Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computersimulation, ein Berufsfeld mit Zukunft

06.07.2009
Allen Negativmeldungen aus der Wirtschaft zum trotz ist die hohe Nachfrage nach Entwicklungsingenieuren mit hervorragenden Computerkenntnissen ungebrochen.

Für die Industrie ist Computersimulation das A und O, um den kostspieligen Bau von Prototypen zu vermeiden. Auch deshalb erweitert die Hochschule Aalen ihr Maschinenbau-Angebot um den neuen Studiengang Maschinenbau/Produktentwicklung und Simulation.

Geht es um die Sicherheit der Insassen im Auto, gibt es keinen Spaß. Prototypen von Testwagen rasen reihenweise gegen Wände und in Gräben, bevor ein Fahrzeug in die Serienproduktion geht. Öffnet sich der Airbag genau im richtigen Moment? Verbiegen sich Träger und Bleche keinen Millimeter zu weit und bleibt den Insassen genug Raum zum Atmen? Erst wenn diese Fragen und viele mehr positiv beantwortet sind, winkt die Auszeichnung.

Sterne geben dem Verbraucher Auskunft über die Insassensicherheit. Je mehr Sterne die Karosse auszeichnen - maximal fünf sind möglich, desto größer sind die Überlebenschancen für die Insassen im Falle eines Unfalles. Man fühle sich wie im Hotel. Das honorieren auch die Versicherungen mit niedrigeren Prämien.

Jedoch verdient jeder Prototyp das Siegel "Handarbeit". Bis zu einer halben Millionen Euro kostet ein Prototyp. "Das ist zu teuer und dauert zu lange", klagen die Entwicklungsingenieure. Sie ergreifen die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie und helfen sich mit Computersimulation. "Am Computer kann ein geschulter Ingenieur im Voraus berechnen, wie sich das Material im Fall des Falles verhalten wird. "Man nennt dies Simulation", erklärt Professor Dr. Markus Merkel, der Studiendekan des neuen Studiengangs Maschinenbau/Produktentwicklung und Simulation an der Hochschule Aalen.

Die Firma Bosch baut in Stuttgart Sensoren für Sicherheitssysteme im Kraftfahrzeug. "Wir haben eine ganze Arbeitsgruppe, die sich speziell mit Simulation befasst.", bestätigt Roland Müller-Fiedler aus der Bosch-Forschung den Bedarf und ergänzt: "Eine Finite Elemente Berechnung kann man beliebig oft wiederholen und variieren, ohne extra einen Prototyp bauen zu müssen. Mit der Simulation sparen wir Zeit und Geld. Wer in der Entwicklung Erfolg haben will, muss die Computersimulation beherrschen."

Hier ist die Hochschule gefragt, sie verstärkt die praktische Ausbildung am Computer. "Der Arbeitsplatz des Ingenieurs verlagert sich zusehends von der Produktionshalle zum Computerarbeitsplatz. Zukünftige Ingenieure, Frauen und Männer, müssen die komplexen Softwarewerkzeuge hervorragend beherrschen, um zuverlässige Aussagen zu treffen", weiß Merkel. "Wir bieten in Aalen einen zusätzlichen Studiengang Maschinenbau/ Produktentwicklung und Simulation, um den erhöhten Anforderungen wie auch der erhöhten Nachfrage nachzukommen." An Interessenten sollte es nicht mangeln, denn der Umgang mit dem Computer fällt jungen Menschen erfahrungsgemäß leicht.

Monika Theiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.htw-aalen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie