Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berufliche Fortbildung: Keine Frage des Alters

17.02.2009
Qualifizierung älterer Arbeitnehmer wirkt dem Fachkräftemangel entgegen

Mehr als jeder zweite der derzeit annähernd 41 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland ist über 40 Jahre alt. Zuwenig meinen Experten. Sie fordern, unter anderem durch qualifizierte Fortbildungsmaßnahmen, den Anteil von Fachkräften unter den älteren Arbeitnehmern zu erhöhen.

Denn davon würde die gesamte Volkswirtschaft profitieren, da Arbeitgeber die Lücke an jungen Nachwuchskräften mit älteren qualifizierten Arbeitnehmern füllen und somit die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens sichern könnten.

Der demographische Wandel wird zu einem Fachkräftemangel führen, wenn es nicht gelingt, den Anteil älterer Arbeitnehmer zu erhöhen, erklärte unlängst zum Beispiel mit Nachdruck die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens.

Dass Arbeitnehmer jenseits der 40 noch lange nicht zum "alten Eisen" gehören, beweist Sigrid Weibler. Die 47-Jährige nimmt derzeit an einem Masterstudiengang Software Engineering und Informationstechnik an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg teil. "Ich möchte Neues erfahren und beruflich auf dem aktuellen Stand stehen", begründet Weibler ihr Fortbildungsengagement.

Als freiberuflicher Dienstleister im Bereich Softwareentwicklung finanziert sie den berufsbegleitenden Masterstudiengang komplett aus eigener Tasche. "Ich habe noch keinen Cent bereut", sagt Weibler, die sich von ihrem Zertifikat fundiertes Wissen verspricht. Probleme, ihren Beruf mit der Qualifizierungsmaßnahme zeitlich zu vereinbaren, hat die Softwareexpertin nicht. "Weiterbildung ist für mich eine erfrischende Abwechlung im Berufsalltag."

Organisiert wird der Studiengang der Hochschule von der Verbund IQ gGmbH. Neben dem Masterstudiengang Software Engineering und Informationstechnik bietet die auf den Weiterbildungsbedarf von technischen Fach- und Führungskräften spezialisierte Verbund IQ auch weitere attraktive berufsbegleitende Fortbildungsmaßnahmen an, die von älteren Arbeitnehmern gerne wahrgenommen werden.

Volker Hirschenkrämer zum Beispiel absolvierte an der Nürnberger Hochschule vor knapp einem Jahr mit Erfolg das ebenfalls berufsbegleitende Masterstudium zum Facility Manager. Diesen Masterstudiengang wählte der 45-jährige Maschinenbauingenieur, weil "ich im Hinblick auf künftige berufliche Veränderungen nicht nur bestens gerüstet sein wollte, sondern diese auch aktiv mitgestalten will".

Die Wahl hat sich gelohnt. Heute arbeitet Hirschenkrämer als Fachbereichsleiter Facility Management bei der Hessenwasser GmbH & Co KG in Groß-Gerau, einem der größten Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland. Hirschenkrämer kann aus eigener Erfahrung sagen, dass "berufliche Weiterbildung keine Frage des Alters ist, sondern in Zeiten schneller Entwicklungen zum alltäglichen Leben gehört". Bereut hat der Facility-Management-Experte die anderthalb Jahre dauernde berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme nie.

Nicht zuletzt "weil man in der heutigen Arbeitsmarktsituation für seinen Arbeitgeber interessant bleibt". Als älteres Semester habe er seiner Meinung auch disziplinierter als jüngere Kollegen an die Aufgabe herangehen können und immer versucht, die Lerninhalte auf Basis der vorhandenen Berufserfahrung in den täglichen Arbeitsprozess zu integrieren.

"Ich habe statistisch gesehen noch rund 25 Berufsjahre vor mir", beantwortet Jörg Richter die Frage nach dem Lebenslangen Lernen. Der 42-jährige Geschäftsführer einer Wohnungsverwaltungsgesellschaft ist zugleich Bürger-meister der sächsischen Gemeinde Langenweißbach im Erzgebirge und strebt eine Qualifizierung für Stadtentwicklung an.

Von dem entsprechenden Masterstudiengang - ebenfalls von Verbund IQ organisiert - erwartet Richter praktisches Wissen und einen Zugewinn an Kompetenz, um anspruchsvolle Lösungen für infrastrukturelle Probleme in seiner Gemeinde umsetzen zu können.

"Die Nachfrage nach Spezialisten für demografische Probleme in Deutschland wird künftig steigen", sagt Richter. Daher sei gerade für ihn als Bürgermeister und Führungskraft berufliche Weiterbildung ein permanenter Prozess, um Verantwortung übernehmen und Entwicklungen rechtzeitig erkennen zu können.

"Knapp 25 Prozent unserer Studierenden war bei Studienbeginn 40 Jahre oder älter", analysiert Verbund IQ-Geschäftsführerin Dr. Ursula Baumeister die interne Statistik. "Vor Aufnahme einer Qualifizierungsmaßnahme beschäftigt gerade diese Teilnehmer das Vorurteil, zu alt für ein Studium zu sein.

Sie alle erleben dann aber diese Phase des intensiven Lernens als höchst anregenden Impuls für das Berufsleben." Akademische Weiterbildung auf hohem Niveau, dies zeige die Erfahrung, könne auch in der zweiten Hälfte des Berufslebens noch die Weichen neu stellen.

Astrid Maul | idw
Weitere Informationen:
http://www.ohm-hochschule.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

moove und Sony Lifelog machen mobil

17.01.2017 | Unternehmensmeldung

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften