Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsergebnisse weltweit sichtbar machen

26.10.2011
„Success Stories“ zeigen den Mehrwert von Open Access für unterschiedliche Akteure / DFG-Präsident Kleiner: Offenes Wissen ist eine strategische Frage für den Forschungsstandort

Wissenschaftliches Wissen und Forschungsdaten frei und kostenlos zugänglich zu machen – das ist das Ziel von Open Access. International, vor allem in Europa und den USA, ist die Idee weit verbreitet. In Deutschland unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gezielt die Möglichkeiten des Open-Access-Publizierens in allen Disziplinen.

Die „International Open Access Week“ vom 24. bis 30. Oktober 2011 lädt auch deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen ein, vor Ort über laufende oder geplante Open-Access-Aktivitäten zu informieren und dabei für den uneingeschränkten Zugang zu Wissen aus öffentlich geförderter Forschung zu werben. „Der freie Zugriff auf wissenschaftliche Informationen fördert die internationale Vernetzung der Wissenschaft und trägt wesentlich zur besseren Wahrnehmung deutscher und europäischer Forschung weltweit bei. Damit ist Open Access zu einer wichtigen strategischen Frage für den Forschungsstandort Deutschland geworden", unterstreicht DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner.

Zur weltweiten Open-Access-Aktionswoche ist eine englischsprachige Informationsplattform online gegangen: www.oastories.org. Diese ist im Auftrag des Netzwerks Knowledge Exchange, dem auch die DFG angehört, entstanden und veranschaulicht in Projektporträts und Interviews mit Verantwortlichen Initiativen aus derzeit elf Ländern. Sie zeigen, wie und wodurch unterschiedliche Akteure davon profitieren, dass sie Forschungsergebnisse im Open Access bereitstellen. Zu den Beispielen aus Deutschland zählt das weltweit größte E-Journal für qualitative Sozialforschung „Forum: Qualitative Social Research“ (FQS). Die 1999 gegründete, dreisprachige Open-Access-Zeitschrift www.qualitative-research.net, von der DFG in ihrer Pilotphase finanziert, hat sich nicht nur als Publikationsorgan einen Namen gemacht, sondern sich als Netzwerk für Forschende in diesem Feld etabliert. Dr. Katja Mruck, FQS-Gründerin und Redakteurin im Interview: „We are (...) part of a truly international and truly interdisciplinary community. This is completely different from the situation in 2000. Completely. Open access has helped us to get international.“

Um den Mehrwert der internationalen Sichtbarkeit und fachlichen Vernetzung nutzen zu können, muss Open Access den Eigenarten und Bedürfnissen unterschiedlicher Fachkulturen Rechnung tragen. Damit verbindet sich ein Blickwechsel von den Zeitschriften, Hauptorgan wissenschaftlicher Ergebnisse in den Lebens- und Naturwissenschaften, zu den Monografien, die für die Geisteswissenschaften weiterhin das (Prestige-)Medium der Wahl sind. Auf der Suche nach neuen und fachadäquaten Finanzierungs- und Kooperationsmodellen hat der DFG-geförderte Exzellenzcluster „Topoi“ ein Pilotprojekt mit dem de Gruyter-Verlag initiiert, das darauf abzielt, Monografien nicht nur weiterhin in der hochwertigen, für viele unverzichtbaren Druckfassung, sondern zusätzlich in einer ebenfalls vom Verlag betreuten Open-Access-Version anzubieten. Umgesetzt wird der Pilot mit der seit 2010 bei de Gruyter publizierten Reihe „Topoi. Berlin Studies of the Ancient World“, deren erster Band „Babylon – Wissenskultur in Orient und Okzident“ bereits vorliegt. Weiter zu erproben und auszuwerten bleibt, ob dieses Kooperationsmodell in den buchbetonten geisteswissenschaftlichen Disziplinen Schule machen kann.

Schule gemacht hat bereits ein anderes Kooperationsmodell: peDOCS, www.pedocs.de. Diese Open-Access-Plattform für die Erziehungswissenschaft kooperiert nach erst dreijähriger Laufzeit mit mehr als 25 erziehungswissenschaftlichen Verlagshäusern. So werden wichtige Fachpublikationen in der Verlagsversion als Zweitveröffentlichung frei im Internet zugänglich. Einige Partner geben komplette Zeitschriftenjahrgänge frei, andere ausgewählte Beiträge aus aktuellen Sammelbänden. Durch die Einbettung von peDOCS, das von der DFG unterstützt wird, in das elektronische Fachportal Pädagogik sind die Informations- und Forschungsressourcen schnell recherchier¬bar und uneingeschränkt am Bildschirm nutzbar.

Das langfristige Ziel der DFG ist, allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen den schnellen und für Nutzerinnen und Nutzer kostenfreien Zugriff auf Quellen, Daten und Forschungsergebnisse zu eröffnen. Deshalb fördert die DFG gezielt die Umsetzung des Open-Access-Paradigmas. Sie weiß sich darin mit der „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“ verbunden, die im Sommer 2008 die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ gestartet hat. Diese geht von der Vision einer umfassenden digitalen Forschungsumgebung aus: Forschende und Lehrende sollen direkt von ihrem Arbeitsplatz auf alle wissenschaftsrelevanten Informationen, Datenbanken und Plattformen zugreifen können. Dafür spielen bereits heute und erst recht in der Zukunft erfolgreiche Open-Access-Projekte und -Initiativen eine unverzichtbare Rolle.

Weiterführende Informationen

www.oastories.org
www.qualitative-research.net
www.topoi.org/knowledge-transfer/publications/topoi-series/
www.pedocs.de
Für Fragen zu rechtlichen, organisatorischen und technischen Fragen im Zusammenhang mit Open Access:

www.open-access.net/

Ansprechpartner bei der DFG:

Dr. Johannes Fournier, Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme,

Tel.: + 49 228 885 2418, johannes.fournier@dfg.de

Dr. Rembert Unterstell, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel.: + 49 228 885 2275, rembert.unterstell@dfg.de

Dr. Rembert Unterstell | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: DFG Disziplin Forschende Forschungsstandort Monografien Open Access Vernetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise