Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Forscher unterstützen Japan

15.03.2011
Wissenschaftsakademien bieten Expertise zu Strahlenschutz und Energieversorgung an. Ministerin Schavan lädt zu Spitzengespräch ein.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland bieten Japan Hilfe bei der Bewältigung der Naturkatastrophe an. Die großen Forschungseinrichtungen in Deutschland haben sich unter Führung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, bereit erklärt, kurzfristig Expertise jeder gewünschten Art in den Bereichen Gesundheit, Erdbebenforschung und Energieversorgung sowie zu Fragen der Reaktorsicherheit und des Strahlenschutzes bereit zu stellen. Das gab heute Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, nach einer Konsultation mit den Deutschen Forschungszentren bekannt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird für notwendige Sofortmaßnahmen den beteiligten Einrichtungen 5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. "Auch wenn die humanitäre Hilfe in den zerstörten Regionen Nordjapans jetzt absolute Priorität hat, wird für den gleichzeitig beginnenden Wiederaufbau Spezialwissen in großem Ausmaß erforderlich sein. Deutschland gewährt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die vor Ort gebraucht werden, alle erdenkliche Hilfe. Wir sind bereit, die Kosten für entsprechende Einsätze zu übernehmen", erklärte Bundesministerin Annette Schavan.

Kurzfristig wird die Ministerin zu einem Spitzengespräch Vertreter aus Wissenschaft, Forschung und Fachpolitik einladen. Im Mittelpunkt der Beratung wird die Frage stehen, welche Schlussfolgerungen nach der Aussetzung der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke infolge des Reaktorunfalls in Japan für den Umbau des Energiesystems in Deutschland, Europa und weltweit zu ziehen sind.

Fast stündlich gibt es neue Meldungen über Nachbeben in Japan. Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam steht mit seiner Expertise im Bereich Erdbeben und Tsunami-Prognose in engen Kontakt mit japanischen Stellen und ist jeder Zeit bereit, eigene Wissenschaftler nach Japan zu entsenden.

Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) mit seinem Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation am Standort Oberpfaffenhofen (ZKI) stellt Satellitenbilder und Daten des japanischen Katastrophengebiets bereit, die Städte, Straßen, Brücken und Gebäude vor und nach dem Erdbeben sowie dem anschließenden Tsunami zeigen. Solche Informationen, die großflächig oder detailgenau die Schadenssituation erfassen, sind eine wichtige Grundlage bei der Koordinierung von Rettungs- und Aufbaumaßnahmen durch die Helfer vor Ort. Konkrete Hilfe zur Aufrechterhaltung des Energiesystems bieten verschiedene deutsche Forschungsinstitute vor allem der Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Im Helmholtz Zentrum München (HMGU) werden aktuelle Fragen zur Strahlenwirkung auf den Menschen erforscht.

Unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurden sechs wissenschaftliche Arbeitsgruppen gegründet. Die Mitglieder erarbeiten zurzeit die in Deutschland vorhandene Expertise der Wissenschaft für die Beurteilung der aktuellen Lage sowie die weiteren Entwicklungen zum Reaktorunfall in Fukushima. Zu den Themenfeldern zählen unter anderem Berechnungen über die Ausbreitung der Radioaktivität, Hilfsmöglichkeiten bei Strahlenschäden, eine umfassende Bewertung der Folgen des Reaktorunfalls, sowie ein Vergleich deutscher und japanischer Reaktoren.

Ansprechpartner in den Zentren sind:
Monika Landgraf, Karlsruher Institut für Technologie, Presse, Kommunikation und Marketing, Pressesprecherin, Postfach 6980, 76049 Karlsruhe, Tel: +49 721 608-47414, E-Mail: pressestelle@kit.edu

Sven Winkler, Pressesprecher des Helmholtz Zentrums München: Tel. 089 3187 3946, mobil 0175 299 00 66; E-Mail: sven.winkler@helmholtz-muenchen.de

Elmar König, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften, Postfach 110543, 06019 Halle (Saale), Tel.: 0345 /47239815, E-Mail: elmar.koenig@leopoldina.org

Dipl.Met. Franz Ossing, Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Telegrafenberg, G 225, 14473 Potsdam, Tel.: 0331 / 288-1040, E-Mail: franz.ossing@gfz-potsdam.de

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics