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Ein CROKODIL leistet Lernhilfe im Internet

15.12.2011
Europäische Union und Bundesministerium für Bildung und Forschung fördern Projekt am Forschungszentrum L3S

Dieses CROKODIL ist nicht gefährlich – es schnappt nicht nach Menschen, sondern nach Informationen und hilft so, Recherchen im Internet zu vereinfachen. CROKODIL ist als Teilprojekt im April 2010 am Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover gestartet. Neben dem L3S, einem Zentrum für grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung im Bereich Web Science, sind unter Federführung der Technischen Universität Darmstadt fünf weitere Partner an dem Vorhaben beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Europäische Sozialfonds der Europäischen Union (EU) fördern CROKODIL mit mehr als 1,7 Millionen Euro.

CROKODIL widmet sich dem selbst organisierten, ressourcenbasierten Lernen im Internet. Beim ressourcenbasierten Lernen bedient sich der Lernende bereits vorhandener Informationen und ordnet und gewichtet diese selbstständig. Ein klassisches Beispiel für diese Lernform ist die Recherche in der Bibliothek. Im Gegensatz dazu steht das Lernen, bei dem ein Lehrender den Stoff vermittelt (Instruktionsorientiertes Lernen) sowie das Lernen in einer Gruppe, etwa einer Arbeitsgemeinschaft (Kooperatives Lernen). Beide Lernmethoden sind bereits seit Längerem Gegenstand in der Forschung.

Mit CROKODIL soll nun eine Forschungslücke geschlossen werden. Ziel ist, das selbstgesteuerte ressourcenbasierte Lernen systematisch zu unterstützen und mit dem kooperativen Lernen in Communities und instruktionsorientiertem Lernen zu verbinden. Langfristig soll das Vorhaben die Selbstlernkompetenz fördern, da die Informationsbeschaffung im Internet immer bedeutender wird.

Dazu sollen eine Web 2.0 Plattform (die CROKODIL Plattform) und didaktische Konzepte entwickelt und in Szenarien der beruflichen Aus- und Weiterbildung erprobt werden. Das Forscherteam am L3S ist speziell für die Entwicklung neuartiger ‚sozialer‘ Algorithmen für Empfehlungen verantwortlich, welche Beziehungen zwischen Nutzern ebenso wie Phänomene der ‚Kollektiven Intelligenz‘ angemessen abbilden.

Noch in diesem Jahr wird eine erste Version der Plattform unter www.crokodil.org für alle Interessierten öffentlich zugänglich gemacht und die stetig weiterentwickelt. Auch private Nutzer können die Plattform testen, denn CROKODIL ist für eine vielfältige Form der Anwendung konzipiert. Es hilft nicht nur in klassischen Lernsituationen während Schule, Ausbildung und Studium, sondern auch bei privaten Recherchen – beispielsweise in Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes oder zur Organisation von Webinformationen rund um das eigene Hobby.

Hintergrund für das Projekt ist die steigende Anzahl von Inhalten im Web 2.0, die als Lerninhalte genutzt werden können. Hierzu zählen die öffentlich zugänglichen Ressourcen, die als sogenannter Open Content etwa von Bildungsorganisationen zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise über Podcast-Kanäle. Auch Plattformen wie YouTube, Slideshare oder Slidestar, bei denen User ihre eigenen Inhalte einstellen können, sind von Bedeutung.

Hinzu kommen Experten-Foren, Wikis und Blogs, die als Lerngrundlage dienen können, auch wenn sie nicht direkt für Lernprozesse konzipiert wurden. Immer mehr Lernende greifen auf derartige Informationsquellen zurück, da sie reich an aktuellem Wissen zu vielfältigen Themen sind. Gleichzeitig nutzen die Lernenden diese Web 2.0-Anwendungen, um ihr eigenes Wissen mit anderen zu teilen, etwa über Wikis oder Blogs. Darüber hinaus existieren im Internet zahlreiche soziale Netzwerke, in denen Menschen Kontakte knüpfen, sich zu Themen austauschen und zusammenarbeiten.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Kerstin Bischoff M.A. vom Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover unter Telefon +49 511 762 17730 oder per E-Mail unter bischoff@l3s.de gern zur Verfügung.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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