Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drei neue DFG-Forschergruppen, eine neue Klinische Forschergruppe

07.12.2012
Drei neue DFG-Forschergruppen, eine neue Klinische Forschergruppe
Vom kulturellen Unterschied bis zur chronisch lymphatischen Leukämie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe ein. Dies beschloss der Senat der DFG in seiner Dezember-Sitzung 2012 in Bonn.

Die Forschungsverbünde sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, sich aktuellen und drängenden Fragen in ihren Fächern zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren.

Wie alle DFG-Forschergruppen werden die neuen Einrichtungen orts- und fächerübergreifend arbeiten. Die neu eingerichteten Forschergruppen beschreiten methodisch innovative Wege und stellen sich in ihren jeweiligen Disziplinen grundlegenden Fragen.

In den nächsten drei Jahren werden die drei neuen Forschergruppen circa 5,3 Millionen Euro erhalten; damit fördert die DFG insgesamt 189 Forschergruppen. Die neue Klinische Forschergruppe wird in einer ersten 3-jährigen Förderphase mit rund 2,1 Millionen Euro finanziert. Damit unterstützt die DFG derzeit insgesamt 31 Klinische Forschergruppen.

Die neuen Gruppen im Einzelnen (alphabetisch nach Sprecherhochschule):

Die Software von Smartphones, Navigationshilfen oder Fahrassistenzsystemen in Autos entwickelt sich durch regelmäßige Updates stetig weiter und passt sich so an neue Situationen und Einsatzmöglichkeiten an. Die Forschergruppe „Controlling Concurrent Change (CCC)“ untersucht, welchen Herausforderungen die selbständigen Software-Updates in einer zunehmend offen vernetzten Zukunft ausgesetzt sein werden und wie ihnen zu begegnen sein könnte. So stehen die einzelnen Applikationen in Konkurrenz um ausreichend Ressourcen, da die Integration einer Vielzahl von Subsystemen und Anwendungen auf einer Rechnerplattform immer komplexere Strukturen und Beziehungen schafft.

Daraus erwächst ein weiteres Problem, nämlich wie mit den unerwünschten Effekten spezifischer Updates oder neuer Installationen auf das ganze Rechnersystem oder weitere Software-Programme umgegangen werden kann.

Die Forschergruppe sucht somit nach Wegen, wie sich die Vielzahl von Updates unterschiedlichster Software-Anwendungen ohne Nebeneffekte steuern lassen und Rechenplattformen robuster gestalten lassen, um die Funktionstüchtigkeit unterschiedlichster Software-Subsysteme zu gewährleisten.

(Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Rolf Ernst, Technische Universität Braunschweig)

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) ist die am häufigsten auftretende Leukämie-Art in der westlichen Welt und durch einen extrem heterogenen Krankheitsverlauf charakterisiert. Als Auslöser der erst in höherem Alter auftretenden CLL werden genetische Veränderungen angenommen, die die DNA-Reparaturmechanismen und damit auch wichtige Tumorsuppressorgene beeinträchtigen oder ausschalten.
Die Klinische Forschergruppe „Exploiting defects in the DNA damage response for the treatment of chronic lymphocytic leukemia“ will untersuchen, welche Veränderungen im DNA-Reparatur-Netzwerk auf molekularer Ebene vorliegen, die zu einer chronisch lymphatischen Leukämie führen. Die Identifizierung der molekularen „Schwachstellen“ soll zum einen helfen, die Entstehung dieser Leukämieform besser zu verstehen. Zum anderen sollen die Forschungsarbeiten neue Therapiemöglichkeiten ausloten, um der gegen konventionelle Chemotherapie immunen Krankheit beizukommen.
(Sprecher: Prof. Dr. Michael Hallek, Universität zu Köln)

Die Forschergruppe „Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung“ untersucht, wie kulturelle Unterschiede zwischen Menschen hergestellt, überlagert oder aber außer Kraft gesetzt werden. Der Fokus liegt dabei zum einen auf den gezogenen Grenzen zwischen Gemeinschaften entlang sprachlicher, religiöser, ethnischer oder nationaler Merkmale und auf den Unterscheidungen zwischen Individuen einer Gemeinschaft. Unter welchen Bedingungen wird unterschieden? Wann werden Differenzen aktualisiert oder aber neutralisiert? Und welche Funktion erfüllen Einteilungen in menschliche Kategorien? Mögliche Antworten hierauf sollen mithilfe eines vergleichend angelegten Forschungsprogramms gefunden werden, das die in den Kulturwissenschaften bislang getrennt untersuchten Differenzierungsfälle thematisch zusammenführt und dabei empirische Beobachtung mit analytischer Beschreibung koppelt.
(Sprecher: Prof. Dr. Stefan Hirschauer, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Themen wie Wiederbewaffnung, Aufbau des Sozialstaats, Kernkraft oder die Friedensbewegung entfachten in der „alten“ Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 ethische Kontroversen, die die Gesellschaft entscheidend prägten. Die Forschergruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“ will ermitteln, wie und durch welche Institutionen der Protestantismus diese ethischen Diskussionen beeinflusste oder aber durch diese beeinflusst wurde. Damit soll eine Forschungslücke im Grenzgebiet von Evangelischer Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte geschlossen werden. Ausgangspunkt ist eine programmatisch offene Definition des Protestantismus, um so der Vielgestaltigkeit der mal kirchlich organisierten, mal individuellen Positionierung innerhalb ethischer Diskussionen gerecht zu werden. Mit dem interdisziplinären Ansatz soll der gesellschaftspolitische Beitrag des Protestantismus in der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 neu aufgearbeitet werden, der auch in die Zeit nach der Wiedervereinigung hineinwirkt.

(Sprecher: Prof. Dr. Christian Albrecht, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Weiterführende Informationen
Medienkontakt:
Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, presse@dfg.de

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecher der eingerichteten Gruppen.

Zu DFG-Forschergruppen und Klinischen Forschergruppen siehe auch:
www.dfg.de/foerderung/programme/koordinierte_programme/index.html

Marco Finetti | DFG
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: CLL DFG DFG-Forschergruppen Leukämie Protestantismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie