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Deutschland und Indien kooperieren bei Berufsausbildung

31.05.2011
Gemeinsame Absichtserklärung in Neu-Delhi unterzeichnet / Schavan: „Berufsausbildung ist eine gute Investition“

Deutschland ist ein wichtiger Partner bei der Reform des indischen Berufsbildungssystems. Die deutsche Bundesbildungsministerin Annette Schavan unterzeichnete heute in Neu-Delhi mit dem indischen Arbeitsminister Mallikarjun Kharge eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit. Beide Regierungen werden die enge Kooperation durch gemeinsame Projekte ausbauen, um die Berufsausbildung in indischen Schulen und Betrieben in Anlehnung an das in Deutschland bewährte System der dualen Berufsausbildung zu modernisieren.

„Die Berufsausbildung junger Menschen zu verbessern, ist immer eine gute Investition. Deutschland verfügt auf diesem Feld über sehr gute Erfahrungen“, sagte Schavan. „Ich bin überzeugt, dass sowohl Indiens Wirtschaft von unserer Expertise in der Aus- und Weiterbildung profitieren als auch für deutsche Ausbildungsdienstleister sich ein riesiger Markt öffnen wird.“ Darüber hinaus ist es ein Vorteil für die deutsche Exportwirtschaft, wenn der Anteil qualifizierter Facharbeiter in Indien gesteigert werden kann.

Schavan und drei weiteren Bundesminister begleiten Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen in Neu-Delhi. Die Kooperation bei der Reform der Berufsbildung ist ein Schwerpunkt der Gespräche. Zur deutschen Delegation gehört unter anderem auch der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) Friedrich Hubert Esser.

Als konkrete Ziele der deutsch-indischen Zusammenarbeit nennt die Absichtserklärung unter anderem die Schaffung von Partnerschaften zwischen öffentlichen Bildungseinrichtungen und Privatunternehmen in Indien nach deutschem Muster. Außerdem sollen in Indien Berufsbildungsinstitutionen geschaffen oder verbessert werden. Weitere Felder der Zusammenarbeit sind die Ausbildung der Ausbilder, die Arbeitsmarktorganisation, Berufsbildungsforschung, die Entwicklung von Kompetenzstandards, die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen und das Erstellen von Unterrichtsmaterial.

Die parallele Ausbildung im Betrieb und an einer Berufsschule oder an einer Berufsakademie ist eine besondere Stärke des Standortes Deutschland, da sie Theorie und Praxis vereint. Nicht nur Indien, sondern auch andere Schwellenländer sehen in der Übernahme der dualen Berufsausbildung eine Chance, die Qualifikation ihrer Arbeitnehmer zu heben, deren Arbeitsmarktfähigkeit zu verbessern und ihnen damit auch neue Lebensperspektiven zu geben. Um Kooperationen und Aktivitäten international zu unterstützen, fördert das BMBF mit iMOVE (International Marketing of Vocational Education) eine Initiative zur Internationalisierung deutscher Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen. iMOVE ist am Bundesinstitut für berufliche Bildung angesiedelt und hilft deutschen Weiterbildungsanbietern mit einem umfangreichen Serviceangebot bei der Erschließung internationaler Märkte.

Delegationsmitglieder unterzeichneten außerdem acht weitere bilaterale Vereinbarungen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Forschung. Unter anderem vereinbarte die Handwerkskammer Rhein/Main mit der indischen IL&FS Cluster Development Initiative Ltd. deren Unterstützung. Diese Initiative wird in Indien 100 „Multi-Skill Schools“ einrichten. Sie sollen arbeitslose Jugendliche aus ländlichen Regionen für die Arbeit in der Industrie qualifizieren.

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
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http://www.bmbf.de

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