Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BIBB prognostiziert Verbesserung auf dem Ausbildungsstellenmarkt 2012

09.05.2012
BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012 veröffentlicht

Leichte Zuwächse bei den Ausbildungsplatzangeboten und den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bei einem geringfügigen Rückgang der Bewerberzahl: So lautet die Schätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für den Ausbildungsstellenmarkt im Herbst 2012 im Vergleich zum Vorjahr.

„Aus Sicht der Jugendlichen ist die Entwicklung erfreulich“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser aus Anlass der heutigen Veröffentlichung des BIBB-Datenreports. „Ihre Chancen auf eine Ausbildung werden weiter steigen.“

Für Betriebe werde es allerdings schwieriger, den „passenden“ Auszubildenden zu finden. „Von einem generellen Bewerbermangel zu sprechen, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für nicht gerechtfertigt.“

Bewerber seien schließlich immer noch genügend da. Problematisch sei vielmehr die „Passgenauigkeit“, so Esser: „In vielen Branchen, Berufen und Regionen gibt es extreme Unterschiede zwischen Bedarf und Nachfrage.“ Hierfür praktikable Lösungsansätze zu finden, sei das Gebot der Stunde. Der BIBB-Datenreport ergänzt mit seinen Informationen und Analysen den „Berufsbildungsbericht 2012“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der heute vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist.

Die BIBB-Schätzung für das Jahr 2012 geht bei den angebotenen Ausbildungsplätzen von einer Steigerung um rund 6.400 auf mehr als 606.000 Angebote aus (+1,0 %). Bei einem gleichzeitigen Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber um etwa 2.100 auf rund 644.800 (-0,4 %) wird der Anstieg bei der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge voraussichtlich mit + 0,2 % auf rund 571.600 geringer ausfallen. „Aufgrund dieser Prognosen ist zu befürchten“, sagt Esser, „dass die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen in diesem Jahr weiter ansteigen wird.“ 2011 konnten knapp 30.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. In einer repräsentativen Betriebsbefragung des BIBB hatten im Frühjahr 2011 rund 35 % der Betriebe angegeben, ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen zu können. Esser appelliert an alle Verantwortlichen in der beruflichen Bildung, alles daranzusetzen, diesen Trend umzukehren.

„Die Schwierigkeiten bei der Passgenauigkeit von Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage spielen hier eine große Rolle. Für eine Verbesserung sind Flexibilität und Engagement aller Beteiligten erforderlich: Mobilitätshilfen können den jungen Leuten helfen, sich eine regionale Veränderung zuzutrauen“, so Esser. „Sie sollten die umfassenden Angebote nutzen, sich bei ihrer Berufsorientierung breit informieren und unterschiedliche Ausbildungswege in Betracht ziehen.“ Auf Seiten der Betriebe sei es erforderlich, offen für alle Lehrstellensuchenden zu sein, ein offensives Marketing zu betreiben und dies mit attraktiven Rahmenbedingungen der Ausbildung zu verknüpfen, so Esser: „Dies kann zum Beispiel auch das Angebot von Zusatzqualifikationen oder Ausbildungsaufenthalten im Ausland beinhalten.“

„Sehr erfreut“ zeigt sich der BIBB-Präsident vom Rückgang im Übergangsbereich. „Die heute im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Betriebe das Potenzial derjenigen erkannt haben, die vor wenigen Jahren auf dem Ausbildungsstellenmarkt kaum Chancen hatten.“ Die demografische Entwicklung allein, so Esser weiter, werde aber die strukturellen Probleme im Übergangsbereich nicht lösen. Hier bedürfe es einer grundlegenden Optimierung. „Der Bildungsketten-Ansatz der Bundesregierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Er muss aber bundesweit ausgedehnt und verstetigt werden.“ Hierfür sei letztendlich auch die Unterstützung durch alle Länder erforderlich. Wegen der grundlegenden Bedeutung des Themas seien die „Übergänge von der Schule in die Ausbildung“ auch als inhaltlicher Schwerpunkt im diesjährigen Datenreport aufgegriffen worden, betont Esser abschließend.

Der seit 2009 vom BIBB herausgegebene Datenreport ergänzt den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung um einen indikatorengestützten Datenteil. Das mehr als 400 Seiten umfassende Standardwerk liefert – unterlegt mit zahlreichen Tabellen, Schaubildern und Grafiken – aktuelle Daten, Fakten und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland.

Eine Vorabversion kann im Internetangebot des BIBB kostenlos unter http://www.bibb.de/datenreport heruntergeladen werden. Die endgültige Fassung des BIBB-Datenreports 2012 wird voraussichtlich Ende Mai im Internet und Mitte Juli als Printpublikation zur Verfügung stehen.

Der „Berufsbildungsbericht 2012“ der Bundesregierung ist im Internet abrufbar unter http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/datenreport
http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften