Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ministerium richtet medizinische Genomforschung neu aus

26.11.2007
Schavan: "Wissenschaftliche Ergebnisse industriell und in der Krankenversorgung nutzen"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) richtet die medizinische Genomforschung in Deutschland neu aus. Sie wird stärker als bisher auf die Bekämpfung von Volkskrankheiten konzentriert und in enger Kooperation mit der Industrie durchgeführt. Bundesforschungsministerin Annette Schavan gab dies am Montag in Berlin bekannt.

"Mit dieser Neuausrichtung setzen wir die Hightech-Strategie der Bundesregierung weiter um. Innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen werden so integraler Bestandteil der medizinischen Genomforschung. Im Blick der Forscher soll der Nutzen für die Krankenversorgung stehen", betonte die Ministerin. Für das neue Programm der medizinischen Genomforschung stellt das BMBF in den nächsten drei Jahren mehr als 125 Millionen Euro bereit.

Damit unterstützt das Ministerium deutsche Forscher dabei, ihre internationale Spitzenposition auf dem Gebiet der Humangenomforschung auszubauen. Die Grundlage dazu hat das nationale Humangenomforschungsnetz (NGFN) gelegt, dessen Förderung in diesem Jahr ausläuft. Konsequenter als bisher sollen die Ergebnisse der medizinischen Genomforschung auf ihren konkreten Nutzen für Medizin oder Pharmazie geprüft und kommerziell verwertet werden.

Das neue Programm besteht aus zwei Bereichen. In dem Bereich "Integrierte Verbünde der medizinischen Genomforschung" werden 25 Forschungsverbünde zunächst für die kommenden drei Jahre mit mehr als 114 Millionen Euro ausgestattet. Diese Verbünde verfolgen das Ziel, mit Methoden der Humangenomforschung und angrenzender Disziplinen ein umfassendes molekulares Verständnis von Krankheitsprozessen zu gewinnen. Die meisten Verbünde werden in der Erforschung von Krebs und neurologischen Krankheiten tätig. Es wird aber auch Verbünde zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und zu entzündlichen und infektiösen Krankheiten geben. Langfristig sollen die Forschungsergebnisse zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren für gesundheitspolitisch bedeutsame Krankheiten beitragen.

In dem Bereich "Innovationsallianzen der medizinischen Genomforschung" soll der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse aus der Genomforschung in die klinische und industrielle Anwendung verbessert werden. Hier kooperieren forschende Unternehmen und akademische Einrichtungen, um gemeinsam marktfähige Innovationen zu entwickeln. Für die kommenden drei Jahre fördert das BMBF hierzu mit insgesamt 12 Millionen Euro acht Verbünde, in denen die Industrie maßgeblich an der Steuerung und Umsetzung mitwirkt. Schavan: "Die gemeinsame Steuerung der Forschungsprojekte durch Forscher aus Universitäten und der Industrie wird sicherstellen, dass wissenschaftliche Ergebnisse schneller als bisher industriell oder in der Versorgung von Patientinnen und Patienten genutzt werden."

Für alle jetzt ausgewählten Projekte besteht bei entsprechendem Erfolg die Möglichkeit, nach Ablauf der ersten drei Jahre für weitere zwei Jahre gefördert zu werden.

Die Liste der geförderten Projekte finden Sie im Internet unter http://www.bmbf.de/pub/verbundliste_humagenomforschung.pdf

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2183.php
http://www.bmbf.de/pub/verbundliste_humagenomforschung.pdf

Weitere Berichte zu: Genomforschung Krankenversorgung Verbund

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben

23.01.2017 | Förderungen Preise

Aufwind für die Luftfahrt: University of Twente entwickelt leistungsstarke Verbindungsmethode

23.01.2017 | Maschinenbau