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Berufliche Aus- und Weiterbildung besser miteinander verzahnen

25.09.2008
Anlässlich des "2. Deutschen Weiterbildungstages" am 26. September hat der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Manfred Kremer, eine bessere Verzahnung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Unternehmen gefordert, um die Durchlässigkeit im Bildungssystem nachhaltig zu fördern.

"Die Bundesregierung hat mit ihren Initiativen im Innovationskreis Weiterbildung und mit Instrumenten wie der Bildungsprämie die richtigen Maßnahmen ergriffen, aber angesichts der Herausforderungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sind weitere Anstrengungen notwendig", betonte Kremer.

Die betriebliche Weiterbildung in Deutschland stagniere, teilweise sei sie sogar rückläufig. Im europäischen Vergleich nehme Deutschland weiterhin nur einen Platz im hinteren Mittelfeld ein. "Wenn der beruflichen Weiterbildung nicht von allen Beteiligten - Staat, Wirtschaft und Privatpersonen - größere Bedeutung beigemessen wird, verspielt Deutschland seine Zukunftschancen."

Aktuelle BIBB-Untersuchungen zeigen, dass nur in etwas mehr als einem Zehntel (12 %) der befragten weiterbildenden Unternehmen in Deutschland eine enge Verzahnung zwischen beruflicher Aus- und Weiterbildung existiert. Den Verantwortlichen in den Betrieben und Unternehmen ist aber bewusst, dass dies künftig wichtiger werden wird. So stimmen 87 % der Aussage zu, dass durch das lebensbegleitende Lernen auch die berufliche Aus- und Weiterbildung in den Unternehmen sowohl organisatorisch als auch inhaltlich enger und besser aufeinander abgestimmt werden müssen.

Eine deutliche Mehrheit (64 %) bejaht die Aussage, dass sich aus dem für Deutschland vorhergesagten Rückgang des Arbeitskräfteangebots ab 2010 Probleme für ihr Unternehmen ergeben können. Allerdings wird dieser "Problemdruck" in den jeweiligen Wirtschaftszweigen sehr unterschiedlich gesehen. Eine Differenzierung zeigt, dass speziell Unternehmen aus den Bereichen "Transport und Post/Telekommunikation" (75 %) und "Baugewerbe" (74 %) eher Probleme erwarten, bei "anderen persönlichen Dienstleistungen" (z. B. im Kultur-, Sport- und Unterhaltungsbereich) liegt der Wert deutlich niedriger (23 %).

Die meisten Unternehmen scheinen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben: 85 % machen bereits jetzt die Stärken und Erfahrungen der älteren Beschäftigten für die jüngere Belegschaft nutzbar. Dabei wird insbesondere die Methoden- und Sozialkompetenz der Älteren hervorgehoben. Allerdings schätzt eine Mehrheit der Unternehmen die Möglichkeiten eher schlecht ein, das vorzeitige Ausscheiden der Älteren durch die Einstellung Jüngerer auszugleichen. Als Grund wird vor allem angegeben, dass die Arbeitskräfte nicht passgenau qualifiziert seien.

Nur ein Drittel der Unternehmen setzt konkrete Maßnahmen ein, um ältere Beschäftigte längerfristig zu binden. Hauptsächlich sind dies spezielle Formen der Arbeitsgestaltung und Arbeitszeitregelung (73 %), gezielte Gesundheitsförderung (48 %) sowie alternsgerechte Angebote zur Personalentwicklung und Weiterbildung (37 %).

Das Bundesinstitut für Berufsbildung ist seit 1992 an den europäischen Erhebungen über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (Continuing Vocational Training Survey, CVTS) beteiligt. CVTS ist die wichtigste Informationsquelle zu quantitativen und qualitativen Strukturen der betrieblichen Weiterbildung in Europa. An der letzten Haupterhebung (CVTS 3) nahmen 28 europäische Länder und mehr als 100.000 Unternehmen teil.

Im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) führte das BIBB zu Beginn des Jahres 2008 eine nationale Zusatzerhebung zu CVTS 3 durch, die ergänzende Fragestellungen zu qualitativen Aspekten der Weiterbildung behandelte. Von den rund 2.200 Unternehmen aus Deutschland, die an der Haupterhebung teilgenommen haben, beteiligten sich mehr als 300 an der nationalen Zusatzerhebung.

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/wlk30480.htm

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