Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU fördert internationale Forschungsprojekte der Universität Konstanz in Millionenhöhe

25.02.2011
Neue Verbundprojekte in der Abteilung Photovoltaik

An der Universität Konstanz wurden in der von Prof. Dr. Giso Hahn geleiteten Abteilung Photovoltaik zwei neue, von der Europäischen Union (EU) geförderte Forschungsprojekte eingeworben.

Das EU-weite Verbundprojekt „20plµs“ (20 percent efficiency on less than 100 μm thick industrially feasible c-Si solar cells, http://www.20plus-pv.eu), mit einem Gesamtvolumen von sieben Millionen Euro, wird von der Universität Konstanz koordiniert.

Frau Dr. Barbara Terheiden, stellvertretende Abteilungsleiterin der Konstanzer Photovoltaik, leitet das Projekt mit Forschungspartnern aus ganz Europa: Die Hochschule École Polytechnique Fédérale de Lausanne, (EPFL, Lausanne, Frankreich), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE, Freiburg, Deutschland), das National Renewable Energy Centre (NaREC, Blyth, Großbritannien), die Firma Projects in Solar Energy (PSE, Freiburg, Deutschland), die Solarzellenhersteller Photovoltech (Tienen, Belgien) und Q-Cells (Thalheim, Deutschland) sowie der Maschinenproduzent Mechatronics Systemtechnik GmbH (Villach, Österreich) sind an dem Projekt beteiligt.

Ziel des Projekts 20plµs ist es, Solarzellen zu entwickeln, die deutlich dünner und trotzdem effizienter sein werden, als bisher üblich. Aus kristallinem Silizium sollen Solarzellen mit einer Dicke von höchstens 100 Mikrometern entstehen, die gleichzeitig einen Wirkungsgrad von mindestens 20 Prozent zeigen werden. Dabei wird es aber nicht bei reinen Forschungsergebnissen bleiben: Die teilnehmenden Forschungspartner haben es sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der Zellen auch in eine industrielle Pilotfertigungslinie zu transferieren. „Das heißt, dass wir einen Tauglichkeitstest für die Praxis durchführen und zeigen werden, dass die von uns entwickelten Technologien auch bei hohen Durchsätzen industriell anwendbar sind“ fasst Dr. Terheiden die Herausforderung des Projekts zusammen. Bei einer Laufzeit von drei Jahren beläuft sich der Anteil der Fördersumme für die Universität Konstanz auf rund 1,2 Millionen Euro. Der Großteil des Budgets, über 75 Prozent, werden als Personalmittel für wissenschaftliche und technische Angestellte eingesetzt, während die verbleibenden Gelder für Verbrauchsmittel und Reisen zu den notwendigen Projekttreffen verwendet werden.

Dr. Barbara Terheiden leitet auch das zweite von der Universität Konstanz eingeworbene Projekt: „R2M-Si“ (Roll to Module processed Crystalline Silicon Thin-Films for higher than 20% efficient modules). In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Freiburg, Deutschland), dem Forschungszentrum Interuniversity Microelectronics Centre (IMEC, Leuven, Belgien), dem physikalisch-technischen Abram F. Ioffe-Institut (St. Petersburg, Russland), den Firmen RENA GmbH (Gütenbach, Deutschland) und S'Tile SA (Poitiers, Frankreich) sowie dem Forschungsinstitut SINTEF (Trondheim, Norwegen) sollen hier noch dünnere Solarzellenmodule, basierend auf Silizium-Dünnschichten, entwickelt werden. Allerdings liegt das Forschungsinteresse in einem kreativen Produktionsansatz: Wie es der Titel des Projekts andeutet, sollen dünne Silizium-Schichten von einem runden Silizium-Kristall abgerollt werden anstatt den Kristall in Scheiben zu sägen. Die in diesem innovativen Vorhaben hergestellten Solarzellen sollen einen Wirkungsgrad von mindestens 20 Prozent erlauben. Die Konstanzer Wissenschaftlerin Dr. Terheiden betont: „Wenn es uns gelänge, ein solches Roll-to-Module-Verfahren zu entwickeln, könnten große Fortschritte für die Herstellung von Solarzellen erzielt werden. Es wäre möglich, mit deutlich geringeren Kosten als bisher ein sehr hochwertiges Silizium zu erzeugen.“

Auch für das Projekt „R2M-Si“ ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen, bei einem Gesamtvolumen von knapp vier Millionen Euro beträgt der Förderanteil für die Universität Konstanz rund 450.000 Euro.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
78457 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de
Dr. Barbara Terheiden
Universität Konstanz
Fachbereich Physik
Arbeitsgruppe Photovoltaik
Jacob-Burckhardt-Straße 29
78464 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-2079
E-Mail: barbara.terheiden@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften