Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung: Nachwuchs hat erste Priorität

18.05.2009
Jahresbericht 2008 des Schweizerischen Nationalfonds (SNF)

Mit über 660 Millionen Franken förderte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) im Jahr 2008 Forschungsvorhaben in Rekordhöhe. Zur Zeit unterstützt er unter anderem rund 5700 junge Forschende.

Dennoch befürchtet der SNF, dass die Schweiz mittelfristig beim wissenschaftlichen Nachwuchs in einen Rückstand geraten könnte. Er will deshalb die Nachwuchsförderung verstärken.

Die Forschungsförderung in der Schweiz holt auf

Als bedeutendste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung investierte der SNF 2008 so viel wie noch nie in den

Forschungsplatz Schweiz: total 662 Mio. Franken (Vorjahr: 531 Mio.). Dank des vom Bund gesprochenen Mittelzuwachses konnte der SNF mehr Forschungsgesuche bewilligen. Erfreulicherweise bewegt sich die Erfolgsquote (Verhältnis der bewilligten zu den beantragten Mittel) von 55 Prozent nun wieder auf dem früheren Niveau, nachdem sie 2004 mit 40 Prozent einen Tiefpunkt erreicht hatte. Der Anstieg der finanziellen Mittel ist auf den Willen von Bundesrat und Parlament zurückzuführen, die Vergabe von Forschungsgeldern gemäss dem Wettbewerbsprinzip zu stärken. Auf Grund der steigenden Anzahl Gesuche zeichnet sich 2009 beim SNF aber bereits wieder ein Rückgang der Erfolgsquote ab.

Drohender Rückstand beim eigenen Nachwuchs

Die Anzeichen häufen sich, dass die Schweiz beim wissenschaftlichen Nachwuchs in einen Rückstand geraten könnte. Der Forschungsplatz ist zwar attraktiv. Den Hochschulen gelingt es immer wieder, sowohl Spitzenforschende wie auch Nachwuchskräfte aus dem Ausland zu engagieren. Der Schweizer Nachwuchs hingegen ist auf manchen Gebieten dünn gesät. Das liegt nicht allein an der bekannten Tatsache, dass gewisse Fachgebiete der Naturwissenschaften zu geringe Studierendenzahlen aufweisen. Auch die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen wählen zu häufig eine berufliche Laufbahn ausserhalb der Wissenschaft. So nimmt beispielsweise die Anzahl der Stu-dienabgänger, die anschliessend ein Doktorat machen, seit längerem ab - nicht zuletzt in den Naturwissenschaften. Eine vom SNF in Auftrag gegebene Studie zeigt Gründe auf, warum vor allem junge Frauen das System verlassen. Unter anderem lässt sich eine akademische Karriere schlecht mit einer Familie vereinbaren. Zudem erhalten Frauen weniger laufbahnspezifische Unterstützung durch Professoren und Professorin-nen (Mentoring) und sie sind weniger gut in wissenschaftliche Kontaktnetze eingebunden.

SNF setzt auf junge Forschende

Wie der soeben erschienene Jahresbericht 2008 zeigt, engagiert sich der SNF bereits sehr stark für den Nachwuchs. Durch spezielle Förderungsinstrumente schafft der SNF Karrierechancen und ermöglichte 2008 beispielsweise 520 Stipendiatinnen und Stipendiaten einen Forschungsaufenthalt im Ausland. Ausserdem lancierte er mit Ambizione ein neues Instrument, welches jungen Forschenden durch die Finanzierung eines ersten eigenständigen Projekts die Rückkehr in die Schweiz erleichtert.

Nicht nur in der Personenförderung sondern auch durch die Projektförderung wird primär der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert. So sind von den unterstützten Projektmitarbeitenden 97 Prozent der Doktorierenden und 62 Prozent der übrigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 35 Jahre alt oder jünger.

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu sichern, werden künftig weitere Anstrengungen nötig sein - deshalb steht die Nachwuchsförderung zuoberst auf der Prioritätenliste des SNF.

Nachwuchs auch für Wirtschaft wichtig

Neben dem akademischen System ist auch die Privatwirtschaft, die eigene Forschung betreibt, interessiert an hochqualifizierten jungen Forschenden. Da die Forschungsbudgets vieler Unternehmen angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise gefährdet sind und sie deshalb weniger Nachwuchskräfte rekrutieren können, ist es umso wichtiger, dass der SNF zusammen mit den Hochschulen junge Talente weiterhin kräftig fördert, damit sie dem Forschungsplatz Schweiz erhalten bleiben.

Internationale Vernetzung wird wichtiger

Exzellente Forschung bedingt in der Regel die Zusammenarbeit mit führenden ausländischen Partnern. Der steigenden Wichtigkeit der internationalen Vernetzung trägt der SNF mit verschiedenen Neuerungen Rechnung. So hat er mit ausländischen Schwesterorganisationen ein vereinfachtes Verfahren für die Evaluation von grenzüberschreitenden Projekten eingeführt. Zudem erleichtert das 2008 für die Förderung grösserer Verbundprojekte lancierte Instrument Sinergia die Zusammenarbeit mit ausländischen Forschergruppen.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF)

Der SNF mit Sitz in Bern fördert im Auftrag des Bundes die wissenschaftliche Forschung in der Schweiz. Er unterstützt Projekte aus sämtlichen Disziplinen. Die Gesuche stehen in gegenseitiger Konkurrenz und werden auf nationaler wie internationaler Ebene durch "peer-reviews" geprüft. Mit diesem Verfahren gewährleistet der SNF die Qualität der mit staatlichen Geldern finanzierten Projekte.

Bestellung
Sie können den Jahresbericht 2008 (in Deutsch oder Französisch) sowie weitere Publikationen des SNF kostenlos unter folgender Adresse bestellen: www.snf.ch > Über uns > Publikationen
Schweizerischer Nationalfonds
Presse- und Informationsdienst
Wildhainweg 3
Postfach 8232
CH-3001 Bern
E-Mail: pri@snf.ch
Tel.: +41 (0)31 308 23 85
Kontakt:
Schweizerischer Nationalfonds
Presse- und Informationsdienst
Helen Jaisli
Tel.: +41 (0)31 308 23 78
E-Mail: hjaisli@snf.ch

| idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften