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LMU gründet Zentrum für Governance-Forschung

05.12.2007
Die Globalisierung hat vielfältige Auswirkungen: Hierarchien verlieren an Bedeutung, der Einfluss von Medien und privater Akteure nimmt zu, neue Formen der Koordination und Steuerung gesellschaftlicher Bereiche müssen gefunden werden.

Im Kern geht es darum, wie unterschiedliche organisatorische Einheiten national und international ihre Handlungsfähigkeit behaupten oder zurückgewinnen können. Diesen Fragen widmet sich das Münchner Zentrum für Governance-Forschung (MCG), das an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München gegründet wurde.

Das Zentrum untersucht Veränderungen in der Steuerung moderner Gegenwartsgesellschaften. Im Mittelpunkt stehen der Bedeutungsverlust von Hierarchien und hierarchischen Formen der Koordination, die Neubewertung rechtlicher Steuerungsinstrumente, die zunehmende Bedeutung privater Akteure bei der Produktion öffentlicher Güter sowie die immer stärkere Medialisierung von Entscheidungsprozessen.

Zur Eröffnung des MCG lädt die LMU am 7. Dezember um 10.00 Uhr in den Senatssaal, Geschwister-Scholl-Platz 1, ein. Die Auftaktveranstaltung findet in Form eines wissenschaftlichen Symposiums statt, auf dem führende Vertreter der Governance-Forschung aus den verschiedensten Wissenschaftsgebieten sich mit grundlegenden Fragen dieses neuen Forschungsgebiets beschäftigen werden. Den Eröffnungsvortrag wird die ehemalige Direktorin des Kölner Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Prof. Dr. Renate Mayntz, zum Thema "Governance-Theorie: Erkenntnisinteresse und offene Fragen" halten.

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Den Ausgangspunkt der Governance-Forschung bildet die Erkenntnis, dass die institutionellen Formen, Instrumente und Koordinationsmechanismen, mit deren Hilfe moderne Gesellschaften ihre kollektiven Probleme lösen müssen, sich in einem grundlegenden Wandel befinden. "Wir benötigen neue Formen des Regierens und das MCG will hierzu in den kommenden Jahren das notwendige Grundlagenwissen erarbeiten", erläutert der Sprecher des neuen Zentrums, Prof. Dr. Edgar Grande, dessen Zielsetzung. In seinem Forschungsprogramm geht das Zentrum davon aus, dass dieser Wandel nicht nur den Bereich der Politik und der öffentlichen Verwaltung betrifft, sondern alle gesellschaftlichen Bereiche, insbesondere die Wirtschaft, und alle Regelungsebenen von der lokalen über die nationale bis hin zur europäischen und globalen. Das Zentrum für Governance-Forschung will die sich daraus ergebenden neuartigen Forschungsfragen deshalb interdisziplinär bearbeiten. In ihm werden Kommunikationswissenschaftler, Politikwissenschaftler, Ökonomen und Rechtswissenschaftler zusammenarbeiten.

Das MCG soll an der LMU als institutionelle Plattform dienen, um die Kooperation zwischen diesen Disziplinen zu erleichtern und zu vertiefen. In der Forschung konzentriert sich das MCG auf drei Schwerpunkte: Erstens die Analyse komplexer Governance-Regime, in denen das Zusammenwirken unterschiedlicher Koordinationsmechanismen wie Recht und Konsens oder Markt und Hierarchie untersucht werden. In einem zweiten Themenkomplex soll die territoriale Differenzierung unterschiedlicher Governance-Ebenen erforscht werden. In diesem Zusammenhang sollen insbesondere die Leistungsfähigkeit des Föderalismus und die Ausgestaltung neuer transnationaler Institutionen erforscht werden. In einem dritten Schwerpunkt wird die Medialisierung von Entscheidungsprozessen in Politik, Wirtschaft und Recht untersucht und gefragt, wie diese Entwicklung auf die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit der davon betroffenen Regelungsbereiche wirkt. Mit dieser Schwerpunktsetzung will die LMU ein spezifisches "Münchner Profil" in der Governance-Forschung mit starker internationaler Ausstrahlung entwickeln.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Edgar Grande (Projektkoordinator)
Tel.: 089/2180-9070
E-Mail: Grande@lrz.uni-muenchen.de
Dr. Stefan May (wissenschaftlicher Geschäftsführer)
Tel.: 089/2180-4013
E-Mail: Stefan.May@soziologie.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

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