Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomaterialien im Fokus

02.03.2012
Neue Biomaterialien für die regenerative Medizin könnten die Lebensqualität vieler Menschen, gerade auch der Älteren, verbessern.

Im Helmholtz-Portfoliothema „Technologie und Medizin“ soll die Forschung entscheidend beschleunigt werden. Forscherinnen und Forscher aus sechs Helmholtz-Zentren und drei Universitäten werden bildgebende Verfahren weiterentwickeln, um das Verhalten von polymeren Biomaterialien im Körper zu untersuchen und mögliche Wechselwirkungen und Abbauprodukte zu identifizieren. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert das Portfoliothema „Technologie und Medizin“ von 2012 bis 2016 mit insgesamt 13 Mio. Euro.

„Die regenerative Medizin bietet große Chancen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die derzeit langen Entwicklungszeiten für innovative Biomaterialien könnten sich durch zuverlässige Vorhersagen des in-vivo-Verhaltens signifikant verkürzen. Dies würde auch die medizintechnische Industrie in Deutschland weiter stärken, die auf raschen Wissenstransfer angewiesen ist.“

Für regenerative Therapien werden Nano- und Mikropartikel als Trägersysteme für Wirkstoffe und Diagnostika sowie makroskopische Implantate benötigt. Dies lässt sich mit maßgeschneiderten Biomaterialien realisieren, die aktiv mit Ihrer biologischen Umgebung interagieren können. Doch bislang ist nur unzureichend untersucht, wie solche Materialien mit der biologischen Umgebung wechselwirken und wo etwaige Abbauprodukte im Körper verbleiben. Daher sollen der lokale Stoffwechsel, die Wasseraufnahme, die Fragmentierung sowie Funktion, Transport und Verbleib für solche Materialien aufgeklärt werden.

Im Portfoliothema „Technologie und Medizin - Multimodale Bildgebung zur Aufklärung des in-vivo-Verhaltens von polymeren Biomaterialien“ werden daher multiskalige und multimodale Bildgebungsverfahren entwickelt. Dabei werden alle verfügbaren Verfahren wie PET, MRI, Röntgentomografie/-mikroskopie und Autoradiografie, sowie geeignete Magneto- und Radiotracer einbezogen, die eine orts- und zeitaufgelöste Beurteilung des Verhaltens der Biomaterialsysteme in vivo und in vitro ermöglichen.

Als Kooperationspartner sind klinische Translationszentren eingebunden, so dass die zügige Umsetzung der Forschung in die klinische Anwendung erleichtert wird. Dieses Portfoliothema bildet die Basis für den Aufbau des forschungsbereichsübergreifenden Querschnittsverbundes „Technologie und Medizin“, der die entsprechenden Aktivitäten aus dem FB Gesundheit, dem FB Struktur der Materie und denen aus dem FB Schlüsseltechnologien unter Koordination durch den FB Schlüsseltechnologien in der dritten Periode der programmorientierten Förderung verbinden soll.

Beteiligte Helmholtz-Zentren:
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Forschungszentrum Jülich
GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung
Helmholtz Zentrum Berlin
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Karlsruher Institut für Technologie
Beteiligte externe Partner:
Freie Universität Berlin
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Koordinierender Sprecher: Prof. Dr. Andreas Lendlein, Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft
Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährlichen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung profitieren auch die universitä¬ren Forschungspartner. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie