Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen investieren über 50 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung

06.12.2012
Gute Marktlage und neue Antriebstechnologien puschen Forschung im Automobilbau / Energieversorger fahren Investitionen zurück / Zukunft von Unsicherheit geprägt

Mit 50,3 Milliarden Euro haben die Unternehmen in Deutschland 2011 so viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben wie nie zuvor, 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist das Ergebnis der aktuellen FuE-Erhebung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Das Forschungspersonal wurde um 3,7 Prozent auf insgesamt knapp 350.000 Vollzeitkräfte aufgestockt.

Die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft als Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist deutlich von 1,88 Prozent auf 1,94 Prozent gestiegen. Zusammen mit den von 0,92 auf 0,94 Prozent ebenfalls gestiegenen staatlichen Aufwendungen beträgt die FuE-Quote nun insgesamt 2,88 Prozent – auch das ist ein neuer Bestwert.

„Die Unternehmen sind sich der zentralen Bedeutung von Innovationen für den Wirtschaftsstandort Deutschland sehr bewusst“, sagte Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF SE und Vizepräsident des Stifterverbandes: „Das europäische Ziel, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, ist fast erreicht. Aber wir müssen weiter gehen, weil andere längst weiter sind. Die Unternehmen haben gezeigt, dass sie dazu bereit sind. Die Politik hat mit der Hightech-Strategie und der Exzellenzinitiative wichtige Impulse gegeben und das FuE-Budget auch in schwierigen Zeiten erhöht. Nun sollte sie den nächsten Schritt tun und Forschungsausgaben steuerlich begünstigen, so wie es viele andere Industrieländer im internationalen Wettbewerb tun.“

Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte: „Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland haben im Jahr 2011 einen historischen Rekordwert erreicht. Während andere Länder ihre Etats kürzen, hat die Bundesregierung Wort gehalten und in dieser Legislaturperiode gut 13 Milliarden Euro mehr in Bildung und Forschung investiert als zuvor. Dadurch sind viele zukunftssichere Arbeitsplätze entstanden. Zusätzliche Anreize für Forschung und Entwicklung sind wichtig, um die Innovationsfähigkeit Deutschlands im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken. Daher werde ich den Einstieg in die steuerliche Forschungsförderung weiter mit Nachdruck verfolgen.“

Die mit Abstand forschungsstärkste Branche ist und bleibt die KfZ-Industrie. Auf sie entfällt mit 15,8 Milliarden Euro nahezu ein Drittel aller FuE-Ausgaben. Für ein zusätzliches Wachstum von 6 Prozent auf sehr hohem Niveau dürfte hier die Entwicklung von neuen Antriebstechnologien wie der Elektromobilität gesorgt haben. Dementsprechend sind auch die FuE-Aufwendungen von Unternehmen aus anderen Branchen gestiegen, die für die Automobilproduzenten tätig sind. Dazu gehört etwa die Elektroindustrie, deren Forschungsetat von 2010 auf 2011 um 8 Prozent gewachsen ist.

Auffällig ist dagegen eine deutliche Reduzierung der FuE-Aufwendungen bei den Energieversorgern um über 4 Prozent. Hintergrund der Kürzungen vor allem bei einigen Großunternehmen dürfte neben vereinzelten wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor allem die 2011 beschlossene Energiewende sein, die neben dem Atomausstieg eine verstärkte Nutzung regenerativer Energien und die Entwicklung von dezentralen und damit kleinteiligen Versor-gungssystemen vorsieht. Möglicherweise werden hier Forschungsgelder zugunsten von Investitionsmitteln für den Ausbau der Netzinfrastruktur umgewidmet.

Der Ausblick für 2012 ist angesichts unsicherer Konjunkturaussichten insgesamt verhalten. Mit 1,9 Prozent werden die Forschungsausgaben voraussichtlich nur etwa im Rahmen der Inflationsrate steigen. 2013 erwarten die Unternehmen einen Anstieg von 3,6 Prozent. „FuE ist zunehmend zum strategischen Wettbewerbsfaktor geworden“, sagt Gero Stenke, der Leiter der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband: „Damit hat sich die unmittelbare Abhängigkeit von den Konjunkturzyklen reduziert. So gab es auch im Krisenjahr 2009 keinen echten Einbruch der Forschungsausgaben. Für das Jahr 2012 und 2013 agieren die Unternehmen dennoch vorsichtig, weil die Entwicklung der Märkte und die Situation in der Eurozone nicht vorhersagbar scheinen.“

Ausführliche Zahlen und Hintergründe sind im Internet abrufbar unter: http://www.stifterverband.de/fue2012

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erhebt als einzige Institution in Deutschland umfassend die Aktivitäten der Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Zu den Aufwendungen und zum Personaleinsatz wurden im Jahr 2012 rund 21.000 Unternehmen befragt. Die Untersuchung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt und ist Teil der offiziellen EU-Gemeinschaftsstatistiken.

Fachkontakt:
Dr. Gero Stenke
Leiter und Geschäftsführer
SV Wissenschaftsstatistik GmbH
Tel.: (02 01) 84 01-4 26
E-Mail: gero.stenke@stifterverband.de

Pressekontakt:
Moritz Kralemann
Pressesprecher
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: (0 30) 32 29 82-5 27
E-Mail: moritz.kralemann@stifterverband.de

Moritz Kralemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de/fue2012

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics