Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Forschung für Gesundheit und Umwelt

05.10.2009
Bessere Gesundheit und Milliardeneinsparungen im amerikanischen Gesundheitswesen dank internationaler Forschungskooperation des Helmholtz Zentrums München mit der amerikanischen Umweltbehörde EPA

Maßnahmen zur Verminderung der Feinstaubbelastung sparen im amerikanischen Gesundheitswesen jährlich mindestens 60 Milliarden Dollar. Dies beweist eine 2007 vom Weißen Haus durchgeführte Studie, deren Ergebnisse jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wissenschaftliche Grundlagen für die in den 1990er Jahren verabschiedeten Regulierungsmaßnahmen hatten unter anderen die amerikanische Umweltbehörde EPA und das Helmholtz Zentrum München gemeinsam erarbeitet. Die beiden nationalen Forschungseinrichtungen für Gesundheit und Umwelt begehen heute in einem Festakt ihre zehnjährige Kooperation.

Das Büro für Management und Budget des Weißen Hauses hat in einer internen Studie von 2007 berechnet, dass Krankenhauseinweisungen und Fehltage an Arbeitsplatz und Schule seit Einführung der Luftreinhaltemaßnahmen drastisch zurückgegangen sind. Zugleich hat sich die Lebenserwartung der amerikanischen Bevölkerung erhöht. Zwischen 1996 und 2006 ergaben sich laut Studie Einsparungen von mindestens 60 Milliarden Dollar für das amerikanische Gesundheitswesen. Ein Großteil dieser Einsparungen ist auf den Rückgang von Feinstaub zurückzuführen, also von feinen und ultrafeinen Partikeln in der Außenluft.

Mit ihren gemeinsamen Forschungsergebnissen zur Wirkung dieser Partikel haben die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) und das Helmholtz Zentrum München die Grundlage für Luftreinhaltemaßnahmen geschaffen. Die Forschungskooperation hat also einen direkten Beitrag für die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung geleistet.

Prof. Günther Wess, Wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, sagte dazu auf dem internationalen Festakt zur zehnjährigen Kooperation in München: "Globale Herausforderungen können nur durch starke Partnerschaften in der Forschung erfolgreich gemeistert werden. Das Helmholtz Zentrum München baut seine internationalen Kooperationen weiter aus und wird in Zukunft noch enger mit der EPA zusammenarbeiten."

Seit zehn Jahren kooperiert das Helmholtz Zentrum München mit der amerikanischen Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Die beiden langjährigen Koordinatoren dieser Zusammenarbeit, Prof. Hillel S. Koren, damaliger Direktor der Human Studies Division der EPA, und Prof. Erich Wichmann, Direktor des Instituts für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München, bezeichnen die gemeinsamen Forschungsarbeiten als Erfolgsstory: "Hier entstand eine ideale Verbindung aus Know How und Kompetenz, mit der wir in den nächsten Jahren viele drängende Fragen, auch in der amerikanischen Gesundheitsforschung, beantworten werden."

Die beiden Forschungspartner hatten bereits lange vor Abschluss des offiziellen Kooperationsvertrages im Jahre 1998 Berührungspunkte auf wissenschaftlicher Ebene. Zunächst griffen die Wissenschaftler die Wirkung feiner und ultrafeiner Partikel sowie die Entstehung von Asthma bzw. allergischen Erkrankungen auf. "Später haben wir einen weiteren Schwerpunkt auf synthetische Nanopartikel gesetzt", erinnert sich Prof. Wolfgang Kreyling, Koordinator der Nanoforschung am Helmholtz Zentrum München und einer der Gründungsväter der US-deutschen Kollaboration.

Aktuell arbeiten die Prof. Annette Peters, Epidemiologin am Helmholtz Zentrum München und Prof. Robert Devlin an einer ersten Studie zu Kurzzeitwirkungen des Feinstaubs auf die Herzfunktion bei Diabetikern. Über bisherige Erkenntnisse hinaus zeigt die jüngste Untersuchung, dass sich Feinstaub keineswegs nur auf Atemwege sondern auch andere Organe wie das Herz auswirkt. "Gerade bei Diabetikern kann dies weit reichende Konsequenzen haben", so Annette Peters.

Ein weiteres Beispiel für die Früchte der gemeinsamen Forschung ist die Erkenntnis, dass metallhaltiger Feinstaub Allergien auslösen kann. Diesen aus einer großen Bevölkerungsstudie in Ostdeutschland gezogenen Befund des Helmholtz Zentrums München konnte die EPA durch toxikologische Untersuchungen des Feinstaubs bestätigen.

Das Thema Nanopartikel verfolgen die Wissenschaftler in Zukunft noch entschlossener: Dafür werden sie nun noch einen dritten starken Partner, die Universität Rochester, New York, ins Boot holen.

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als international führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit insgesamt 26500 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

Redaktion: Sven Winkler . Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg . Tel.: 089-3187-3946 . Fax 089-3187-3324, Internet: http://www.helmholtz-muenchen.de . E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de/epa/presse/pressekit/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik