Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BIBB REPORT: Duale und schulische Ausbildungen im Vergleich

29.07.2014

Schulische Vorbildung und Beruf bestimmen über Beschäftigungserfolg

Sowohl die duale als auch die schulische Berufsausbildung qualifizieren in Deutschland für eine Tätigkeit auf der mittleren Qualifikationsebene. Ergebnisse einer Analyse „Erfolgreich im Beruf? Duale und schulische Ausbildungen im Vergleich“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen, dass nicht die unterschiedlichen Ausbildungssysteme an sich, sondern vielmehr die schulische Vorbildung und die mit dem jeweiligen Ausbildungsberuf verbundenen Beschäftigungschancen eine zentrale Bedeutung für den Berufserfolg haben.

Wie erfolgreich sind die dual, das heißt in Betrieb und Berufsschule, beziehungsweise die im Schulberufssystem ausgebildeten Fachkräfte hinterher in ihrem Beruf? In diesen Bildungsbereichen findet Ausbildung in verschiedenen Berufsfeldern statt. Während die schulische Ausbildung einen besonderen Schwerpunkt in den Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen hat, deckt die duale Ausbildung ein breiteres Berufsspektrum ab, das auch eine Vielzahl von gewerblich-technischen Berufen einschließt.

Die BIBB-Analyse zeigt, dass Frauen mit einer schulischen Ausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen, die für ein wachsendes Beschäftigungsfeld qualifiziert werden, in vielen Erfolgsindikatoren besser abschneiden als dual ausgebildete Frauen insgesamt. Allerdings setzt die Aufnahme einer schulischen Berufsausbildung häufig eine höhere Schulbildung voraus, die sich wiederum positiv auf den beruflichen Erfolg auswirkt. Auch arbeiten Frauen in Gesundheits- und Sozialberufen häufiger in ihrem Wunschberuf.

Außerhalb des Bereichs Gesundheit/Erziehung/Sozialwesen unterscheiden sich die Chancen nach vollzeitschulischen Ausbildungen an Berufsfachschulen – bis auf eine etwas verringerte Wahrscheinlichkeit auf eine unbefristete Beschäftigung – insgesamt nicht von dualen Ausbildungen.

Im Gegensatz zum Schulberufssystem stellt die duale Berufsausbildung ein Spektrum von Ausbildungsberufen mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus bereit. Dabei kann das duale Ausbildungssystem sowohl Jugendlichen mit höheren Schulabschlüssen gute Ausbildungsmöglichkeiten bieten als auch Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen integrieren. „Diese Integrationsfunktion ist eine besondere Stärke des dualen Systems, die das BIBB auch in Zukunft weiterentwickeln muss“, betont der stellvertretende BIBB-Präsident Reinhold Weiß.

Der BIBB-Analyse liegen Daten aus der Erwerbstätigenbefragung 2012 zugrunde. Die repräsentative Stichprobe von rund 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland wird gemeinsam vom BIBB und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt. Verglichen wurden dual Ausgebildete mit vollzeitschulisch Ausgebildeten an Berufsfachschulen sowie im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen. Da die Ausbildungen in den Berufsfeldern geschlechtsspezifisch variieren und Männer nur selten eine schulische Ausbildung absolvieren, wurden die multivariaten Analysen nur für Frauen gerechnet.

Zu den neun objektiven und subjektiven Erfolgsindikatoren zählt die BIBB-Studie das individuelle Bruttoeinkommen, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, die Berufsposition, die Fach- und Niveau-Adäquanz, die Tätigkeit im Wunschberuf, den beruflichen Aufstieg sowie die Zufriedenheit mit der Arbeit und dem Berufsverlauf.

Anders als im Schulberufssystem ist eine Ausbildung im dualen System bundeseinheitlich auf der Grundlage von Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) geregelt und nur in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen möglich.

Die aktuelle Analyse ist in der BIBB-Schriftenreihe BIBB REPORT, Ausgabe 2/2014, mit dem Titel „Erfolgreich im Beruf? Duale und schulische Ausbildungen im Vergleich“ erschienen. Sie steht im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/bibbreport kostenlos zur Verfügung.

Andreas Pieper | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie