Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elementen-Taufe: Schwerstes Element heißt jetzt Copernicium

12.07.2010
Staatssekretär Braun würdigt in Darmstadt Leistung der Wissenschaftler

Das schwerste bislang anerkannte chemische Element hat jetzt auch einen Namen: Am Montag wurde in Darmstadt das Element mit der Ordnungszahl 112 auf den Namen Copernicium getauft. Erzeugung und Nachweis des massereichen Elementes gelang einer internationalen Wissenschaftlergruppe am Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt erstmals 1996.

„Seit seiner Gründung vor mehr als 40 Jahren hat sich das GSI zu einem der weltweit führenden Beschleunigerlabors für die Schwerionenforschung entwickelt, zu dessen größten Erfolgen zweifellos die Entdeckung von nunmehr sechs neuen chemischen Elementen zählt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Helge Braun bei der feierlichen Elementen-Taufe.

„In Darmstadt findet Grundlagenforschung im besten Sinne des Wortes statt“, würdigte Braun die Arbeit der Wissenschaftler. Mit der Suche nach neuen Elementen forschen die Wissenschaftler hier nach einem tieferen Verständnis der Struktur der Kernmaterie. Sie gehen damit der elementaren Frage nach, aus welchen kleinsten Bausteinen die Welt, in der wir leben, zusammengesetzt ist. „Heute ist unbestreitbar, dass die langfristige Sicherung von nachhaltigem Wachstum, zukunftsfähiger Beschäftigung und Wohlstand eines zwingend voraussetzt: leistungs- und wettbewerbsfähige Bildung und Wissenschaft. Sie helfen dabei, globale Herausforderungen wie Armut, Gesundheitsprobleme und Umweltverschmutzung zu bewältigen“, sagte Braun.

Damit Deutschland auch in Zukunft in der globalen Wissensgesellschaft weltweit führend ist, setzt die Bundesregierung weiter auf den Pakt für Forschung und Innovation. Die Regierung baut damit die Förderung der großen Forschungsorganisationen weiter aus. „Der Bund steht zu seiner mit dem Pakt für Forschung und Innovation eingegangenen Verantwortung gegenüber den deutschen Forschungsorganisationen“, sagte Braun. „Dazu steigern wir die Mittel für die außeruniversitären Forschungsorganisationen und für die Deutsche Forschungsgemeinschaft bis 2015 jährlich um fünf Prozent. Davon wird auch das GSI als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren spürbar profitieren“, sagte Braun. Insgesamt stellt die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode für Forschung und Entwicklung 6 Milliarden Euro zusätzlich bereit.

Mit Blick auf die Zukunft appellierte Braun an das GSI, die Chancen zu nutzen, die sich mit dem Großprojekt FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) ergeben. Diese neue Beschleunigeranlage verspreche einzigartige Spitzenforschung. FAIR ist als internationale Einrichtung konzipiert, die auf der Grundlage eines völkerrechtlichen Übereinkommens gegründet werden soll. Die mehrjährige Planungs- und Verhandlungsphase soll mit der für Oktober geplanten Vertragsunterzeichnung abgeschlossen werden. Das GSI wird als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren von Bund und Sitzländern in diesem Jahr mit insgesamt rund 100 Millionen Euro grundfinanziert, wovon der Bund rund 90 Millionen Euro trägt.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kontinentalrand mit Leckage

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das anwachsende Ende der Ordnung

27.03.2017 | Physik Astronomie

Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert

27.03.2017 | Geowissenschaften