Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam mit Afrika für den Erhalt der Artenvielfalt forschen

06.10.2008
Staatssekretär Meyer-Krahmer setzt nach Kongress auf verstärkte Kooperation

Der Reichtum an biologischer Vielfalt ist kein Luxusgut, sondern Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Doch die Artenvielfalt ist bedroht: Bevölkerungswachstum, vermehrte Landnutzung sowie die Auswirkungen des Klimawandels gefährden die Lebensgrundlagen in einer Tragweite, die bisher noch nicht wissenschaftlich erfasst wurde.

Um so bedeutender wird die Arbeit des afrikanisch-deutschen Forschungsnetzwerkes BIOTA. Über Ergebnisse und Zukunft von BIOTA AFRICA haben nun in Südafrika mehr als 350 Regierungsvertreter, Wissenschaftler sowie Repräsentanten von Interessengruppen und internationalen Organisationen diskutiert. Organisiert wurde der Kongress vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem nationalen südafrikanischen Institut für Biodiversität (SANBI).

Während des Kongresses wurden zahlreiche Projekte vorgestellt, die die ganze Bandbreite der Ansätze von BIOTA von der Grundlagenforschung bis hin zur Umsetzung auf lokaler Ebene aufzeigten. "Landwirte, lokale und nationale Entscheidungsträger sowie Regierungen müssen auf Veränderungen der Umwelt unmittelbar reagieren und für die Zukunft vorsorgen", sagte Staatssekretär Prof. Frieder Meyer-Krahmer am Montag in Bonn zu den Kongressergebnissen.

"Um das tun zu können, werden frühzeitig Informationen über zukünftige Trends benötigt. Hierzu entwickeln die an BIOTA mitwirkenden Wissenschaftler Szenarien, die uns Handlungsoptionen aufzeigen." Der Kongress habe zudem die internationale Zusammenarbeit weiter verbessert: "Auf Grundlage des gegenseitigen Vertrauens lädt das BMBF afrikanische Partner zu Gesprächen über die Gestaltung künftiger Kooperationen ein. Hier wird die Afrikastrategie der Bundesregierung ganz praktisch umgesetzt."

Die Bandbreite der Forschungsfragen in Afrika ist groß: In Südafrika und Namibia ist ein umfassendes Netz von Beobachtungsstationen entstanden, die als "Wetterstationen für die biologische Vielfalt" und als Entscheidungshilfe für die Landnutzung dienen. In Burkina Faso untersuchen die Wissenschaftler, wie Fischbestände von Veränderungen beeinflusst werden. In Ost-Afrika entwickeln die Forscher Modelle für eine nachhaltige Waldnutzung. Der Erhalt von Heilpflanzen und das Wissen um sie stehen im Kongo im Fokus. In Südwest-Äthiopien entwickeln die Forscher Konzepte für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der wertvollen Bergwälder mit den letzten Wildkaffee-Vorkommen. Bei allen Projekten stehen die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sowie der Erhalt wichtiger Lebensgrundlagen für die Bevölkerung im Vordergrund.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich afrikanische und deutsche Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen in BIOTA-Afrika zusammengetan, um Veränderungen auf dem gesamten Kontinent in vier Regionen zu untersuchen: BIOTA Süd (Südafrika, Namibia), BIOTA West (Burkina Faso, Elfenbeinküste, Benin), BIOTA Ost (Kenia, Uganda) und BIOTA Marokko. Mehr als 400 Wissenschaftler und mehr als 70 Institutionen arbeiten seit acht Jahren bei BIOTA-Afrika (Biodiversity Monitoring Transect Analysis in Afrika) zusammen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickeln sie Konzepte zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung biologischer Vielfalt. Gleichzeitig sorgen alle Partner dafür, dass in den afrikanischen Ländern das notwendige Know-how entsteht und dort weiter entwickelt werden kann. Alle Projekte werden vom BMBF und mehreren afrikanischen Institutionen gefördert. Damit ist BIOTA die größte wissenschaftliche Initiative zur Erforschung der komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Natur in Afrika.

Mehr Informationen zu den Projekten finden Sie im Internet unter www.biota-africa.org.

Weitere Informationen gibt es außerdem bei:

Dr. Arndt Wüstemeyer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Projektträger im DLR
Telefon: 0228 3821 534
E-Mail: arndt.wuestemeyer@dlr.de

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2383.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik