Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Countdown für die Deutsch-Türkische Universität (DTU)

23.06.2009
22 deutsche Hochschulen gründen Konsortium

Der Startschuss für die abschließenden Vorbereitungen zur Gründung der ersten deutsch-türkischen Universität in der Türkei ist gefallen.

Anfang dieser Woche wurde ein deutsches Hochschulkonsortium gegründet, das unter Federführung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die akademische Ausgestaltung der DTU mit den türkischen Projektverantwortlichen abstimmen und die Einzelheiten der Gründung, des Betriebs, der Zulassung und der Finanzierung ausarbeiten wird. Auf deutscher Seite wird die Finanzierung der DTU vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte am Dienstag: "Die DTU ist eine Meilenstein der deutsch-türkischen Wissenschaftskooperation. Ich freue mich sehr, dass deutsche Hochschulen sich in so großer Zahl in diesem Projekt engagieren wollen. Ich bin davon überzeugt, dass die DTU Sig-nalwirkung für die Türkei und die gesamte Region entfalten wird. Die Gründung der DTU ist ein wichti-ger Schritt für die Weiterentwicklung des internationalen Hochschulraums."

"Der DAAD", so Präsident Stefan Hormuth, "wird seine Erfahrung, die er in den letzten Jahren bei einer großen Zahl deutscher Hochschulgründungen im Ausland gesammelt hat, in dieses Projekt einbringen und dazu auch die vielfältigen Programme nutzen, die wir in Zusammenarbeit mit der Türkei seit langem entwickelt haben. Mit der Gründung eines so prominenten deutschen Hochschulkonsortiums sind jetzt optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in Istanbul geschaffen."

Die DTU knüpft an die traditionell enge Zusammenarbeit in Bildung und Forschung zwischen Deutsch-land und der Türkei an und zielt auf den wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in der Türkei, deren Wirtschaft dynamisch wächst. Deutschland zählt außerdem zu den wichtigsten Han-delspartnern der Türkei. Deshalb sollen sich neben den universitären Partnern auch private Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen in den weiteren Planungsprozess einbringen. Die türkische Seite wird Gelände, Gebäude und Infrastruktur zur Verfügung stellen sowie die laufenden Kosten tragen. Zu den deutschen Beiträgen gehört die Entsendung von Dozenten und Lektoren, die Entwicklung von Curricu-la, Material für den Aufbau eines Sprachlernzentrums, Gewährung von Zuschüssen zu Ortsgehältern, Stipendien sowie Fortbildungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen werden vom BMBF finanziert.

Am 30. Mai 2008 hatten Bundesforschungsministerin Schavan gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dem türkischen Außenminister Ali Babacan die "Vereinbarung über die Gründung einer deutsch-türkischen Universität (DTU) in der Türkei" unterzeichnet. Inzwischen ist auch der Ratifizierungsprozess auf beiden Seiten abgeschlossen worden.

Die DTU ist als staatliche, wissenschaftliche Einrichtung mit herausragendem Profil in Istanbul in einer Größenordnung von mittelfristig 5000 Studierenden geplant. Starten wird die DTU voraussichtlich in diesem Wintersemester mit fünf Fakultäten: Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Wirt-schafts- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaft und Geistes- und Kulturwissenschaften. Das deutsche Hochschulkonsortium soll als Partner der DTU den deutschen Beitrag zur Erfüllung der Re-gierungsvereinbarung leisten.

22 Hochschulen, darunter sechs Universitäten, die sich zur Übernahme der Federführung für je eine Fakultät und für das Fremdsprachenzentrums der DTU bereit erklärt haben (Technische Universität Berlin, Universität Potsdam, Freie Universität Berlin, Universität Heidelberg, Universität zu Köln in Kooperation mit Universität Münster, Universität Bielefeld), haben das Konsortium gegründet. Weitere Hochschulen haben ihr Konsortialinteresse bekundet. Die Konsortialmitglieder verpflichten sich, beim Aufbau von Forschungsbereichen und der Einrichtung und dem Betrieb von Studiengängen an der DTU mitzuwirken mit dem Ziel der Vergabe ihrer akademischen Grade (gemeinsamer Abschluss oder Doppel-Abschluss) an Absolventen der DTU. Das BMBF hat den DAAD mit der Umsetzung und Durchführung des Projekts beauftragt.

An der Gründungssitzung in Bonn nahmen Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und For-schung, des Auswärtigen Amtes, der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, der Hoch-schulrektorenkonferenz, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes teil sowie als Gast eine Vertreterin des türkischen Hochschulrates (YÖK).

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2598.php
http://www.bmbf.de/press/2598.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie