Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste bilaterale Forschungskooperation zwischen Qatar und Deutschland unterzeichnet

01.10.2010
Das erste gemeinsame Forschungsprojekt der Fraunhofer-Gesellschaft und des Qatar Science & Technology Park markiert einen Meilenstein in den Beziehungen und im Austausch von Know-how zwischen beiden Ländern.

Ziel ist die klimaneutrale Gewinnung von Wasserstoff aus Erdgas mittels Solarenergie. Das Projekt wird zu gleichen Teilen vom Qatar Science & Technology Park und dem Land Sachsen aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Der Qatar Science & Technology Park (QSTP) und die Fraunhofer-Gesellschaft haben heute im Fraunhofer-Forum Berlin einen offiziellen Kooperationsvertrag zum Projekt „Solar Carbon Black“ unterzeichnet.

Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts, für das die Texas A&M University in Qatar als Kooperationspartner gewonnen werden konnte, ist die Entwicklung eines Reaktors für solarthermische Anwendungen.

In Anwesenheit Ihrer Hoheit Scheicha Moza bint Nasser Al-Missned, Vorsitzende der Qatar Foundation mit Sitz in Doha, und Dr. Johannes Beermann, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei, unterzeichneten Dr. Tidu Maini, Forschungs- und Entwicklungsberater der Scheicha und Direktor des Qatar Science & Technology Park, sowie Professor Dr. Ulrich Buller, Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft, den Kooperationsvertrag. Details des Vertrags wurden Ende Juni 2010 in Qatar vereinbart.

QSTP und das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden werden in dem Projekt gemeinsam an der solarthermischen Herstellung von Wasserstoff aus Methan arbeiten. Es wird ein Solarreaktor entwickelt, der konzentrierte Sonnenenergie zur direkten Aufspaltung von Methangas in Wasserstoff und Kohlenstoffpartikel nutzt. Dieses Verfahren trägt damit erheblich zur Reduzierung der CO2-Emission bei.

Diese Technologie bietet viele Vorteile. So werden mit dem neu entwickelten Verfahren beispielsweise keine toxischen und umweltschädigenden Gase freigesetzt. Im Vergleich zur Energiegewinnung aus fossilen Rohstoffen wird die CO2-Emission durch die solarthermische Herstellung von Wasserstoff erheblich reduziert. Dementsprechend weniger CO2 muss dadurch umgewandelt, transportiert und gespeichert werden. Wichtiger Bestandteil der Wertschöpfungskette sind außerdem die Kohlenstoffpartikel, die als Zusatz für die Herstellung von Gummireifen und Fließbändern genutzt werden.

„Es ist eine einmalige Chance für uns, mit Fraunhofer gemeinsam an einem solchen Forschungsprojekt zu arbeiten“, beschreibt Dr. Tidu Maini die Zusammenarbeit. „Wir schätzen die große Erfahrung und das Know-how des Fraunhofer-Instituts sehr. Dieses Projekt basiert auf der Vision der Scheicha, dass Qatar, ein Land mit einer sehr stark entwickelten Öl- und Gasindustrie, seine Forschung auf die Herstellung von umweltfreundlichen Produkten mit hohem Mehrwert konzentriert.“

Professor Dr. Eckhard Beyer, Institutsleiter des Fraunhofer IWS Dresden, betonte: „Es ist natürlich ein sehr ehrgeiziges Ziel, die gesamte Energie, die für die Aufspaltung von Methan in Wasserstoff und Kohlenstoffpartikel benötigt wird, ausschließlich von der Sonne zu gewinnen. Die Wissenschaftler und Ingenieure des Fraunhofer IWS stellen sich jedoch in enger Kooperation mit ihren Kollegen aus Qatar dieser Herausforderung.”

Dr. Beermann betont, dass Sachsen ein sehr starkes Interesse daran hat, eine fruchtbare Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung mit Qatar aufzubauen. Zukunftsträchtige sächsische Entwicklungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien stärken die Position Sachsens als technologischen Standort und etablieren die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in Qatar.

Qatar Science & Technology Park (QSTP)
Der Qatar Science & Technology Park ist Standort für technologiebasierte Unternehmen und Gründerzentrum für Start-ups. Ziel ist es, Firmen und Unternehmer aus aller Welt zu gewinnen, damit diese ihre Technologien in Qatar entwickeln und vermarkten können. Der QSTP konzentriert sich auf vier Forschungsschwerpunkte: Energie, Umwelt, Gesundheitswesen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Als Vorreiter der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten ist der QSTP in der Qatar Foundation Education City angesiedelt, einem modernen Hochschulgelände mit zahlreichen führenden Universitäten am Rande von Doha.
Fraunhofer
Fraunhofer ist die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Die Forschungsfelder richten sich nach den Bedürfnissen der Menschen: Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt. Mehr als 12.000 qualifizierte Wissenschaftler und Ingenieure forschen in 80 Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. Sie verbessern Methoden, Techniken und Technologien und entwickeln Produkte in einem breiten Anwendungsspektrum. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden betreibt anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung in den Bereichen Laser- und Oberflächentechnologie. Die Schwerpunkte sind dabei das Laserschweißen, -schneiden, -beschichten, -härten und -reinigen, die Oberflächen- und Dünnschichttechnik, Gasphasenprozesse, das Prozessmonitoring sowie die Nanopartikeltechnologie.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

MMK Markt- & Medien-Kommunikation
Bell Pottinger – MMK GmbH
Sarah Weiser
sarah_weiser@mmk-pr.de
Telefon: +49 (40) 318 04 138
Fax: +49 (40) 318 04 199
MMK Markt- & Medien-Kommunikation
Bell Pottinger – MMK GmbH
Stefan Freundlieb
stefan_freundlieb@mmk-pr.de
Telefon: +49 (40) 318 04 190
Fax: +49 (40) 318 04 199
Für weitere Informationen über QSTP wenden Sie sich bitte an:
Emma Shaffu
PR Executive QSTP
Eshaffu@qstp.org.qa
Für weitere Informationen über das Fraunhofer IWS wenden Sie sich bitte an:
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden
01277 Dresden, Winterbergstr. 28
Dr. Anja Techel
Stellvertretende Institutsleiterin des Fraunhofer IWS
Telefon: +49 351 / 83391 - 3473
Fax: +49 351 / 83391 - 3300
E-Mail: anja.techel@iws.fraunhofer.de
Dr. Ralf Jäckel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 351 / 83391 - 3444
Fax: +49 351 / 83391 - 3300
E-Mail: ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de

Dr. Ralf Jaeckel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iws.fraunhofer.de/presse/2010/pr1009.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik