Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zehn Millionen Euro für die Erforschung psychiatrischer Erkrankungen

27.11.2007
Zehn Millionen Euro fließen in den nächsten fünf Jahren in die Erforschung genetischer Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat gestern die Förderabsicht zunächst bis Ende 2010 bekanntgegeben. Nach einer Zwischenbegutachtung ist die Weiterförderung bis 2012 geplant.

Das deutschlandweite Verbundprojekt "MooDS" steht unter Federführung der Universität Bonn, an die die Hälfte der Fördergelder fließt. Die beteiligten Arbeitsgruppen erhoffen sich Einblicke in die Krankheitsursachen. Mittelfristig könnten so auch neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen.

Psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder die manisch-depressive Krankheit verursachen erheblichen Leidensdruck. Zudem sind sie extrem häufig: Allein unter einer Depression leiden in Deutschland momentan nach Schätzungen mindestens vier Millionen Menschen. Genetische Faktoren tragen maßgeblich zur Entwicklung dieser Störungen bei.

Sprecher des Forschungsverbundes ist Professor Dr. Markus Nöthen vom Department of Genomics am Bonner Life&Brain-Zentrum. "Durch die BMBF-Förderung hoffen wir, entscheidend zur Aufklärung der Krankheitsursachen beitragen zu können", betont er. "Das ist nicht zuletzt eine Voraussetzung für die Entwicklung neuer wirkungsvoller Medikamente." Das hätten auch andere Länder wie die USA und England erkannt, wo man die genetische Erforschung häufiger Erkrankungen mit Vehemenz vorantreibe.

"MooDS" (Molecular Causes of Major Mood Disorders and Schizophrenia) konnte sich in der dritten Förderrunde für das Nationale Genomforschungsnetz durchsetzen - wohl auch deshalb, weil psychiatrische Erkrankungen wie die Depression sich inzwischen zu einem wahren Volksleiden entwickelt haben. Obwohl sich viele Störungen inzwischen gut behandeln lassen, ist die Therapie meist langwierig. Das Risiko eines Rückfalls ist zudem hoch. Die beteiligten Wissenschaftler fahnden nach den Erbanlagen, die ihre Träger für psychiatrische Störungen anfällig machen. Außerdem wollen sie herausfinden, welche Funktion diese Gene im Körper übernehmen.

"MooDS" ist ein interdisziplinärer Verbund führender Forschungseinrichtungen in Deutschland. Beteiligt sind neben den Universitäten Bonn, München und Heidelberg das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (Mannheim), das Max Planck Institut für Psychiatrie und das GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (beide München) sowie die Charité und das Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (beide Berlin).

Kontakt:
Professor Dr. Markus Nöthen
Department of Genomics, Life&Brain-Zentrum, Universität Bonn
Telefon: 0228/6885-404
E-Mail: markus.noethen@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Depression Genomics Krankheitsursache MooDS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
26.01.2017 | Hochschule Esslingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie