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BMBF stärkt Forschung für bessere Milch, gesündere Tiere und effiziente Pflanzenzüchtung

10.03.2009
Vier Cluster erhalten bis zu 40 Millionen Euro / Die Universitäten in Bonn, Kiel, Rostock und die TU München koordinieren die Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Aufbau von international wettbewerbsfähigen, exzellenten Kompetenznetzen in der Agrarforschung. Ihre Forschungsergebnisse sollen die Tiergesundheit erhöhen, die Pflanzen- und Tierzüchtung optimieren, die Erzeugung und Verarbeitung von Milch verbessern sowie die landwirtschaftliche Produktion durch den Einsatz moderner Analyse-Verfahren ressourcenschonend steigern.

"Von der Forschung werden sowohl die landwirtschaftlichen Betriebe als auch die Verbraucher profitieren. Denn es geht um die effiziente und umweltfreundliche Produktion von gesunden Nahrungsmitteln", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF Thomas Rachel am Dienstag in Berlin. "Der Klimawandel verlangt große Anstrengungen in der Agrarforschung. Deutschland ist dafür gut aufgestellt." Von bundesweit 27 eingereichten Strategiekonzepten sind in zwei Auswahlrunden jetzt die besten 4 Agrarcluster unter Koordination der Universitäten Bonn, Kiel, Rostock und der Technischen Universität München ausgewählt worden. Darüber hinaus soll der deutsche Gartenbau durch Bündelung der wissenschaftlichen Kompetenzen unter Koordination der Universität Hannover unterstützt werden.

In den vier Kompetenznetzen sind insgesamt 25 Partner aus der Wissenschaft (Hochschulen und Forschungseinrichtungen) und 15 Partner aus der Wirtschaft beteiligt. Für diese Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stellt das BMBF in den nächsten fünf Jahren insgesamt bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch sollen Ideen aus Hochschulen und Forschungsinstituten schnell als Produkte auf den Markt gebracht werden. Die einzelnen Hochschulstandorte werden darüber hinaus von den Ländern unterstützt.

Der Agrarforschung kommt bei der Lösung globaler Probleme sowie bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen, auf Bioressourcen basierenden Wirtschaft (Bioökonomie) eine zentrale Rolle zu. Herausforderungen sind unter anderem die Mangelernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, Fehlernährung in den Industrieländern, Zerstörung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, Wassermangel, die Verlagerung von Anbauzonen durch den globalen Klimawandel sowie der Rückgang biologischer Vielfalt. Zusätzlich ist mit dem weltweiten Bedarf an Energie und Rohstoffen und den Anforderungen des Klimaschutzes die Notwendigkeit verbunden, Biomasse stärker für die energetische und stoffliche Verwertung zu nutzen.

Weitere Informationen über die ausgewählten Kompetenznetze:

Kompetenznetzwerk Food Chain Plus (FoCus)
Koordinator: Christian-Albrechts-Universität Kiel, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät

Das Netzwerk forscht über die Erzeugung und Verarbeitung von Milch unter Bewahrung natürlicher Ressourcen. Es geht darum, gesundheitsfördernde Inhaltsstoffen im Rohstoff Milch zu identifizieren und in Milchprodukten zu nutzen. Die Forscher nehmen dazu die gesamte Prozesskette der Milch in Blick - von der Tierfütterung und Tiergesundheit über die Milchproduktion bis zur technologischen Verarbeitung - und bewerten die Wirkungen der erzeugten Produkte auf die Gesundheit des Verbrauchers. Funktionelle Milchprodukte, in denen bestimmte Inhaltsstoffe angereichert sind, können sich bei ernährungsbedingten chronischen Erkrankungen positiv auswirken. Einen besonderen Stellenwert in den Arbeiten des Kompetenznetzes nimmt daher die Ernährungsmedizin ein.

PHÄNOMICS - Ein systembiologischer Ansatz zur Genotyp-Phänotyp-Abbildung im Kontext von Leistung, Gesundheit und Wohlbefinden bei den Nutztieren Rind und Schwein

Koordinator: Universität Rostock, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Institut für Nutztierwissenschaften und Technologie

Das Kompetenznetz hat das Ziel, die molekularen Mechanismen im Zusammenhang von Tiergesundheit und Wohlbefinden bei den Nutztieren Rind und Schwein aufzuklären. Dies soll durch die Verknüpfung von modernen Methoden der Biotechnologie mit der Verhaltensforschung gelingen. Das bessere Verständnis der Zusammenhänge zwischen Genen und Verhalten der Tiere kann dazu beitragen, die Tierhaltung zu verbessern und das Leistungspotenzial der Nutztiere zu steigern. Die neuen Eigenschaften fließen in Zuchtprogramme ein und bilden eine wichtige Voraussetzung für eine tiergerechte, ressourcen- und ökoeffiziente Erzeugung von Nahrungsmitteln. Damit trägt das Netzwerk zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierzucht sowie der Verbraucherakzeptanz bei.

Komplexe Sensorik für Nutzpflanzenforschung, Züchtung und Bestandessteuerung: CROPSENSe

Koordinator: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Das Netzwerk befasst sich mit der Entwicklung von Analyseverfahren für eine verbesserte Pflanzenzüchtung und -forschung. Moderne Hightech-Sensoren sollen in Kombination mit molekularbiologischen Informationen die Züchtung besser angepasster Nutzpflanzen beschleunigen. Dies ermöglicht die Ertrags- und Qualitätssteigerung von Pflanzen und die nachhaltige Landbewirtschaftung bei reduziertem Ressourcenverbrauch. Die Beschleunigung der Züchtung schafft die Voraussetzung für eine schnellere Anpassung an eine erhöhte Nachfrage nach pflanzlichen Produkten wie Nahrungs- und Futtermittel, Rohstoffe und Energie unter veränderten Produktionsbedingungen (Klimawandel, Ressourcenverfügbarkeit).

Synbreed - Innovationscluster synergistische Pflanzen- und Tierzüchtung
Koordinator: TU München, WZW für Ernährung, Landnutzung und Umwelt
Das Ziel des Innovationsclusters ist der Einsatz von modernen Methoden der Biotechnologie in der Tier- und Pflanzenzüchtung. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Charakterisierung der biologischen Vielfalt von Mais, Huhn und Rind und deren genetische Analyse sowie die Entwicklung optimierter Züchtungsstrategien. Damit wird die Basis geschaffen für eine ressourcenschonende Hühner- und Rinderzucht sowie für eine ertragreiche Züchtung von Mais. Durch die gleichzeitige Betrachtung der natürlichen Gesetzmäßigkeiten bei Pflanzen und Tieren sowie Nutzung gemeinsamer Technologieplattformen und moderner molekularer Methoden ergeben sich erfolgversprechende Synergien. Mit einer daraus zu erwartenden Beschleunigung des züchterischen Fortschritts soll ein Beitrag zur nachhaltigen Effizienzsteigerung der agrarischen Produktion geleistet werden. Züchtung ist von zentraler Bedeutung für zukünftige Herausforderungen wie steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten, Ressourcenverknappung und Veränderung der Klimazonen.

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

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