Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsches Forschungsnetz fit für wissenschaftliche Grand-Challenge-Projekte

28.01.2013
Das Deutsche Forschungsnetz, das in Deutschland mehr als 750 Universitäten, Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen mit seinem maßgeschneiderten Wissenschaftsnetz "X-WiN" versorgt, hat zum Jahresbeginn eine neue optische Transporttechnik erhalten.

Bis zu 88 Wellenlängen können künftig mit Übertragungsraten von bis zu 100 Gbit/s je Wellenlänge betrieben werden.

Das Deutsche Forschungsnetz, das in Deutschland mehr als 750 Universitäten, Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen mit seinem maßgeschneiderten Wissenschaftsnetz "X-WiN" versorgt, hat zum Jahresbeginn eine neue optische Transporttechnik erhalten. Dazu mussten im laufenden Betrieb an mehr als einhundert Standorten des Wissenschaftsnetzes umfangreiche technische Umbauarbeiten durchgeführt werden, ohne die mehr als 2,5 Mio. angeschlossenen Nutzer in ihrer Arbeit zu stören. Das Projekt stellte damit eine enorme planerische, logistische und technische Herausforderung dar, dessen heiße Phase dennoch fristgerecht innerhalb von nur 6 Monaten abgeschlossen werden konnte. Als optische Transporttechnik wird die brandneue Gerätegeneration "Apollo" von ECI Telecom eingesetzt. Die Apollo-Produktlinie löste mit Jahresbeginn die bisher im Wissenschaftsnetz eingesetzte Technik des Herstellers Huawei ab.

Die technische Aufrüstung des Wissenschaftsnetzes X-WiN stellt eine wichtige Voraussetzung für die in den kommenden Jahren anstehenden internationalen Grand-Challenge-Projekte der Wissenschaft dar. Diese werden die Dimension der Datenerzeugung, Datenübertragung und Datenverarbeitung wissenschaftlicher Großprojekte, wie sie derzeit etwa mit dem Large Hadron Collider am CERN durchgeführt werden, um ein Vielfaches übertreffen. Beispielhaft zu nennen sind hier das Square Kilometre Array (SKA) in der Astronomie, die Experimente am Fusionsreaktor ITER, die Forschungsvorhaben der Lebenswissenschaften mit ihren Bedarfen für Höchstleistungsrechnen in der Genomforschung oder auch die anstehenden wissenschaftlichen Leuchtturmprojekte der EU. Die weltweit miteinander kooperierenden Wissenschaftsnetze müssen den Anforderungen dieser Grand-Challenge-Projekte stets einen Schritt voraus sein, um ihrer Rolle als Innovationsmotor gerecht zu werden. Aufgrund der hohen Beteiligung deutscher Forschergruppen gilt dies in besonderem Maße auch für das vom Deutschen Forschungsnetz betriebene Wissenschaftsnetz X-WiN.

Die neue optische Transporttechnik von ECI unterstützt die aus diesem Umfeld erwachsenden Anforderungen in idealer Weise. Neben einer bis in den Multi-Terabit-Bereich ausbaubaren Übertragungskapazität ermöglichen sie mit ihrer fortgeschrittenen Remote-Steuerungs-Fähigkeit ebenso die spontane und flexible Schaltung von Netzverbindungen, dank derer auf die besonderen Anforderungen der Wissenschaft schnell reagiert werden kann.

Die Basis des X-WiN bildet dabei ein bundesweites Netz von ca. 11.000 km Glasfasern, die in mehreren Ringen angeordnet sind. Die Glasfasern verbinden die Kernnetz-Standorte des Wissenschaftsnetzes so miteinander, dass jeder Kernnetz-Standort über mindestens zwei unabhängige Wege erreichbar ist.

Da die optische Verstärkertechnik verschiedener Hersteller nicht zusammenarbeitet, ist ihr Austausch im Netz für jeden Netzbetreiber eine immense Herausforderung. So ist es in der Regel erforderlich, dass große Teile eines Netzes gleichzeitig umgestellt werden müssen. Besonders sensible Teile des Wissenschaftsnetzes wurden dazu nach dem Prinzip einer Bypass-Operation auf separaten Glasfasern parallel aufgebaut und „auf Knopfdruck“ umgeschaltet. Zeitweise waren bis zu sieben hochspezialisierte Teams für die Installation und Inbetriebnahme der Technik gleichzeitig im Einsatz, um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten. Auf diese Weise wurde das Wissenschaftsnetz seit dem Spätsommer 2012 Teilstück für Teilstück umgeschaltet, bis zum Jahresende 2012 an allen 111 Standorten die neue optische Transporttechnik in Betrieb war.

Das Deutsche Forschungsnetz


Das Deutsche Forschungsnetz (DFN) ist das von der Wissenschaft selbst organisierte Kommunikationsnetz für Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Mit seiner technischen Infrastruktur, dem Wissenschaftsnetz „X-WiN“, verbindet es mehr als 750 Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland miteinander und ist darüber hinaus nahtlos in den europäischen und weltweiten Verbund der Forschungs- und Wissenschaftsnetze integriert. Über mehrere leistungsstarke Austauschpunkte ist das DFN ebenfalls mit dem allgemeinen Internet verbunden.

Das Deutsche Forschungsnetz bietet seinen Anwendern neben dem Basis-Dienst DFN-Internet eine Vielzahl maßgeschneiderter Kommunikationsanwendungen wie das DFN-Roaming, ein leistungsfähiges Videoconferencing oder IP-Telefonie. Es stellt integrierende Dienstleistungen wie die DFN-PKI oder eine auf die Wissenschaft zugeschnittene Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur (DFN-AAI) zur Verfügung und trägt mit Tagungen und Workshops zur Weiterbildung seiner Anwender bei. Darüber hinaus stehen in mehreren Kompetenzzentren Ansprechpartner bereit, um in wichtigen Fragen der Netznutzung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes - DFN-Verein - organisiert das DFN und stellt seine Weiterentwicklung und Nutzung sicher. Der DFN-Verein ist anerkannt gemeinnützig.


ECI Telecom GmbH


ECI Telecom GmbH ist ein globaler Anbieter von innovativen Telekommunikationsplattformen für Netzwerk- und Servicebetreiber. ECI bietet effiziente Plattformen und Lösungen an, die es seinen Kunden ermöglichen, schnell und kosteneffizient umsatzsteigernde Services anzubieten. Seit der Gründung 1961 in Israel hat ECI seine kundenorientierten Kommunikationslösungen an die größten Netzbetreiber weltweit geliefert. ECI bietet skalierbare Breitband-, Transport- und Daten-Netzwerkinfrastrukturen an, die eine Basis für zukünftige Kommunikationsdienste wie ‚Next Gen Voice‘, IPTV sowie für Mobility und Geschäftsanwendungen bildet.

Kai Hoelzner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfn.de


http://www.ecitele.com



Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE