Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Celle entsteht für 10 Millionen Euro ein einzigartiges Forschungszentrum

13.12.2012
Wissenschaftler entwickeln und erproben weltweit modernste Techniken zur Tiefenbohrung nach Erdwärme

Der symbolische Spatenstich ist heute erfolgt: Die Technische Universität Clausthal errichtet am Standort Celle ein „Forschungszentrum Drilling Simulator“ (FZC Drilling Simulator) zur wissenschaftlichen Erprobung neuartiger Bohrtechniken.

Ziel ist es, technische Verfahren zu entwickeln, um geothermische Energie aus tiefen geologischen Schichten künftig wirtschaftlich gewinnen zu können.

Für die in Deutschland in dieser Form einmalige wissenschaftliche Einrichtung investieren Land, EU und TU Clausthal insgesamt rund 10 Millionen Euro. Die Stadt Celle und der Verein GeoEnergy beteiligen sich zusammen mit 100.000 Euro. Zudem stellt die Kommune ein erschlossenes, 9000 Quadratmeter großes Grundstück für das FZC Drilling-Simulator bereit.

„Natürliche Ressourcen wie die Erdwärme stärker zu nutzen, gewinnt mit Blick auf die Energiewende immer stärker an Bedeutung. Das Land will seine Spitzenposition bei der Erforschung der Erneuerbaren Energien und ihrer Gewinnung weiter ausbauen. Die Investitionen in die Geothermieforschung und in eine der weltweit modernsten und leistungsstärksten Forschungsanlagen für Tiefenbohrungen werden sich für Niedersachsen auszahlen“, sagte die niedersächsische Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka.

„Mit dem Drilling Simulator in Celle schlagen die TU Clausthal und ihre Forschungspartner eine Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft, indem sie sich mit diesem zukunftsorientierten Projekt direkt in ein einschlägig geprägtes Industrieumfeld begeben“, so Universitätspräsident Professor Dr. Thomas Hanschke. Mit dem Bohrteststand unterstreiche die Hochschule ihre hohe Kompetenz auf diesem Gebiet.

Das Land stellt aus dem für Niedersachsen vorgesehenen Fördertopf des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 5 Millionen Euro für den Bau des FZC Drilling-Simulator bereit. Aus Landesmitteln kommen noch einmal rund 4 Millionen Euro dazu, mit denen auch die Ersteinrichtung finanziert wird. Die TU Clausthal trägt 700.000 Euro Eigenanteil.

Mit Hilfe des FZC Drilling Simulator sollen künftig hochinnovative Ansätze zur Erschließung des geologischen Untergrundes erforscht werden. Neuartige Ansätze zur Bohrungsherstellung können in Versuchsständen zum Teil maßstäblich ausgeführt und experimentell untersucht werden. „Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen für die Entwicklung und Weiterentwicklung von Modulen genutzt werden, um die Prozesse der Bohrungsherstellung quantitativ zu beschreiben“, erläuterte Professor Hans-Peter Beck, Leiter des Energieforschungszentrums Niedersachsen (EFZN) in Goslar.

Mit den Modulen, die im Simulator zusammengeführt werden, können thermische, hydraulische, mechanische und chemische Prozesse und deren Wechselwirkungen modelliert und geplante Bohrungen bereits vorab virtuell durchgeführt werden.

In dem Zentrum sollen nach Beginn der Aufbauphase 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen. Ihre Stellen entstehen neu und sind dem Forschungsverbund Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik zugeordnet. Die Spezialisten werden eng mit in Celle angesiedelten Unternehmen kooperieren, die sich im Verein Geo Energy zusammengeschlossen haben. Wissenschaftlich und organisatorisch wird das Zentrum dem EFZN zugeordnet.

Ansprechpartner für fachliche Fragen:
Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Beck
Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN)
Am Stollen 19A
38640 Goslar
Telefon: (05321) 38 16 80 01
Fax: (05321) 38 16 80 09
E-Mail: vorsitzender@efzn.de

Petra Wundenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.efzn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitaler Aufbruch im Bildungssystem? Überblick über digitale Lernszenarien im Hochschulbereich
19.01.2016 | HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V.

nachricht Roboter sollen eingewanderten Kindern helfen, Deutsch zu lernen
22.12.2015 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supraleitung: Fußbälle ohne Widerstand

Hinweise auf einen lichtinduzierten verlustfreien Stromtransport in Alkali-Fulleriden helfen bei der Suche nach supraleitenden Materialien für die Praxis.

Supraleiter bleiben einstweilen in Nischenanwendungen verbannt. Da selbst die besten dieser Materialien erst bei minus 70 Grad Celsius ihren elektrischen...

Im Focus: New study: How stable is the West Antarctic Ice Sheet?

Exceeding critical temperature limits in the Southern Ocean may cause the collapse of ice sheets and a sharp rise in sea levels

A future warming of the Southern Ocean caused by rising greenhouse gas concentrations in the atmosphere may severely disrupt the stability of the West...

Im Focus: Superconductivity: footballs with no resistance

Indications of light-induced lossless electricity transmission in fullerenes contribute to the search for superconducting materials for practical applications.

Superconductors have long been confined to niche applications, due to the fact that the highest temperature at which even the best of these materials becomes...

Im Focus: "Footware Innovation" – Digitale Techniken für individuelles Schuhwerk

Sieben mittelständische Unternehmen des Orthopädiefachhandwerks, die Universität Bayreuth und die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth haben sich zum neuen Netzwerk „Footware Innovation Network (FIN)“ zusammengeschlossen. Das Netzwerk soll dem Orthopädiefachhandwerk den Nutzen digitaler Technologien vom 3D-Scan bis zum 3D-Druck erschließen, um kundenorientiert und dabei kostengünstig höchst individuelle Produkte herstellen zu können.

Praktikable Produktlösungen für das Orthopädiefachhandwerk

Im Focus: Wbp2 is a novel deafness gene

Researchers at King’s College London and the Wellcome Trust Sanger Institute in the United Kingdom have for the first time demonstrated a direct link between the Wbp2 gene and progressive hearing loss. The scientists report that the loss of Wbp2 expression leads to progressive high-frequency hearing loss in mouse as well as in two clinical cases of children with deafness with no other obvious features. The results are published in EMBO Molecular Medicine.

The scientists have shown that hearing impairment is linked to hormonal signalling rather than to hair cell degeneration. Wbp2 is known as a transcriptional...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

FZI Open House: IKT-Forschung für die Praxis hautnah erleben

09.02.2016 | Veranstaltungen

KIT 2016: Infektiologen und Tropenmediziner tagen in Würzburg

08.02.2016 | Veranstaltungen

11. European Bioplastics Konferenz 2016

08.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Supraleitung: Fußbälle ohne Widerstand

09.02.2016 | Physik Astronomie

Beinahe Unmögliches aus dem 3D-Drucker

09.02.2016 | Informationstechnologie

Das große Strömen zum Licht

09.02.2016 | Biowissenschaften Chemie