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Durchlässigkeit gestalten! Wege zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung

29.01.2009
Das Thema Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung ist schon seit Jahrzehnten in der Diskussion. Auch in der HIS Hochschulforschung spielen Fragen der Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge eine prominente Rolle.

Zusammen mit der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH stellte HIS die wissenschaftliche Begleitung von elf Pilotprojekten sicher, die Verfahren entwickeln und Wege erproben sollten, durch die die Äquivalenz von Kompetenzen aus beruflicher und hochschulischer Bildung bestimmt wurde.

Im Oktober 2008 verpflichteten sich die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidenten der Länder im Beschluss zum Dresdener Bildungsgipfel zu einem "Aufstiegspaket", mit dem sie die Übergänge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung ausbauen und verbessern wollen. Vor diesem aktuellen Hintergrund beleuchtet eine neue Publikation der wissenschaftlichen Begleitung der ANKOM-Initiative die Thematik der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung unter Berücksichtigung neuester Ergebnisse aus Wissenschaft und Praxis.

"Bund und Länder werden den Übergang von beruflicher Bildung bzw. Weiterbildung in die Hochschulen durch ein "Aufstiegspaket" verbessern. Mit diesen Maßnahmen wollen Bund und Länder die Anzahl beruflich qualifizierter Studienanfänger ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung bis 2012 deutlich erhöhen." Mit dieser Absichtserklärung von Bund und Ländern im Beschluss zum Dresdener Bildungsgipfel "Aufstieg durch Bildung. Die Qualifizierungsinitiative für Deutschland" erhält die Frage der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung neue bildungspolitische Relevanz. In der Vergangenheit standen insbesondere Studiermöglichkeiten für Personen ohne Abitur im Zentrum der Diskussion. Inzwischen enthalten die Hochschulgesetze der Länder verschiedenste Regelungen, die es auch Personen ohne die klassische Hochschulzugangsberechtigung Abitur ermöglichen, ein Studium aufzunehmen.

Der demografische Wandel, ein steigender Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften, die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Wirtschafts- und Bildungsraumes, aber auch die Bedeutung hochschulischer Bildung für den Erhalt und Ausbau des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstands in Deutschland haben dazu beigetragen, dass sich die Diskussion erweitert. Neben der Frage des Zugangs gerät zunehmend die der Gleichwertigkeit beruflicher und hochschulischer Kompetenzen und die Möglichkeit der Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf eine akademische Höherqualifizierung in den Fokus. Damit löst sich die Perspektive von der Konzentration auf den Hochschulbereich und bezieht die bislang eher unverbunden daneben stehenden Bereiche beruflicher Bildung und Arbeit ein.

Die mit dieser spezifischen Form lebenslangen Lernens verbundenen Anforderungen stellen sowohl die Beteiligten aus beruflicher Bildung, Hochschule, Politik und Wirtschaft als auch die an hochschulischer Bildung interessierten Personen vor große Herausforderungen. Damit diese immense Gestaltungsaufgabe gelingen kann, bedarf es weitreichender struktureller und kultureller Veränderungen, für die das vertrauensvolle Zusammenwirken aller Beteiligten eine unverzichtbare Voraussetzung ist.

Der Sammelband mit einem Vorwort von Michael Thielen nähert sich der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven. Nach einer Analyse der Rahmenbedingungen für Durchlässigkeit und Anrechnung werden Unterschiede und Gleichwertigkeiten beruflicher und hochschulischer Bildung diskutiert. Es schließen sich Beiträge zu Anrechnung und neuen Formen des akademischen Lernens an. Ein Blick auf die individuelle und die betriebliche Nachfrageseite zu Anrechnung und Durchlässigkeit rundet das Themenspektrum ab. Zahlreiche renommierte Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Forschung, Bildungspraxis und Politik sowie Verbänden und Wirtschaft zeichnen für die Beiträge verantwortlich, darunter aus der wissenschaftlichen Begleitung Regina Buhr, Claudia Loroff, Sandra Rohner und Ernst A. Hartmann von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH sowie Walburga Freitag, Ida Stamm-Riemer und Karl-Heinz Minks von der HIS GmbH.

Die Publikation ist Bestandteil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen der BMBF-Initiative "Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge" (ANKOM) geförderten wissenschaftlichen Begleitung. Projektträger ist das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Hochschul-Informations-System GmbH und die VDI/VDE Innovation und Technik GmbH (VDI/VDE-IT) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Buhr, R.; Freitag, W.; Hartmann, E.; Loroff, C; Minks, K.-H.; Mucke, K.; Stamm-Riemer, I. (Hrsg.):
Durchlässigkeit gestalten! Wege zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung,
Waxmann, Münster u. a, 2008, broschiert.
ISBN: 978-3-8309-2027-4
Nähere Auskünfte:
Karl-Heinz Minks
Tel: 0511/1220-203
minks@his.de
Dr. Walburga Freitag
Tel: 0511/1220-292
freitag@his.de
Institut für Innovation und Technik (iit) der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Dr. Regina Buhr
Tel: 030/310078-109
buhr@iit-berlin.de
Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel: 0511/1220-290
hafner@his.de
Tanja Barthelmes
Tel: 0511/1220-384
barthelmes@his.de

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/
http://www.his.de/pdf/22/durchlaessigkeit_gestalten_bestellformular.pdf

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