Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bern stärkt Forschung zu nachhaltiger Entwicklung

19.08.2010
Die Universität Bern hat heute das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) eröffnet. Das CDE stärkt die Forschung zu nachhaltiger Entwicklung an der Universität Bern und profiliert sie in diesem Bereich weiter.

Nachhaltige Entwicklung ist heute relevanter denn je: Zu diesem Schluss kamen Vertreter der Uni, des Kantons, des Bundes und eines Forschungsinstituts aus dem Süden an der heutigen Eröffnungsfeier des Zentrums für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt.

Der Begriff «nachhaltige Entwicklung» wurde in den Achtziger Jahren geprägt und war lange nur unter spezialisierten Institutionen und Umweltorganisationen bekannt. Mittlerweile gilt sie als eine Herausforderung, die alle angeht. Eine breite gesellschaftliche Verankerung der nachhaltigen Entwicklung setzt jedoch das nötige Wissen aus der Forschung voraus.

Umfassende Vernetzung und Zusammenarbeit

Dieses Wissen soll nun das neue Zentrum an der Uni Bern liefern. Dabei baut es auf dem bereits bestehenden «Centre for Development and Environment» (CDE) auf. Ursprünglich 1988 als Abteilung des Geographischen Instituts gegründet, beheimatet das CDE seit 2001 den Nationalen Forschungsschwerpunkt «Nord-Süd».

Als eigenständiges universitäres Zentrum kann das CDE daher auf einen reichen Fundus an Wissen und Erfahrung und ein ausgedehntes Netzwerk von Partnern in Ländern des Südens und des Ostens zurückgreifen. Das neue CDE mit seinen 65 Mitarbeitenden soll die Position der Universität Bern in Forschung und Lehre zu nachhaltiger Entwicklung und Umwelt national wie international stärken.

Das CDE sucht nach Lösungen für die Herausforderungen des globalen Wandels. Dazu gehört die Verbesserung der Nahrungssicherheit für eine Bevölkerung, die stetig wächst und zunehmend von ländlichen Gegenden in die Städte zieht. Ebenso erforscht es Veränderungen in den Verteilungsmustern von Armut und Reichtum. Nur mit diesem Wissen ist Entwicklung nachhaltig zu gestalten – global wie lokal, in Entwicklungs- und Transitionsländern, aber auch in der Schweiz und in Europa.

Eine Besonderheit der Forschung am CDE ist ihre Inter- und Transdisziplinarität. So arbeiten beispielsweise Bodenkundler eng mit Experten der Armutsbekämpfung zusammen, aber auch mit der lokalen Bevölkerung, die letztlich von der Forschung profitieren soll. Forschungspartnerschaften mit Institutionen in Entwicklungs- und Transitionsländern sind für die Arbeit des CDE zentral.

Vorschläge für die Praxis

Das CDE forscht nicht nur, sondern will die gewonnenen Erkenntnisse auch praktisch umsetzen – indem es Konzepte und Instrumente entwickelt und Politikerinnen und Politiker berät.

Und natürlich lehrt es auch: unter anderem leitet es die kürzlich gegründete «International Graduate School North-South» – eine gemeinsame Initiative der Universitäten Bern, Basel und Zürich zur Ausbildung von Doktorierenden im Bereich nachhaltige Entwicklung und Umwelt.

Nicht zuletzt leitet das CDE weiterhin den Nationalen Forschungsschwerpunkt «Nord-Süd», der ein weltweites Netzwerk von 350 Forschenden in 40 Ländern umfasst.

«Nachhaltige Entwicklung»

Die meistzitierte Definition des Begriffs «nachhaltige Entwicklung» stammt aus dem 1987 erschienenen «Brundtland-Bericht» der UNO-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung: «Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.»

Die Universität Bern hat die Forschung in diesem Bereich schon früh etabliert: Sie wurde deshalb 2001 zum «Leading House» des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Nord-Süd» ernannt.

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Berichte zu: Armutsbekämpfung Bodenkundler CDE nachhaltige Entwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten