Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschlossene Sache: Sächsisch-Slowakisches Ionen- und Plasmazentrum

16.10.2007
Slowakischer Vize-Premier Dušan Caplovic und Sachsens Forschungsministerin Dr. Eva-Maria Stange planen vertiefte wissenschaftliche Kooperationen im Europäischen Forschungsraum.
Am Montag, 15. Oktober, fand um 9.00 Uhr im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) ein Gespräch zur grenzüberschreitenden Forschungskooperation zwischen der sächsischen Forschungsministerin Dr. Eva-Maria Stange und dem Vize-Premier der Slowakei, Dušan Caplovic, statt. Anlass für den Besuch des slowakischen Vize-Premiers in Dresden ist ein gemeinsames Vorhaben zwischen dem FZD und der Slowakisch-Technischen Universität (STU) Bratislava: der Aufbau eines Ionen- und Plasmazentrum namens "Slowakion" in der Slowakei. Dieses Zentrum, in dem Ionenstrahlen für die Materialwissenschaft genutzt werden sollen, wird von der slowakischen Regierung mit hoher Priorität verfolgt. Vize-Premier Caplovic verkündete heute überraschenderweise, dass sein Land die Mittel dazu zur Verfügung stellen sowie Mittel aus dem Strukturfonds der Europäischen Union einwerben werde. Über diese Zusage freute sich der FZD-Vorstand ebenso sehr wie die Vertreter der STU Bratislava. Die Zusage bestärkt zugleich die beiden Initiatoren des Slowakion-Projektes, Prof. Oliver Moravcik, Dekan der Materialwissenschaftlichen Fakultät der STU, und Dr. Peter Joehnk, Kaufmännischer Direktor des FZD, die bereits weitere gemeinsame Projekte wie eine internationale Sommerschule für Nachwuchswissenschaftler planen.

Während des einstündigen Gesprächs unterstrichen die beiden Politiker den Wunsch nach einem intensiveren Austausch gerade auf Wissenschaftsgebieten wie der Materialforschung, die sowohl in Sachsen als auch in der Slowakei als besonders stark eingestuft werden. Dabei unterstrich Ministerin Dr. Stange, dass hierbei dem Austausch junger Nachwuchswissenschaftler eine besondere Rolle zukommen müsse. "Ich wünsche mir, dass der Kontakt zwischen der Slowakisch-Technischen Universität Bratislava und der Technischen Universität Dresden, aber auch weiterer Hochschulen in Sachsen, intensiviert wird und dass mehr Austausch gerade junger Menschen zwischen den Hochschulen stattfindet. Das FZD kann hier aufgrund seiner ausgezeichneten Kontakte zur STU als Brücke fungieren."

Vize-Premier Caplovic betonte, dass er das neue Ionen- und Plasmazentrum persönlich sehr unterstütze. Die Slowakei verfolge insgesamt drei wissenschaftliche Großprojekte, die in eine Prioritätenliste der Regierung Eingang gefunden hätten: Nano- und Biowissenschaften, moderne Informationstechnologien sowie Umweltforschung. Das Slowakion-Zentrum passe als Materialforschungszentrum hervorragend in die forschungspolitische Ausrichtung, die sein Land nehmen wolle. Während des Gesprächs kristallisierten sich zudem weitere gemeinsame Interessen heraus. Dies betrifft die zukunftsträchtigen Gebiete Laser-Technologie und Elektronen-Mikroskopie. Deshalb will Vize-Premier Caplovic mit seinen Begleitern nicht nur, wie geplant, das Ionenstrahlzentrum des FZD gründlich in Augenschein nehmen, sondern sich auch über den Aufbau eines neuen Hochintensitäts-Lasers im Forschungszentrum informieren. An diesem Laser, der Anfang 2008 in Betrieb gehen wird, soll Grundlagenforschung für eine bessere Krebsbehandlung der Zukunft stattfinden. Diese Forschung wird derzeit in engem Verbund mit der Technischen Universität Dresden, dem Universitätsklinikum Dresden sowie dem Jenaer Zentrum "ultraoptics" durchgeführt. Vize-Premier Caplovic wünscht sich, dass das slowakische Laser-Zentrum in Bratislava bald wichtige Beiträge in diesem Forschungsverbund leisten wird.

Weitere Informationen:
Dr. Dr. h. c. Peter Joehnk
Kaufmännischer Direktor
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf
Tel.: 0351 260 - 3374
Email: p.joehnk@fzd.de

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 - 2700
Email: c.bohnet@fzd.de
http://www.fzd.de

Information:
Das FZD erbringt wesentliche Beiträge der Grundlagenforschung sowie der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung zu folgenden Fragestellungen:
o Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in winzigen Dimensionen?
o Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
o Wie schützt man Mensch und Umwelt vor technischen Risiken?
Dazu werden 6 Großgeräte eingesetzt, die europaweit unikale Untersuchungsmöglichkeiten auch für auswärtige Nutzer bieten.

Das FZD ist mit ca. 700 Mitarbeitern das größte Institut der Leibniz-Gemeinschaft (http://www.wgl.de) und verfügt über ein jährliches Budget von rund 57 Mill. Euro. Hinzu kommen etwa 10 Mill. Euro aus nationalen und europäischen Förderprojekten sowie aus Verträgen mit der Industrie. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 83 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung.

Dr. Christine Bohnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzd.de
http://www.wgl.de

Weitere Berichte zu: Bratislava FZD STU Slowakei

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

nachricht Internationaler Masterstudiengang: TU Kaiserslautern bildet Experten für die Quantentechnik aus
15.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie