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Freiburg wird das »Sustainable Energy Valley«

05.06.2012
In Freiburg entsteht ein Leuchtturmprojekt des Landes Baden-Württemberg und der Fraunhofer-Gesellschaft. Inhaltlich geht es um die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Energie und Ressourcen. Gesamtinvestitionen von mehr als 80 Mio. € sind hierfür vorgesehen.

Mit großer Freude haben das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE die Erklärung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums des Landes Baden-Württemberg und der Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen, sich dafür einzusetzen, in Freiburg ein Leuchtturmprojekt auf dem Feld der nachhaltigen Erzeugung und Nutzung von Energie und Ressourcen zeitnah zu realisieren.

Am 4. Juni gaben Dr. Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft von Baden-Württemberg und Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, in Stuttgart bekannt, dass das Land Baden-Württemberg das gemeinsame Vorhaben von Fraunhofer ISE und Fraunhofer IPM »Sustainable Energy Valley« neben einer bestehenden Zusage in Höhe von 6 Mio. Euro voraussichtlich mit weiteren 34,8 Mio. Euro fördern wird. Zusammen mit einem erwarteten Fraunhofer-Anteil an Bundesmitteln handelt es sich um eine Gesamtinvestition in den Standort Freiburg in Höhe von 81,6 Mio. Euro.

Freiburg ist schon heute international eine der besten Adressen für anwendungsnahe Forschung auf den Gebieten erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die neuen Investitionen geben hier einen wesentlichen Schub nach vorn, um in bisher unerreichter Breite und Tiefe die Energiewende durch Innovationen zu ermöglichen.
Fraunhofer IPM: 54 Mio. € für einen Neubau auf dem Campus am Flugplatz

Entwicklungen von Fraunhofer IPM helfen der Industrie, die Ressourcen- und Kosteneffizienz von Produktionsprozessen sowie die allgemeine Sicherheit zu steigern. Drei Beispiele: Abgasmess-Systeme sorgen für emissionsarme und hocheffiziente Verbrennungsmotoren. Optische Inspektionssysteme decken in der Fertigung frühzeitig Defekte auf und erlauben somit Korrekturmaßnahmen, die den Ausschuss senken. Eine besondere Stärke des Hauses sind thermoelektrische Systeme, welche die Verstromung von ansonsten verlorener Abwärme ermöglichen. – Die Entwicklungen erreichen oft internationalen Leuchtturmcharakter, was durch zahlreiche Auszeichnungen sowie die globale Nachfrage nach den Fraunhofer IPM-Forschungsergebnissen sichtbar wird.

Aktuell ist das Gebäude von Fraunhofer IPM für die steigende Zahl an Mitarbeitern sowie den Bedarf an neuen Test- und Laborräumen viel zu klein. Deswegen ist ein Institutsneubau auf dem Gelände des ehemaligen Flugfelds vorgesehen. Dort ist bereits die technische Fakultät der Universität Freiburg ansässig: weitere Hochschuleinrichtungen werden folgen. Es bildet sich ein neues Universitätsquartier, ein optimales Umfeld für die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Fraunhofer IPM. Dafür sind Landesmittel in Höhe von 21 Mio. € vorgesehen. Für die Erweiterung von Fraunhofer IPM wurden zuvor bereits 6 Mio. € bewilligt. Zusammen mit dem Fraunhofer-Anteil stehen somit 54 Mio. € zur Verfügung, die einen ansprechenden und den heutigen Erfordernissen voll angepassten Neubau für sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fraunhofer IPM in Freiburg ermöglichen. Vorgesehen ist unter anderem eine Technikumhalle, um Entwicklungen vom Labormaßstab in die vorindustrielle Fertigung zu transferieren. Dafür sind in den 54 Mio. € insgesamt 12 Mio. € an Erstausstattungsmitteln enthalten.

Prof. Karsten Buse, Leiter von Fraunhofer IPM, ist von dieser Entwicklung begeistert: »Der Neubau wird Fraunhofer IPM zusätzlichen Schub geben: Viel bessere räumliche Entfaltungsmöglichkeiten und strategisch platzierte Erstausstattung wecken sehr große Vorfreude auf den Bezug des Neubaus. Sehr dankbar sind wir für die außerordentlich konstruktive Unterstützung durch die Universität Freiburg, die in die Pläne frühzeitig involviert wurde. Diese Investition in den Campus am Flugplatz wird zu einer noch engeren und vorteilhafteren Vernetzung führen. Besonders freuen wir uns auch über die Unterstützung durch die Abgeordneten der Regierungsparteien, welche die Interessen unserer Region in Stuttgart so erfolgreich vertreten.«

Fraunhofer ISE: 27,6 Mio. € für einen Solar-Campus im Bereich Berliner-Allee und Heidenhofstraße

»Wir freuen uns außerordentlich über das Engagement des Landes, das durch diese Bündelung und Stärkung vorhandener FuE-Ressourcen in Freiburg einen deutlichen Akzent im Rahmen der Energiewende setzt«, so Prof. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. »Die seit mehr als 30 Jahren breite und interdisziplinäre Forschung des Fraunhofer ISE erfährt in Verknüpfung mit den themenverwandten Partnern vor Ort eine noch stärkere Schlagkraft, um die Industrie bei der Bewältigung der großen Herausforderungen der Energiewende zu unterstützen.«

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE ist mit etwa 1100 Mitarbeitern das größte Solarforschungszentrum Europas. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre führt zu einer permanenten Platzknappheit – für Mitarbeiter aber auch für notwendige Infrastruktur. Zur Erforschung und Entwicklung höchsteffizienter Solarzellen ist ein neuer, leistungsfähiger Reinraum unabdingbar. Diesen Neubau und die dazugehörige Erstausstattung wird das Land voraussichtlich mit 12,3 Mio. € fördern, weitere 12,3 Mio. € kommen als Bundesmittel über die Fraunhofer-Gesellschaft hinzu. Die Errichtung ist an der Berliner Allee geplant.

Nach dem Umzug von Fraunhofer IPM in seinen Neubau soll im jetzigen IPM-Gebäude, das direkt an Fraunhofer ISE angrenzt, ein Zentrum zur Erforschung und Entwicklung von Technologien zur Transformation des Energiesystems aufgebaut werden. Denn so erfolgreich der Ausbau der erneuerbaren Energien funktionieren mag, ohne einen umfassenden Umbau des gesamten Systems bleibt nur ein Flickenteppich an Maßnahmen. Deshalb sind Themenfelder wie Energiespeicher (Strom und Wärme) ebenso zu lösen wie die Frage nach der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Weitere Aktivitäten sind energieeffiziente, netzreaktive Gebäude, Biomasse und synthetische Energieträger, aber auch Konzepte für klimaneutrale Quartiere und Städte und die Entwicklung eines integralen Strom- und Wärmemodells für das deutsche Energiesystem. Die Umbaukosten des ehemaligen IPM-Gebäudes belaufen sich einschließlich relativ geringer Erstausstattung auf 3 Mio. € mit einem Landesanteil von 1,5 Mio. €.

Durch diese räumlichen Erweiterungen bildet das Dreieck »Heidenhofstraße«, »Elsässer Straße« und »Berliner Allee« ein Areal mit sehr starker Nutzung durch Fraunhofer ISE – die Bildung eines Solar-Campus zeichnet sich ab.

Holger Kock | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de/
http://www.ipm.fraunhofer.de/

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