Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG richtet zehn neue Schwerpunktprogramme ein

30.04.2012
Themen reichen vom ultraschnellen Datentransfer über das „Climate Engineering“ bis zu neuartigen Materialien / Interdisziplinäre Ausrichtung aller Programme

Welche Rolle spielen Phosphor-Ressourcen für Bäume und Wälder – und was bedeuten sie für die Ernährung und Balance eines Waldökosystems? Wie können ultraschnelle drahtlose Übertragungswege helfen, die wachsenden Datenströme unserer Tage auch im mobilen Internetzugriff bereitzustellen? Was macht die Erfahrung, Wahrnehmung und Verarbeitung von Zeitlichkeit in den Künsten der Moderne aus – und was folgt aus dieser Sichtweise für die Interpretation künstlerischer Hervorbringungen insgesamt?

So lauten nur einige der grundlegenden wissenschaftlichen Fragen, die in den kommenden Jahren in zehn neuen Schwerpunktprogrammen (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht werden.

Der Senat der DFG richtete jetzt auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn insgesamt zehn weitere Schwerpunktprogramme ein. Sie sollen ab Anfang 2013 ihre Arbeit aufnehmen und die in Deutschland und darüber hinaus vorhandene wissenschaftliche Expertise zu besonders aktuellen oder sich gerade bildenden Forschungsgebieten vernetzen.
Die neuen SPP decken das gesamte fachliche Spektrum von den Geisteswissenschaften über die Lebenswissenschaften und Naturwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften ab. Das Themenspektrum reicht dabei von der Weiterentwicklung und Erprobung einer neuartigen Materialklasse wie „topologischer Isolatoren“, die im Inneren elektrisch isolierend, an ihrer Oberfläche aber leitfähig sind, bis zu innovativen Wegen in der Umformtechnik, die auf eine gesundheits- und umweltverträgliche Produktion ohne Schmierstoffe zielen. Ein anderes Programm setzt sich mit der dynamischen Simulation vernetzter Feststoffprozesse auseinander, einer Schlüsseltechnologie, die auch für Anwendungen in Chemie, Pharmazie und Medizin genutzt werden könnte.

Die nun eingerichteten Programme sind in hohem Maße interdisziplinär angelegt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus natur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen arbeiten zum Beispiel eng zusammen bei Fragen des globalen Klimawandels und des „Climate Engineering“, um wissensbasiert ökologische und ethische Chancen und Risiken auszuloten sowie gesellschaftliche, politische und juristische Herausforderungen in den Blick zu nehmen. Neue Wege geht auch ein Programm, das Funktion und Dynamik neuronaler Netzwerke mit hochauflösenden Messmethoden analysiert und dabei auf ein „Troika-Konzept“ setzt: Zur Bearbeitung einer gemeinsamen Forschungsfrage werden jeweils Experimentatoren, Methodenentwickler und Analyseexperten aus dem Bereich der „Computational Neuroscience“ zusammenwirken. Allen Programmen gemeinsam ist die intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die wesentliche Voraussetzung für die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogramms ist.

Die zehn SPP wurden aus insgesamt 40 eingereichten Konzepten ausgewählt. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die eingehenden Förderanträge werden in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Oberthema geprüft. Für alle zehn neuen SPP stehen dabei in der ersten Förderperiode insgesamt fast 60 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Schwerpunktprogramme der DFG arbeiten in der Regel sechs Jahre. Mit den nun bewilligten zehn Einrichtungen fördert die DFG ab 2012 insgesamt 90 SPP.

Die neuen Schwerpunktprogramme (geordnet nach Wissenschaftsgebieten) und ihre Koordinatoren sind:

Geistes- und Sozialwissenschaften
Ästhetische Eigenzeiten. Zeit und Darstellung in einer polychronen Moderne
Koordinatoren: Professor Dr. Michael Gamper, Leibniz Universität Hannover, und Professor Dr. Reinhard Wegner, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Lebenswissenschaften
INTESTINAL MICROBIOTA – a Microbial Ecosystem at the Edge between Immune Homeostasis and Inflammation
Koordinatoren: Professor Dr. Dirk Haller, TU München, und Professor Dr. Ingo Autenrieth, Eberhard Karls Universität Tübingen

Resolving and Manipulating Neuronal Networks in the Mammalian Brain – from Correlative to Causal Analysis

Koordinatorin: Professorin Dr. Ileana Livia Hanganu-Opatz, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ecosystem Nutrition: Forest Strategies for Limited Phosphorus Resources
Koordinatorin: Professorin Dr. Friederike Lang, Universität Freiburg

Naturwissenschaften

Topological Insulators: Materials – Fundamental Properties – Devices
Koordinator: Privatdozent Dr. Oliver Rader, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie

Feldgesteuerte Partikel-Matrix-Wechselwirkungen: Erzeugung, skalenübergreifende Modellierung und Anwendung magnetischer Hybridmaterialien
Koordinator: Professor Dr. Stefan Odenbach, TU Dresden

Climate Engineering: Risks, Challenges, Opportunities?
Koordinator: Professor Dr. Andreas Oschlies, IFM-GEOMAR, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel

Ingenieurwissenschaften

Dynamische Simulation vernetzter Feststoffprozesse
Koordinator: Professor Dr.-Ing. Stefan Heinrich, TU Hamburg-Harburg

Drahtlose Ultrahochgeschwindigkeitskommunikation für den mobilen Internetzugriff
Koordinator: Professor Dr.-Ing. Rolf Kraemer, Brandenburgische TU Cottbus

Nachhaltige Produktion durch Trockenbearbeitung in der Umformtechnik
Koordinator: Professor Dr.-Ing. Frank Vollertsen, BIAS – Bremer Institut für Angewandte Strahltechnik gGmbH

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen zu den Schwerpunktprogrammen der DFG inklusive einer Liste der geförderten Programme finden sich unter: www.dfg.de/spp

Weitere Auskünfte zu den bewilligten SPP geben die genannten Koordinatorinnen und Koordinatoren.

Dr. Rembert Unterstell | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie