Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Hochschulen sehen Internationalisierung als zentrales Element einer Hochschulstrategie

12.10.2009
Ergebnisse der EUA-Herbstkonferenz an der Justus-Liebig-Universität Gießen - Transnationale Bildung, Mobilität, Forschungskooperation, internationale Personalrekrutierung und Doppelabschlussprogramme im Fokus

Die Internationalisierung ist zu einem zentralen Element jeder Hochschulstrategie geworden, um die Qualität in Lehre und Forschung zu verbessern. Vor diesem Hintergrund haben sich vom 8. bis 10. Oktober 2009 über 300 Führungskräfte von Hochschulen und politische Entscheidungsträger aus über 40 Ländern zur Herbstkonferenz der European University Association (EUA) an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) versammelt, um drei Tage lang über neueste Trends, Herausforderungen und Strategien zu diskutieren.

In seiner Abschlussrede am vergangenen Samstag, 10. Oktober 2009, fasste EUA-Präsident Jean-Marc Rapp die wichtigsten Trends und Aussagen, die im Laufe der Konferenz diskutiert wurden, zusammen. Hierzu zählten etwa die Bereiche transnationale Bildung, Mobilität, Forschungskooperation, Doppelabschlussprogramme, internationale Personal- und Studierendenrekrutierung.

- Die Universitäten müssen sich künftig besser mit Internationalisierungsfragen auseinandersetzen. Dies wiederum sollte eine der Grundlagen sein, Kooperationen und Partnerschaften mit internationalen Universitäten einzugehen. Gleichzeitig sollte die Leitungsebene ihre nationalen, regionalen und europäischen Aufgaben nicht vernachlässigen.

- Der Bologna-Prozess außerhalb Europas: Das Know-how und die Maßnahmen, entwickelt im Rahmen von Bologna, sollten genutzt werden, die internationalen Kooperationen außerhalb Europas anzukurbeln. Dies bedeute aber nicht, den gesamten Prozess einfach in andere Regionen zu exportieren.

- Internationalisierung kann nur dann erfolgreich sein, wenn internationale Studierende und Mitarbeiter voll in die "Hochschulgemeinde" integriert sind - auch hinsichtlich ihrer Einstellungen. Integration sei keine Einbahnstraße.

- Transnationale Bildung (TNE = Transnational education): Die verschiedenen nationalen Versuche hinsichtlich einer transnationalen Bildung unterscheiden sich sehr voneinander und haben einen starken Einfluss bei der Ausgestaltung der vorhandenen Programme. Eine echte "europäische Dimension" hinsichtlich TNE gibt es bislang nicht, könnte aber durchaus entstehen, sofern die Programme auf europäischer Ebene finanziert würden. Konferenzteilnehmer hegen jedoch Bedenken hinsichtlich einer wachsenden Kommerzialisierung und einer "Mac-Donaldisierung" in der Hochschulbildung. Internationalisierung sollte nicht gleichgesetzt werden mit "Geschäftsinteressen und unternehmerischem Risiko".

- Die besondere Rolle der Internationalisierung hinsichtlich Qualität in Lehre und Forschung wurde besonders betont, allerdings fragten sich viele Teilnehmer, wie Qualität gewährleistet und bewertet werden kann? Qualität bedeutet nicht, dass Hochschulen nur jenen Hochschulen und Ländern vertrauen, die die gleichen Programme und Standards haben.

- Physische Mobilität ist essenziell in der "internationalen Denkweise" und es müsste deutlich mehr getan werden, die Mobilität der Studierenden zu erhöhen - sowohl für diejenigen, die von außen kommen als auch für diejenigen, die ins Ausland gehen. Im Rahmen der Konferenz wurden einige Vorschläge zur Verbesserung der Mobilität gemacht, wie etwa bessere Informationspolitik für potentielle Studierende und ein Verhaltenskodex für Mobilität. Die Teilnehmer betonten, dass die vertikale Mobilität (zwischen den Abschlusszyklen) verbessert werden muss - etwa durch flexiblere Anerkennungsverfahren insbesondere für den Master.

Die European University Association (EUA) ist die Vertretungsorganisation der Universitäten, Hochschulen und nationalen Rektorenkonferenzen in 46 europäischen Ländern. Die EUA spielt eine entscheidende Rolle im Bologna-Prozess und hat großen Einfluss auf die EU-Politik in Bezug auf Hochschulbildung, Forschung und Innovation. Dank der Interaktion mit ihren Mitgliedern und einer Reihe anderer europäischer und internationaler Organisationen stellt die EUA sicher, dass die unabhängige Stimme der europäischen Universitäten überall dort gehört wird, wo Entscheidungen getroffen werden, die sich auf die Aktivitäten der Universitäten auswirken.

Die EUA verfügt über eine einmalige Sachkenntnis im Bereich Lehre und Forschung und bietet ein Forum für den Austausch von Ideen und guter Praxis zwischen den Universitäten. Die Ergebnisse der Arbeit der EUA werden den Mitgliedern und Beteiligten auf Konferenzen, Seminaren, der Webseite und in sonstigen Veröffentlichungen vermittelt.

Kontakt:
European University Association: Andrew Miller
Tel: +32 2 788 5313; E-Mail: andrew.miller@eua.be
Justus-Liebig-Universität Gießen
Charlotte Brückner-Ihl, Lisa Dittrich, Caroline Link
Telefon: 0641 99-12041/2/3/8; E-Mail: pressestelle@uni-giessen.de

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.eua.be/giessen
http://www.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE