Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Programm mit ETH-Beteiligung zum Klimawandel - Mit Innovation aus der Klima-Falle

17.12.2009
Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) lanciert eine neuartige Initiative gegen den Klimawandel. Das so genannte "Klima-KIC" umfasst europäische Top-Universitäten, namhafte Firmen sowie Partner der öffentlichen Hand. Die ETH Zürich ist einer der akademischen Kernpartner in diesem neuen Forschungs-, Ausbildungs- und Innovationsnetzwerk.

Während die Staatschefs in Kopenhagen noch über ein Klima-Abkommen verhandeln, lanciert das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) in Budapest eine Initiative, die es in diesem Ausmass auf europäischer Ebene im Bereich Klimaforschung noch nie gegeben hat.

Mit der Knowledge and Innovation Community zum Thema Klimawandel, Minderung und Anpassung - kurz Klima-KIC - sollen konkrete Antworten und Lösungen gefunden werden, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken. Beteiligte Hochschulen, Firmen und Organisationen der öffentlichen Hand (siehe Abschnitt "Die Partner des Klima-KIC") versprechen sich davon einen Innovationsschub und wollen Unternehmer und Fachleute mit entsprechenden Aus- und Weiterbildungsprogrammen für die kommenden Herausforderungen wappnen.

Hohes Investitionsvolumen

Mit beantragten 120 Mio. Euro an das EIT war geplant, dass die Partner ihrerseits rund fünfmal diesen Betrag einbringen würden, womit dem Klima-KIC für die nächsten vier Jahre rund 750 Mio. Euro zur Verfügung stehen würden. Der konkrete Beitrag des EIT ist bislang nicht bekanntgegeben worden, womit diese Zahlen noch Gegenstand von Gesprächen sein werden. Die Finanzmittel der EU für das Klima-KIC wurden im Wettbewerbsverfahren vergeben. Schliesslich erhielt dasjenige Projekt den Zuschlag, an dem auch die ETH Zürich beteiligt ist. «Dass wir als Hochschule eines Nicht-EU-Landes bei dieser wegweisenden Initiative nun an vorderster Front mitmachen, ist eine sehr gute Nachricht - sowohl für die ETH Zürich wie auch für die ganze Schweiz», kommentiert ETH-Präsident Ralph Eichler den Entscheid des EIT.

«Wenn wir die Auswirkungen der Klimaerwärmung eindämmen wollen, müssen wir die Art und Weise überdenken, wie wir konsumieren, produzieren, Waren und Dienstleistungen verteilen, und wie wir mit Energie, Nahrung und Wasser umgehen», sagt ETH-Professor Nicolas Gruber, der das Projekt an der ETH leitet. Dabei gelte es zahlreiche Probleme zu lösen, damit die Treibhausgase im gewünschten Ausmass sinken. So müssen beispielsweise Werkzeuge und Messverfahren erst noch entwickelt werden, um den CO2-Ausstoss nicht nur global, sondern bis auf die Stufe von einzelnen Unternehmungen oder Privathaushalte bestimmen zu können.

Breites Wissen nutzen

Mit einem der zahlreichen Forschungsprojekte will das Klima-KIC z.B. einen Überprüfungsstandard zur Messung des CO2-Ausstosses entwickeln. Gruber sieht eine der Hauptstärken der Allianz darin, dass hier Kompetenz entlang der ganzen Wertschöpfungskette zusammenkommt. Aus der Industrie stammt z.B. das Know-how für Sensoren-Netzwerke, Hochschulen wie die ETH Zürich können ihre Stärken in der Modellierung ausspielen und die Partner der öffentlichen Hand schliesslich sind wichtige Bindeglieder, um die entwickelten technischen Konzepte im Alltag auszutesten und den Lösungen schliesslich auf politischer Ebene zum Durchbruch zu verhelfen.

Zürich als regionales KIC-Zentrum

Die Initiative Klima-KIC wird sich schwergewichtig auf vier Themenfelder konzentrieren: Den Klimawandel messen und seine Haupttreiber kontrollieren, Übergang zu Städten mit tiefem CO2- Ausstoss, angepasstes Wassermanagement sowie CO2-neutrale Energie- und Produktionssysteme. Die Initiative will eine Generation von Unternehmern aus- und weiterbilden, die über das notwendige Rüstzeug und Wissen verfügt, um klimaschonende Technologien und Lösungen zu entwickeln. Dreh- und Angelpunkte für die Forschungs- und Ausbildungsprogramme sind fünf regionale Zentren (so genannte "Co- Location Centers") in Berlin/Potsdam, London, Paris, Utrecht und schliesslich in Zürich. Auf regionaler Ebene werden weitere Partner die ETH Zürich beim Aufbau und dem Betrieb des Zentrums unterstützen: So z.B. die Stadt Zürich, VIVA!campus, Eawag, IBM und Siemens, sowie das Firmennetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften ÖBU. Das nächste Ziel ist ein rascher Aufbau des Zentrums, so dass im dritten Quartal 2010 das Klima-KIC seinen Betrieb aufnehmen kann.

Das EIT orientiert morgen Donnerstag, 17. Dez. 2009, um 11.15 Uhr, an einer Medienkonferenz in Brüssel über die "Knowledge and Innovation Communities (KICs).

Mehr dazu unter: http://eit.europa.eu/home.html (Siehe: Upcoming
events)
Die Konferenz wird live übertragen unter:
http://scic.ec.europa.eu/str/basic/berlsal7/
Die Partner des Klima-KIC
Im neu geschaffenen Netzwerk gibt es verschiedene Arten der
Partnerschaft: Akademische Kernpartner (5): ETH Zurich (Schweiz), Imperial College (GB), ein deutsches Konsortium, angeführt durch das Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung, ein französisches Konsortium (IPSL, CEA, ParisTech, UVSQ, INRA, MeteoFR, Advancity) sowie ein holländisches Konsortium u.a. bestehend aus den Universitäten Utrecht, Delft und Wageningen. Partnerfirmen (10) sind: Bayer, Beluga Shipping GmbH, Cisco, DSM, EDF, SAP, Schiphol, Shell, Solar Valley, and Thales. Regionaler Partner (1): Ein Verbund bestehend aus Zentral-Ungarn, Niederschlesien (Polen), Midlands (GB), Hessen (D), Emilia-Romagna (IT) und Valencia (SP).
Mehr zum EIT unter: www.eit.eurpopa.eu Mehr zum Klima-KIC unter:
www.climate-kic-proposal.org/ (inkl. Beschreibungen der Partner)

Prof. Peter Chen | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ethz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie