Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationaler Verbund gegen Lymphome weiter gefördert

30.11.2007
Deutsche Krebshilfe fördert nationales Verbundprojekt mit weiteren 3,7 Millionen Euro. Universitätsmedizin Göttingen hat zentrale Koordination.

Mit über 3,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe das seit 2003 bestehende Verbundprojekt "Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen" nun für weitere drei Jahre. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid wurde den Ärzten und Wissenschaftlern des Verbundes in Bonn übergeben.

"Mit der jetzt bewilligten Weiterförderung können die Lymphomforscher aus 17 Institutionen in Deutschland ihre bislang erfolgreichen Untersuchungen zur Entstehung, Klassifikation und Therapie von Lymphomen weiter fortsetzen", sagt der Sprecher des Verbundprojektes, Professor Dr. Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen. "Wir sind der Deutschen Krebshilfe sehr dankbar, dass sie unsere bislang erfolgreiche Forschungsarbeit mit der Fortsetzung der Förderung des Verbundprojektes anerkennt und unterstützt." In den vergangenen vier Jahren ist das Netzwerk bereits mit fast 4 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe gefördert worden.

Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschungsprojekte der zweiten För-derperiode: Lässt sich die Klassifikation und Diagnostik von Lymphomen durch den Einsatz neuer, molekularer Technologien verbessern? Welche Veränderungen von Genen führen in den Krebszellen zur bösartigen Entartung? Bei der Erforschung dieser Fragen ist das übergeordnete Ziel, die Behandlung von Patienten mit Lymphomen zu verbessern und neue Ansätze für die Therapie zu identifizieren.

Das Verbundprojekt setzt sich aus Klinikern, Pathologen, Genetikern, Immunologen und Bioinformatikern aus ganz Deutschland zusammen, die eng zusammenarbeiten. Die Verbund- und Studienzentrale des Projektes ist an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt. Der Sprecher des Verbundprojektes ist Professor Dr. Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und On-kologie der Universitätsmedizin Göttingen. Die Koordination des Verbundes wird ebenfalls zentral von Göttingen aus durchgeführt. Grundlage für die Bearbeitung der Fragestellungen des Verbundvorhabens bildet die zentrale Material- und Gewebebank des Verbundes, die an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt ist.

Wissenschaftlich gliedert sich der Forschungsverbund in zwei große Arbeitsgruppen, die eng zusammenarbeiten. Sprecher der Arbeitsgruppe Genetik ist Prof. Dr. Reiner Siebert, Direktor des Instituts für Humangenetik am Campus Kiel, Sprecher der Arbeitsgruppe Pathologie und Genexpression ist Prof. Dr. Harald Stein, Direktor des Pathologischen Institutes der Charité Berlin.

Die Abteilung Hämatologie und Onkologie in Göttingen erhält in der neuen Förderperiode des Verbundprojektes für die Untersuchung funktioneller Unterschiede zwischen unterschiedlichen Arten von Lymphomen sowie den Ausbau der zentralen Materialdatenbank Fördermittel von 530.000 Euro.

HINTERGRUNDINFORMATION
Lymphome sind eine Gruppe sehr unterschiedlicher, bösartiger Erkrankungen des lymphatischen Systems. Sie entstehen, wenn Lymph- oder Abwehrzellen zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und dann unkontrolliert wachsen. Über 15.000 Menschen erkranken jedes Jahr allein in Deutschland neu an einem malignen Lymphom. Insgesamt hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Ländern die Häufigkeit maligner Lymphome ständig zugenommen.

Heute können fast alle Patienten mit Morbus Hodgkin erfolgreich behandelt werden. Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom liegen die Überlebenschancen bei nur rund 50 Prozent. Die Heilungschancen haben sich zwar in den vergangenen Jahren durch neue Therapieformen (wie Antikörpertherapien, neue Chemotherapieprotokolle und Stammzelltransplantation) deutlich verbessert. Doch bei vielen malignen Lymphomen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Der Grund: Es fehlen die diagnostischen Kriterien, mit denen eine Behandlung gezielter geplant werden kann.

WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Lorenz Trümper, Telefon 0551 / 39 -8535
Sprecher des Verbundprojektes
"Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen"
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
E-Mail: lorenz.truemper@med.uni-goettingen.de
http://www.lymphome.de/Projekte/MMML/
Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32, 53113 Bonn
Telefon 0228/72990-0
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.lymphome.de/Projekte/MMML/
http://www.krebshilfe.de/

Weitere Berichte zu: Hämatologie Krebshilfe Lymphom Verbund Verbundprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften