Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG richtet vier neue Forschergruppen ein

15.04.2011
Projekte aus Chemie, Physik, Medizin und den Wirtschaftswissenschaften bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet vier neue Forschergruppen ein. Dies beschloss der Senat der DFG auf seiner Sitzung im April in Bonn. In Forschergruppen arbeiten – auch orts- und fächerübergreifend – herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam an einer aktuellen Forschungsaufgabe. Die DFG-Förderung sichert dabei mittelfristig die notwendige personelle und materielle Ausstattung. Darüber hinaus verfolgen Forschergruppen auch das Ziel, neue Arbeitsrichtungen zu etablieren.

Eine der nun bewilligten Forschergruppen befasst sich mit neuartigen Synthesemethoden in der Chemie, eine weitere arbeitet an „Quanten-Diamanten“. In der Medizin entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue minimalinvasive Operationsmethoden, und eine wirtschaftswissenschaftliche Gruppe widmet sich den Mechanismen in Unternehmen und Märkten.

In der ersten Förderperiode erhalten die neuen Forschergruppen über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 10,2 Millionen Euro. Insgesamt fördert die DFG damit 224 Forschergruppen.

Die neuen Forschergruppen im Einzelnen (alphabetisch nach Sprecherhochschule):

Das Ziel der Forschergruppe „Zwillingspolymerisation von organisch-anorganischen Hybridmonomeren zu Nanokompositen“ ist es, für moderne Technologien und kommende Anwendungen in der Katalyse oder für die Speicherung von Gasen neue funktionale Hybridmaterialien zu erzeugen. Konkret geht es um ein neues Synthesekonzept, das solche Materialien in großer Menge und mit genau definierten molekularen, strukturellen und morphologischen Eigenschaften verfügbar machen soll. Die Forschergruppe baut dazu auf der in Chemnitz entwickelten „Zwillingspolymerisation“ von komplexen Hybridmonomeren auf. Die Erkenntnisse sollen sowohl etablierte Verfahren verbessern als auch ganz neue Synthesen ermöglichen. Damit führt die Forschergruppe Synthese, Analyse und Theorie zusammen.

(Sprecher: Professor Dr. Stefan Spange, Technische Universität Chemnitz)

Während Ökonomen bisher vornehmlich versuchten, Märkte und Firmen besser zu verstehen, verfolgt die Forschergruppe „Design and Behaviour – Economic Engineering of Firms and Markets“ den umgekehrten Ansatz. Sie fragt, wie Marktregeln und Anreizsysteme aussehen müssen, damit das Verhalten der Akteure im Einklang mit den verfolgten Zielen steht. Dafür gehen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Wege. Insbesondere berücksichtigen sie bei der Entwicklung robuster Anreizmechanismen die Ergebnisse moderner ökonomischer und psychologischer Verhaltensforschung. Zu den Forschungsbereichen gehören unter anderem Reputations- und Anreizmechanismen in Finanz- und Internetmärkten, innerbetriebliche Entlohnungssysteme, Einkaufsauktionen und Supply Chain Netzwerke. Die Forschergruppe setzt sich aus renommierten Wissenschaftlern – darunter drei Leibniz-Preisträger – der Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre und Psychologie zusammen. Dies erlaubt eine interdisziplinäre Erforschung der komplexen Interaktion von realen Institutionen und menschlichem Verhalten.

(Sprecher: Professor Dr. Axel Ockenfels, Universität zu Köln)

In der Forschergruppe „Single-Port-Technologie für gastroenterologische und viszeralchirurgische endoskopische Interventionen“ arbeiten in enger Kooperation Medizin, Mikrotechnik, Informatik und Mechatronik an neuen medizintechnischen Fragestellungen. Sie will endoskopisch-operative Eingriffe präziser, schneller und patientenschonender machen. Hierzu sollen auf Basis eines bereits vorhandenen Systems, das den Einsatz von drei flexiblen Instrumenten durch einen einzigen Port ermöglicht, die Grundlagen für eine neuartige endoskopische Operationsplattform geschaffen werden. Dabei geht es um den Einsatz in verschiedenen Körperregionen, die Nutzung unterschiedlicher Instrumente sowie die Realisierung neuer, komplexer Prozeduren. Die Neuerungen werden dabei stets intensiv evaluiert.

(Sprecher: Professor Dr. Alexander Meining, Technische Universität München)

Die Quantenphysik wandelt sich dank eines immer umfassenderen Verständnisses und gut beherrschbarer Experimente zunehmend zum Forschungsfeld Quantentechnologie. Physikerinnen und Physiker können mittlerweile Materie maßschneidern und die Quantendynamik beeinflussen, was vielfältige Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise in der Informationsverarbeitung oder der Sensorik eröffnet. Die Forschergruppe „Diamond Materials and Quantum Application“ widmet sich mit Diamant einem sehr vielversprechenden Quantenmaterial und nutzt die technologischen Grundlagen dazu, besser kontrollierte und immer komplexere Diamant-Strukturen herzustellen. Hierzu bringt die Forschergruppe Experten zu Materialwachstum, Strukturierung und Defekterzeugung, aber auch Quantenoptik und Spintronik zusammen. Sie fokussiert vor allem auf die Anwendung von „Quanten-Diamanten“ in den Bereichen Quantenphotonik und Spintronik. Die Ergebnisse der Forschergruppe könnten in der Zukunft aber auch unter anderem in der Medizin Anwendung finden.

(Sprecher: Professor Dr. Jörg Wachtrup, Universität Stuttgart)

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen über Forschergruppen finden sich unter: www.dfg.de/for

Weitere Informationen zu den neuen Forschergruppen erteilen die Sprecherinnen und Sprecher.

Cornelia Pretzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/for

Weitere Berichte zu: Anreizmechanismen DFG Hybridmonomeren Physik Spintronik Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie