Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was Deutschland von China lernen kann

23.10.2007
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) legt Studie zum chinesischen Bildungssystem vor.

Hochschulbildung in China ist derzeit einem dramatischen Wandel unterworfen. Stark ansteigende Studierendenzahlen, boomende Hochschulen und hohe Investitionen in die Elitebildung kennzeichnen das Bild.

Auf der anderen Seite steht China aufgrund der Ein-Kind-Politik ein ebenso gewaltiger demographischer Wandel bevor, der erheblichen Einfluss auf die Hochschullandschaft haben wird. Dieses Spannungsverhältnis zwischen Massenausbildung und Bemühen um Exzellenz findet sich - in anderen Dimensionen - auch in Deutschland wieder. Auf eine Phase mit einem erheblichen Anstieg der Studierendenzahlen bis 2020 wird eine Zeit rückläufiger Zahlen folgen, in der sich die Hochschulen neu positionieren müssen. In weitaus stärkerem Maße werden sie darauf angewiesen sein, Studierende aus dem Ausland zu rekrutieren.

Das CHE-Arbeitspapier "Higher Education in China in the light of massification and demographic change. Lessons to be learned for Germany" bietet zunächst einen Überblick über das gesamte Bildungssystem Chinas einschließlich der Erwachsenenbildung. Es berücksichtigt dabei auch die historischen Entwicklungen in der Hochschulbildung mit ihren wechselnden Orientierungen am westlichen oder sowjetischen Modell. Die Autoren analysieren das aktuelle Hochschulsystem und deren Institutionen sowie die Verteilung der Studierenden und zeigen Probleme und Herausforderungen auf.

... mehr zu:
»Bildungssystem »Exzellenz

Die Entwicklungen sind so beeindruckend wie herausfordernd: so ist die Zahl der Studierenden von weniger als 4 Millionen 1990 auf mehr als 20 Millionen in 2005 angestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich die Studiengebühren von 18 € im Jahr 1989 auf derzeit 450 €. Auch ist die Zahl der Studierenden im Ausland von 40.000 auf 120.000 zwischen 2000 und 2005 gestiegen. Und von den mehr als 10 Millionen Studierwilligen können heute nur 5,6 Millionen einen Studienplatz bekommen.

Ebenso eindrucksvoll wie die Studierendenstatistik ist die Politik der chinesischen Regierung, der breiten Masse Studienmöglichkeiten zu bieten und gleichzeitig die Eliteförderung zu forcieren. Daher beschäftigt sich das Arbeitspapier mit den beiden Reformprojekten "Projekt 211" und "Projekt 985", die der Förderung der Exzellenz in China gewidmet sind. 6,4 Prozent der jährlichen Ausgaben für den Hochschulsektor werden zusätzlich in diese Projekte investiert.

In wenigen Jahrzehnten werden in China ähnlich wie Deutschland über 30 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein. Daher spielt die Frage des "lebenslangen Lernens" eine zunehmende Rolle. In der Studie werden auch erste Überlegungen der chinesischen Regierung zum Umgang mit den demographischen Herausforderungen der Zukunft dargestellt.

Schließlich bietet das Arbeitspapier einige Hinweise, welche Lektionen Deutschland aus der chinesischen Erfahrung lernen könnte und welche Aktivitäten für eine Nutzung der sich abzeichnenden Potenziale ratsam erscheinen. Die Initiative "Neun + Neun", in der neun chinesische und neun deutsche Hochschulleitungen Anfang Oktober in Berlin zu einer deutsch-chinesischen Konferenz zusammen kamen, unterstreicht, wie bedeutsam das Verständnis Chinas auch für die deutsche Hochschullandschaft ist. Zu diesem gegenseitigen Verständnis möchte die Studie einen Beitrag leisten.

Das Arbeitspapier ist in englischer Sprache erschienen.

Kontakt: Uwe Brandenburg
uwe.brandenburg@che-consult.de
Tel. 05241 211 7971

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de

Weitere Berichte zu: Bildungssystem Exzellenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten