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Bestnoten für Jülicher Atmosphärenforschung

29.04.2013
BMBF nimmt Forschungsinfrastruktur IAGOS in seine nationale Roadmap auf

Die Jülicher Umweltforschungsinfrastruktur IAGOS ist bundesweit eines von drei Großforschungsprojekten, das heute nach hervorragender Bewertung durch den Wissenschaftsrat in die Roadmap für Forschungsinfrastrukturen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgenommen worden ist.


Über IAGOS wird Deutschland eine zentrale Rolle bei der Erhebung und Auswertung von dringend benötigten globalen Datensätzen zur atmosphärischen Zusammensetzung der freien Troposphäre spielen. IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System) nutzt zivile Verkehrsflugzeuge, um regelmäßig Atmosphärendaten aus der Höhe der Flugkorridore und vertikale Profile in der Atmosphäre zu gewinnen.
Quelle: A. Karmazin

Die Roadmap soll laut BMBF dazu dienen, politische Entscheidungen über langfristige Forschungsinfrastrukturen – dazu gehören beispielsweise umfangreiche Experimente, Ressourcen oder Serviceeinrichtungen für die Großforschung – auf nationaler und internationaler Ebene zu treffen. Verbunden mit der Aufnahme in die Roadmap ist die grundsätzliche Finanzierungsbereitschaft der Maßnahmen durch das BMBF. Auf dieser Basis können die Projektverantwortlichen konkrete Absprachen treffen und mit internationalen Partnern in Kontakt treten.

Prof. Andreas Wahner, Projektkoordinator IAGOS: "Diese Entscheidung für IAGOS freut mich und unsere deutschen und internationalen Partner außerordentlich. Zusammen mit den beteiligten Linienfluggesellschaften werden nun präzise und hochaufgelöste Messungen klimarelevanter und reaktiver Spurenstoffe mit globaler Abdeckung ermöglicht. Diese Daten werden unser wissenschaftliches Verständnis der Atmosphärenchemie und der Klimaveränderungen verbessern und damit präzisere Vorhersagen sowohl auf der globalen als auch auf der regionalen Skala ermöglichen."

Das BMBF hatte im Jahr 2011 den Wissenschaftsrat beauftragt, Konzepte für große wissenschaftliche Infrastrukturvorhaben zu prüfen. Im heute veröffentlichten Bericht des Wissenschaftsrates heißt es zu IAGOS: "IAGOS könnte Deutschlands wichtigster Beitrag zu einem globalen System für die Beobachtung der Atmosphäre werden. Das verleiht dem Vorhaben eine hohe wissenschaftliche und politische Bedeutung und wird sogar Deutschlands Rolle bei Gestaltung und Verwendung globaler Datensätze stärken. Über IAGOS wird Deutschland eine zentrale Rolle bei der Erhebung und Auswertung von dringend benötigten globalen Datensätzen zur atmosphärischen Zusammensetzung der freien Troposphäre spielen. Deutschland ist bereits heute ein attraktiver Standort für diesen Forschungsbereich. Die neue Infrastruktur wird Deutschlands führende Rolle in diesem Bereich in Europa und weltweit noch stärker zum Ausdruck bringen. Mit dem Vorhaben stünden Deutschland und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Zentrum einer bedeutenden wissenschaftlichen Infrastruktur."

IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System) nutzt zivile Verkehrsflugzeuge, um regelmäßig Atmosphärendaten aus der Höhe der Flugkorridore und vertikale Profile in der Atmosphäre zu gewinnen. Das war bisher nur punktuell und aufwändig mit Forschungsflugzeugen möglich. Damit wird eine wichtige Wissenslücke geschlossen, um genauere Klimavorhersagen zu treffen und die Auswirkungen der Luftverschmutzung festzustellen. Weltweit sind mehrere renommierte internationale Airlines in IAGOS eingebunden. Am Vorhaben werden bis zu 20 Langstreckenflugzeuge beteiligt sein, von denen jedes weltweit während rund 500 Flügen pro Jahr mit vollautomatischen Instrumenten Messungen zu wichtigen reaktiven Gasen und Treibhausgasen (z. B. Kohlendioxid und Methan) sowie zu Staub- und Wolkenpartikeln durchführen wird. Zusätzlich wird einmal pro Monat ein Flugzeug mit einem Frachtcontainersystem eingesetzt, das die Messung einer großen Bandbreite von Atmosphärenbestandteilen mithilfe neuester Messgeräte erlaubt.

IAGOS wird koordiniert vom Forschungszentrum Jülich. Zu den Partnern gehören Forschungsinstitute und Hochschulen mit Schwerpunkt auf Atmosphärenwissenschaften in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, außerdem Wetterdienste, spezialisierte Unternehmen und Fluggesellschaften.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des BMBF:
http://www.bmbf.de/press/3442.php
Pressemitteilung des Wissenschaftsrates:
http://www.wissenschaftsrat.de/index.php?id=1135&=
IAGOS
http://www.iagos.org/
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/UeberUns/Projekte/IAGOS/IAGOS_node.html
Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8)
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/Home/home_node.html
Ansprechpartner
Prof. Dr. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung, IEK-8: Troposphäre Forschungszentrum Jülich
Tel.: 02461 61 5932
a.wahner@fz-juelich.de
Dr. Andreas Volz-Thomas
Institut für Energie- und Klimaforschung, IEK-8: Troposphäre Forschungszentrum Jülich
Tel.: 02461 61 6730
a.volz-thomas@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Annette Stettien, Forschungszentrum Jülich
Tel.: 02461 61-2388
a.stettien@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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