Mikroskopie und Bildgebung „German BioImaging“, das von Konstanz und Freiburg aus koordiniert wird.

Ein weiteres deutschlandweites Netzwerk, diesmal in der NMR-Spektroskopie, ist bei Koordinatoren in Frankfurt und München angesiedelt. Das „Quantitative Biology Center Tübingen (QBiC)“ bringt verschiedene „omics“-Technologien und die dazugehörige Bioinformatik zusammen. Chemische Analytik für die supramolekulare Chemie hält das Gerätezentrum und Kompetenznetzwerk „BioSupraMol“ in Berlin vor. Spezifische Analytik steht auch im Mittelpunkt des „Münster Isotope Research Center“ mit einem umfassenden Angebot für die Geoforschung. Schließlich sind zwei Projekte in der Materialforschung und Strukturphysik angesiedelt: zum einen das „Ernst-Ruska-Centrum (ER-C)“ in Aachen/Jülich mit einzigartigen elektronenmikroskopischen Technologien, zum anderen in Erlangen das „Center for Nanoanalysis and Electron Microscopy (CENEM)“ zur Nanocharakterisierung mit Elektronen, Röntgenstrahlen und Rastersonden.

Die DFG verspricht sich von der Initiative eine Signalwirkung an den Hochschulen. Aus ihrer Sicht können die Maßnahmen vor allem modellhafte Impulse für effiziente Strukturen in der Gerätenutzung geben, deren Umsetzung gleichwohl natürlich eine Aufgabe der Hochschulen und Forschungseinrichtungen bleiben wird. „An den Hochschulen ist ein Umdenkungsprozess bei der Gerätenutzung in Gang gekommen. Hier existiert ein großer Bedarf, wie jetzt die Ausschreibung gezeigt hat“, betonte DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner nach den Förderentscheidungen im Hauptausschuss der DFG. Noch in diesem Jahr ist deshalb eine weitere Ausschreibung zu Gerätezentren geplant.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:
Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, presse@dfg.de
Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Johannes Janssen, Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik, Tel. +49 228 885-2430,

Johannes.Janssen@dfg.de

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie