Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa investiert kräftig in Forschung und Innovation

28.01.2014
Forschungsprogramm Horizont 2020 ist mit 77 Milliarden Euro gestartet / Neue Chancen für Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa

Das neue EU-Forschungsrahmenprogramm, Horizont 2020, ist in Deutschland gestartet. Mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 77 Milliarden Euro und einer neuen Struktur ist es das weltweit größte, in sich geschlossene Forschungs- und Innovationsprogramm. Es bündelt ab 2014 die Forschungsförderprogramme auf europäischer Ebene und ist stärker als die bisherigen Programme auf Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ausgerichtet.

Auf der noch bis morgen in Berlin stattfindenden Nationalen Auftaktveranstaltung sagte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, dass Horizont 2020 die Forschungs- und Innovationskraft von Deutschland und ganz Europa deutlich stärken wird. "Horizont 2020 ermöglicht uns einen zusätzlichen Investitionsschub über Ländergrenzen hinweg. Es bedeutet Fortschritt und Entwicklung für Europa. Wir haben die Chance, die Zukunft Europas gemeinsam zu gestalten und die Lebensqualität der Menschen entscheidend zu verbessern", so Bundesforschungsministerin Wanka.

"Horizont 2020 wird die bislang bestehende Lücke zwischen Forschung und Innovation schließen. Es wird einen wichtigen Beitrag zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätzen und Wohlstand in Europa leisten und die weltweite Attraktivität Europas für Wissenschaft und Wirtschaft steigern", erklärte die Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft der Europäischen Kommission, Máire Geoghegan-Quinn, heute in Berlin.

Das neue Programm ermöglicht die Förderung von Forschung und Innovation von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung. Dabei stärkt Horizont 2020 zum einen den Europäischen Forschungsrat, der exzellente Grundlagenforschung fördert, und ist zum anderen gegenüber den Vorgängerprogrammen deutlich stärker auf die Anwendung der Forschungsergebnisse ausgerichtet. So bieten sich jetzt zum Beispiel für die deutschen Fachhochschulen mit ihrer hohen Anwendungsorientierung in der Forschung und ihren hervorragenden Kontakten zu Unternehmen gute Chancen beim Wettbewerb um Fördergelder. Auch für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) wurden verbesserte Fördermöglichkeiten geschaffen.

Neu an Horizont 2020 ist ebenfalls die stärkere Unterstützung von Ländern, die bisher in den Forschungsrahmenprogrammen unterrepräsentiert waren. Mitgliedsländer der Europäischen Union erhalten durch die Verknüpfung von Horizont 2020 mit Strukturfonds verbesserte Fördermöglichkeiten. Das stärkt gleichzeitig den Wettbewerbsgedanken um die besten Ideen, der dem Förderprogramm zugrunde liegt.

Vereinfacht wurden Antrags- und Verwaltungsverfahren. So gibt es nur noch ein Kostenmodell für alle Antragsteller und es wurde eine Pauschale für die indirekten Kosten eingeführt. Zudem wurde festgelegt, dass die Zeiten bis zur Bewilligung der Projekte verkürzt werden. So gibt es jetzt ein "fast-track to-Innovation" Instrument, um die Zeiten von der Idee bis zum Projektstart gerade für Unternehmen zu reduzieren.

Im 7. Forschungsrahmenprogramm, dem Vorläufer von Horizont 2020, hat Deutschland die eingeworbenen Fördermittel kontinuierlich gesteigert, zuletzt im Jahr 2012 auf rund 1,2 Milliarden Euro. Rund 38 Prozent der Mittel gingen dabei an Hochschulen, 34 Prozent an Forschungseinrichtungen und 26 Prozent an Unternehmen. Insbesondere KMU waren im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders erfolgreich, was ein Zeichen für die Innovationskraft deutscher Unternehmen ist.

Horizont 2020 hat ein gegenüber dem Vorgängerprogramm um rund 27 Prozent gesteigertes Fördervolumen. Daraus ergibt sich eine realistische Chance für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland, insgesamt jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro aus Brüssel einzuwerben.

Die Nationale Auftaktveranstaltung bietet Vertretern von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen umfangreiche Möglichkeiten, sich über das neue Rahmenprogramm zu informieren und sich in Workshops konkret zur Antragstellung und Teilnahme an Horizont 2020 beraten zu lassen.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/de/959.php
http://www.horizont2020.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie